Opel kämpft mit Neuwagen zur Probe gegen Kundenschwund

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Autoexperten sehen in der Aktion Hilflosigkeit angesichts des rapiden Verkaufsrückgangs in Westeuropa. Autoexperten sehen in der Aktion Hilflosigkeit angesichts des rapiden Verkaufsrückgangs in Westeuropa. - © DAPD
Not macht erfinderisch: Opel bietet Neuwagen ab sofort zur Probe an, um die schwache Nachfrage zu beleben.

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Kunden in Deutschland könnten alle Modelle binnen 30 Tagen nach der Zulassung wieder zurückgeben, wenn sie ihnen nicht gefielen, kündigte Opel am Donnerstag an. Einzige Voraussetzung: Der Wagen darf nicht mehr als 3.000 Kilometer auf dem Tacho haben und nicht beschädigt sein. "Mit diesem Angebot möchten wir neue Freunde für die Marke gewinnen", begründete Interims-Chef Thomas Sedran die von einer Werbekampagne begleitete Aktion unter dem Motto "Begeistert oder einfach zurück".

Nutzungspauschale

Opel ist überzeugt, dass Käufer, die sich einmal für einen Wagen der Marke entschieden haben, diesen behalten wollen. "Wer einmal unsere Autos fährt, wird schnell von der Qualität und Innovationskraft unserer Fahrzeuge überzeugt sein." Sollte ein Käufer einen Wagen zurückgeben, müsse er lediglich eine Nutzungspauschale von 0,67 Prozent des Bruttolistenpreises je angefangene 1000 Kilometer zahlen. Weitere Abzüge gebe es nicht. Bei Leasing- und Finanzierungsgeschäften würden die bereits geleisteten Zahlungen erstattet.

Opels "Hilflosigkeit"

Autoexperten sehen in der Aktion Hilflosigkeit angesichts des rapiden Verkaufsrückgangs in Westeuropa. "Das zeigt, wie dramatisch die Lage bei Opel ist", sagte Stefan Bratzel, der das Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach leitet. Opel leidet besonders unter dem Abschwung in Südeuropa, weil sich dort wegen der hohen Arbeitslosigkeit kaum jemand ein neues Auto leisten kann. Die Rüsselsheimer hatten bereits vor Jahren versucht, Käufer mit Marketingtricks wie der "lebenslangen Garantie" für Neuwagen zu ködern. Der Marktanteil von Opel in Deutschland lag zuletzt noch bei sieben Prozent und damit weit entfernt von zweistelligen Werten von vor 20 Jahren.

Die neue Aktion ist auch deshalb bemerkenswert, weil Käufer üblicherweise nur dann aus Verträgen mit Autohändlern herauskommen, wenn ein Neuwagen schwere Qualitätsmängel aufweist. Bei technischen Problemen stellen sich die Hersteller dagegen oft quer. Käufer müssen ihre Ansprüche dann in meist langwierigen Gerichtsprozessen durchfechten.

(APA)

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