Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an. - © Wildbild
“Ich kann keine Prognose stellen. Die Sache ist sehr komplex”, sagte die zuständige Erste Staatsanwältin Eva Danninger-Soriat. Die Staatsanwältin vermisst “von allen Seiten” Kooperationsbereitschaft.
Im Visier der Erhebungen stehen nach wie vor die fehlenden 150.000 Euro aus einem angeblichen Darlehen, das der Förderverein der Salzburger Olympia-Bewerbungsgesellschaft offenbar nicht zurückbezahlt hat. Aber nicht nur. “Es geht ja um die gesamte Prüfung der Geldflüsse, die damals gelaufen sind. Wir ermitteln sehr akribisch und zielführend. Das dauert seine Zeit”, betonte Danninger-Soriat.
Im Februar 2009 nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Salzburger Winterspiele GmbH, Fedor Radmann, und dessen zwei Nachfolger Gernot Leitner und Rudolf Höller auf. Im Juli kamen mit dem Salzburger Olympia-Strategieberater Erwin Roth und dem früheren Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), Heinz Jungwirth, zwei weitere Verdächtige hinzu.
Neue Beschuldigte gebe es derzeit nicht, was sich aber auch noch ändern könne, so die Staatsanwältin. “Der Akt ist dynamisch” und sei deshalb nicht abschätzbar. Da die Beschuldigten nicht unter Wahrheitspflicht stünden, benötige die Überprüfungstätigkeit der Angaben entsprechende Zeit. Hausdurchsuchungen und Konto-Öffnungen hätten bereits stattgefunden. “Wir ermitteln in der Relation sehr schnell. Die Anzeige vom ÖOC (gegen Jungwirth, Anm.) ist ja erst im Herbst 2009 eingetroffen.”
Konkret prüft die Staatsanwaltschaft, ob vom ÖOC über Strategieberater Roth 290.000 Euro an den früheren ÖSV-Langlauf- und Biathlontrainer Walter Mayer geflossen sind. Mayer zog kurz nachdem er das Geld von Roth erhalten hatte seine Verleumdungsklage gegen IOC-Chef Jacques Rogge und WADA-Chef Dick Pound zurück, die der Salzburger Olympia-Bewerbung im Wege gestanden war.