Outfit von Touristen sorgt für Ärger an der Scala

Spärlich und leger bekleidete ausländische Touristen, die sich einen Abend an der Scala gönnen, sind dem Mailänder Opernhaus zum Ärgernis geworden. Die extrem hohen Temperaturen dieses Sommers haben das Thema zugespitzt: Täglich versuchen Dutzende Besucher in Shorts, ärmellosen T-Shirts und Flipflops den Tempel der italienischen Opernmusik zu betreten.

Immer wieder werden zu wenig bekleidete Opernbesucher vom Aufsichtspersonal der Scala zurückgewiesen, was nicht immer ohne verbale Auseinandersetzungen vonstatten geht. Das Personal steht dem Phänomen ziemlich hilflos gegenüber. Obwohl auf den Eintrittskarten und im Foyer des Theaters klar steht, dass eine angebrachte Kleidung gefordert wird, erscheinen vor allem männliche Besucher in diesem Sommer immer seltener im eleganten Anzug zu den Aufführungen in Mailands Operntempel. “Besuchern, die in Shorts kommen, raten wir, sich beim H&M-Store um die Ecke eine lange Hose zu kaufen”, berichtete ein Aufseher der Scala laut der Tageszeitung “La Repubblica”.

Die anspruchsvollen “Loggionisti”, die Scala-Stammbesucher, klagen über zunehmend rüpelhaftes Verhalten der Zuschauer. Viele würden im Saal fotografieren und chatten. Leuchtende Smartphone-Bildschirme seien eine ständige Störung. Für einen Eklat sorgte zuletzt eine Gruppe amerikanischer Zuschauer auf den obersten zwei Rängen, im legendären “Loggione”, die – über die Balustrade gebeugt – McDonald’s Hamburger aßen.

Seitens der Scala-Leitung unter Intendant Alexander Pereira verlautete es, dass der Dresscode im Mailänder Opernhaus am strengsten weltweit sei. In London, Paris, an den deutschen Theatern und sogar im Metropolitan in New York gebe es keine Kleiderordnung.

“Welches Konzept der Scala soll überwiegen? Jedns eines Elitetheater, das einem heiligen Tempel ähnlich sieht, oder jenes eines Opernhauses, das einem immer breiteren Publikum offen ist? Wenn die zweiten Linie überwiegen soll, darf es nicht wundern, wenn die Leute sich für das Theater so kleiden, als wären sie im Kino”, kommentierte die römische Tageszeitung “La Repubblica”.

Das Thema sorgt auch in den sozialen Medien für eine Debatte. Dauerkarten-Besitzer fordern strengere Kontrollen, schließlich gehe es um das internationale Ansehen der Scala. Andere betrachten das Problem gelassener. “Was schadet es, wenn man in Jeans und Sandalen die Scala besucht? Wichtig ist, dass man dort ist, um Musik zu hören”, schrieb ein Musikliebhaber.

(APA)

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