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Orientierung statt PISA – Standortbestimmung an den Mittelschulen

Orientierungsarbeiten an den Vorarlberger Mittelschulen Orientierungsarbeiten an den Vorarlberger Mittelschulen - © VOL.AT
von Sascha Schmidt (VOL.AT) - Schwarzach – Jedes Jahr werden in den ersten und dritten Klassen der Vorarlberger Mittelschulen Orientierungsarbeiten über den Wissensstand der Schüler durchgeführt. Sie sollen eine objektivere Standortbeurteilung für jedes Kind ermöglichen und eine wichtige Grundlage für die Individualisierung des Unterrichts darstellen.

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Die Orientierungsarbeiten in Mathematik und Deutsch sind für heuer abgeschlossen, die Lehrer haben eine Rückmeldung über die Kompetenzen ihrer Schüler bekommen. Kinder und Eltern konnten die Ergebnisse einsehen, und haben sich einen Überblick über den Wissenstand der Schüler in den Fächern Mathematik und Deutsch verschafft.

Ergebnisse dienen als Gesprächsgrundlage

Die Aufgabe der Lehrer der ersten Klassen ist es nun zu überlegen, wie sie ihren Unterricht auf Basis der Kompetenzen, die die Schüler aus der Volksschule mitbringen, gestalten müssen. Ob es also Bereiche gibt, in denen die Klasse an sich weniger Kompetenzen in die Mittelschule mitbringt, ein Schwerpunkt gesetzt, und individuelle Unterstützung angeboten werden muss.
Die Ergebnisse der Orientierungsarbeiten gehen aber noch darüber hinaus. „Sie sollen auch als Anlass gesehen werden, um mit Eltern ins Gespräch zu kommen. Etwa um zu klären, welchen Beitrag die Eltern selbst leisten können, aber auch wie viel der Schüler beitragen muss“, erklärt Bezirksschulinspektor Christian Kompatscher.

Keine Rückschlüsse wie bei Pisa-Studie möglich

Mit den Ergebnissen der Orientierungsarbeiten lassen sich aber keine pauschalen Rückschlüsse darauf ziehen, ob in den Volksschule gute Vorarbeit geleistet wurde. Sie sind also nicht vergleichbar mit der Pisastudie und geben somit keine Rückschlüsse auf das Bildungsniveau der betroffene Schüler in Vorarlberg.

Tendenzen trotzdem erkennbar

Der Stand der einzelnen Schüler sei einfach zu unterschiedlich. So könne man etwa in manchen Bereichen sehr gut auf vorhandenes Schülerwissen aufbauen, in anderen wiederum nicht. „Wenn sichtbar wird, und es sich auch im Unterricht durch den Eindruck des Lehrers bestätigt, dass einzelne Kinder Schwierigkeiten haben, dann muss man hier nochmal ansetzen“, so Kompatscher. Er sehe gerade darin eine große Gefahr, dass man voraussetzt die Kinder würden alles können, und die Lehrer deswegen mit dem Lehrstoff einfach fortfahren würden.

Zeigen sich also Wissenslücken, hat der Lehrer gezielt Angebote und Maßnahmen zu setzen, die Eltern einzubinden und die Schüler entsprechend zu unterstützen.
Die Orientierungsarbeiten müssen zwar für jeden Schüler oder die Klasse gezielt ausgewertet werden, trotzdem könne man allgemeingültige Aussagen treffen. In der fünften Schulstufe würden sich beispielsweise gute Ergebnisse in den Bereichen Maße, Zahlen und Rechnen zeigen, schwächere Leistungen hingegen beim Argumentieren und Begründen.

Nachhaltiges Lernen sollte im Vordergrund stehen

Die Sinnhaftigkeit auch Drittklässler im Herbst mit den Orientierungsarbeiten zu konfrontieren wurde schon breit diskutiert. Gerade weil viele Schüler den Lernstoff über den Sommer vergessen hätten, wie Kritiker behaupten, sei es wichtig hier nachzusetzen, glaubt Kompatscher: „Es geht eben gerade darum etwas zu lernen, dass dann auch langfristig verfügbar ist.“
Die Arbeiten würden recht gut zeigen, welche Kompetenzen bei den Schülern bisher nachhaltig erworben wurden und wo zusätzliche Vertiefungen notwendig sind. Es habe sich außerdem auch gezeigt, dass viele Schüler sehr wohl noch große Teile des Lernstoffs aus dem vorherigen Schuljahr abrufen können.

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