Olympia: Gefährliches Gezwitscher - Festnahme wegen Twitter

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17-Jähriger hatte den britischen Star-Wasserspringer Tom Daley (im Bild) über Twitter schwer beleidigt. 17-Jähriger hatte den britischen Star-Wasserspringer Tom Daley (im Bild) über Twitter schwer beleidigt. - © EPA
Der Umgang mit sozialen Netzwerken während der Olympischen Spielen in London ist heikel und verleitet zu Fehltritten mit gravierenden Folgen.

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Zwei Sportler sind schon wegen rassistischer Äußerungen im sozialen Netzwerk von Olympia ausgeschlossen worden, die österreichische Fecht-Schiedsrichterin Barbara Csar ist aus Südkorea übel beschimpft worden, nun wurde sogar ein junger Engländer wegen einer Beleidigung via Twitter festgenommen.

17-Jähriger beleidigte Wasserspringer

Der 17-jährige Engländer hat den britischen Star-Wasserspringer Tom Daley über Twitter schwer beleidigt. "Du bist eine Enttäuschung für deinen verstorbenen Vater", hieß es in dem Twitter-Eintrag. Die Polizei nahm ihn daraufhin im südenglischen Weymouth fest.

Daley hatte vor eineinhalb Jahren seinen Vater verloren. Er war an einem Gehirntumor gestorben. Der 18-jährige Wasserspringer hatte seine sportlichen Erfolge stets seinem Vater gewidmet und gesagt, sein Vater habe ihn zu seinen Leistungen inspiriert. "Ich tue es für mich und meinen Papa", sagte er jüngst der BBC. Beim Synchronwettbewerb vom 10-m-Turm waren Daley und sein Partner Pete Waterfield am Montag als Medaillenhoffnung an den Start gegangen, hatten aber als Vierte einen Platz auf dem Podest knapp verfehlt.

Olympia-Ausschluss wegen Hetztirade auf Twitter

Ein Tweet hat davor dem griechischen Dreispringer Paraskevi Papachristou die Olympia-Teilnahme gekostet und dem Schweizer Fußballer Michel Morganella einen Olympia-Ausschluss eingebracht. Morganella hatte nach der 1:2-Niederlage der Eidgenossen gegen Südkorea eine Hetztirade gegen die Asiaten über den Kurznachrichtendienst abgesetzt. Das Nationale Olympische Komitee der Schweiz hat den Fußballer daraufhin nach Hause geschickt. Papachristou hatte vor den Spielen Afrikaner verunglimpft und durfte erst gar nicht nach London reisen.

Csar wurde nach einer umstrittenen Entscheidung im Degenhalbfinale, das die Südkoreanerin Shin A-Lam schließlich gegen die Deutsche Britta Heidemann verloren hat, von einem südkoreanischen Fan via Twitter als "Rassistin" beschimpft. Andere User veröffentlichten im Netz die E-Mail-Adresse und die Handynummer von Csar.

Nutzung sozialer Dienste unter Auflagen erlaubt

Das Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat vor den Spielen in London die Nutzung der sozialen Dienste unter Auflagen erlaubt. Botschaften in Ich-Form und Tagebuch-Format wurden sogar ausdrücklich erwünscht. Allerdings müssen im Social-Media-Bereich die Bestimmungen der Olympischen Charta eingehalten werden. Die Aktivitäten dürfen nicht kommerziellen oder Werbezwecken dienen, Geschriebenes darf nicht geschmacklos oder vulgär sein. Nicht bei allen ist diese Botschaft aber offenbar angekommen.

(APA)

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