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Causa Hofer: Opposition fordert Aufklärung

Die Opposition will in der Causa Hofer die Schlagzahl erhöhen. Die Opposition will in der Causa Hofer die Schlagzahl erhöhen. - © VOL.AT/Steurer
Der Grundstückskauf des Vorarlberger ÖVP-Klubdirektors Albert Hofer sorgt in der Vorarlberger Landespolitik weiter für Aufregung.

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Die Klubobleute der Oppositionsparteien Dieter Egger (F), Johannes Rauch (G) und Michael Ritsch (S) forderten neuerlich umfassende Aufklärung und wollen die Causa am kommenden Dienstag in einer Sondersitzung des Kontrollausschusses behandeln. Hofer lud Medienvertreter und Klubobleute am Donnerstag ein, die entsprechenden Unterlagen einzusehen, um die Vorwürfe zu entkräften.

“Offene Fragen mit schiefer Optik”

Es gebe vor allem hinsichtlich der Genehmigung der Umwidmung in Wohnbaufläche durch das Land “viele offene Fragen mit einer sehr schiefen Optik”, so die Klubobleute von FPÖ, Grünen und SPÖ. Kontrollausschuss-Obmann Daniel Allgäuer (F) lud zu der Sondersitzung auch den Leiter der Raumplanungsabteilung und den zuständigen Sachbearbeiter als Auskunftspersonen. Eine Beurteilung, ob die Behördenverfahren ordentlich und auf sachlichen Kriterien fußend abgewickelt worden seien, sei nur möglich, wenn alle Akten auf den Tisch gelegt würden.

Landeshauptmann Markus Wallner (V) beauftragte den Landesamtsdirektor mit einer Prüfung und sicherte volle Aufklärung zu. Man wolle der Sache auf den Grund gehen und alle Vermutungen ausräumen. Derzeit gehe er aber davon aus, dass die Behördenverfahren korrekt abgewickelt wurden. ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück stellte sich hinter Hofer. Der Kauf sei korrekt über die Bühne gegangen, es sei kein Fehlverhalten erkennbar. Eine Prüfung durch den Landesamtsdirektor und eine Diskussion im Kontrollausschuss sei “durchaus in meinem Sinne”, so Hofer. Noch lieber wäre ihm eine Prüfung durch Landesvolksanwältin Gabriele Strele als neutrale und unabhängige Stelle. Er sei überzeugt, dass nach Abschluss der Erhebungen nichts zurückbleiben werde.

Hofer weist Vorwürfe zurück

Der ÖVP-Wohnbausprecher und Landtagsabgeordnete war bei einer Grundstückstransaktion in seiner Heimatgemeinde Lustenau als Vermittler für die beiden Eigentümerinnen tätig. Das 4.800 Quadratmeter große Areal war nur teilweise als Wohnbaufläche gewidmet, ein Umwidmungsansuchen war zunächst gescheitert. Hofer bot an, Käufer für die Liegenschaft für 850.000 Euro zu finden. 2.700 Quadratmeter davon erwarb er selbst, und zahlte dafür lediglich 120 Euro pro Quadratmeter, weil er von seinen beiden Mitkäufern 250 Euro pro Quadratmeter verlangte. Einen Teil seiner Liegenschaft will Hofer für “voraussichtlich 300 Euro pro Quadratmeter” veräußern. Er habe “ein gutes Geschäft” gemacht, räumte Hofer ein.

Dass seine Kontakte bei der Anfang des Jahres vom Land genehmigten Umwidmung des ganzen Grundstücks als Wohnbaufläche hilfreich gewesen sein könnten, wies Hofer zurück. Es seien alle Auflagen erfüllt gewesen, darum habe die Gemeinde die Umwidmung im Dezember 2011 beschlossen und das Land Vorarlberg Anfang des Jahres genehmigt. Allerdings ließ Hofer bereits im November 2011 einen 600 Quadratmeter großen Wald auf dem Grundstück roden. Das sei zulässig gewesen und im Einvernehmen mit den Verkäuferinnen passiert, so Hofer. Weil er auf seinem Anteil zudem Fahrrechte auf 500 Quadratmetern erdulde, sei das Grundstück nicht so günstig gewesen wie kolportiert. Zudem habe er den Abbruch eines alten Hauses bezahlen müssen. Sowohl die Verkäuferinnen, als auch die Mitkäufer seien mit dem Geschäft und den Preisen zufrieden, verteidigte sich Hofer.

(APA)

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