Horst Obwegeser, FP-Bürgermeisterkandidat in Hohenems - © VMH
Nachfolgend der offene Brief im Wortlaut: Betreff: Hanno Loewy ist als Direktor des Jüdischen Museums untragbar und muss aus seiner Funktion abberufen werden Sehr geehrter Herr Landeshauptmann, sehr geehrter Herr Bürgermeister! Die Reihe von verbalen Entgleisungen des Direktors des Jüdischen Museums in Hohenems, Hr. Hanno Loewy, ist endlos und hat in seiner Aussage im ORF-Interview „die FPÖ will Hohenems judenfrei” machen, einen negativen Höhepunkt erreicht. Als politische Verantwortungsträger der Hauptsubventionsgeber, dem Land Vorarlberg und der Stadt Hohenems, fordern wir Sie auf, endlich zu handeln und den Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems aus seiner Funktion abzuberufen. Nachstehend dürfen wir einige der nicht tragbaren Aussagen von Hr. Hanno Loewy, welche er in seiner Funktion als Direktor des Jüdischen Museums getätigt hat, anführen: 1. VN vom 19. März 2004: Küng schöpft ideologisch aus schlimmsten trüben Quellen In einem Interview in den VN vom 19. März 2004 über die unterschiedlichen Meinungen zum Kinofilm „Passion Christi” hat Hr. Loewy unseren damaligen Landesbischof mit folgenden Worten kritisiert: “Dass der Bischof das toll findet, zeigt, dass er entweder in der Sado-Maso-Szene verkehrt oder ideologisch wirklich aus schlimmsten trüben Quellen schöpft. Eines von beiden muss es sein. Schlimm ist beides für die katholische Kirche.” Bischof Küng hat damals eine sehr differenzierte Haltung und Meinung zum Film „Passion Christi” vertreten und wurde daraufhin, von Loewy mit den oben genannten Worten aufs übelste beschimpft und verunglimpft. Eine öffentliche Zurückweisung dieser unhaltbaren und persönlichen Kritik an unserem damaligen Landesbischof ist von öffentlicher Seite leider ausgeblieben. 2. Einmischung und Kritik im LT-Wahlkampf 2009. Öffentlicher Brief mit Diffamierung von Katholiken Hr. Loewy hat sich mit einem öffentlichen Brief (Briefpapier des Jüdischen Museums Hohenems) in den Landtagswahlkampf eingemischt und in seinem Brief von „Katholischen, die seit zehn Generationen in Vorarlberg lebende Steuerflüchtlinge, die sich auch in Thailand oder Jersey heimisch fühlen, und einen Teil ihres Einkommens am österreichischen Fiskus vorbeischmuggeln” gesprochen. Ich frage Sie: Was hat die Religionszugehörigkeit mit dem Tatbestand der Steuerflucht zu tun? Und warum hat Hr. Loewy diesen Zusammenhang hergestellt? Trotz zahlreicher empörter Reaktionen von Katholiken und Schreiben, die auch an den Landeshauptmann geschrieben wurden, erfolgte auch hier keine Zurückweisung seitens des Landes oder der Stadt Hohenems. 3. Die Presse vom 25.08.2009 Loewy bezeichnet FPÖ-Mitglieder und Wähler als Mob (Pöbel) In einem Interview in der Presse vom 25.August 2009 sagt Loewy: „ Eine Woche später stellt er sich vor den Mob und meint,
..” Loewy bezeichnete damit alle Anwesenden einer FPÖ-Veranstaltung als Mob, was laut Definition Wikipedia „eine sich zusammenrottende Menschenmenge mit überwiegend niedrigem Bildungs- und Sozialniveau, abwertend auch gemeines Volk, Pöbel oder Plebs” bedeutet. Erstens verwehren wir uns dagegen, dass Besucher von FPÖ-Veranstaltung pauschal als Pöbel bezeichnet und beschimpft werden. Und Zweitens ist das eine untragbare, pauschale Verunglimpfung einer Bevölkerungsgruppe, die eine sofortige Absetzung als Direktor eines Museums, dessen Auftrag die Aufarbeitung der unterschiedlichen Kulturen und die Förderung des gegenseitigen Respekts ist, zur Folge haben hätte müssen. Doch auch in diesem Fall haben Sie nichts unternommen. 4. VN 21.09.2009, Loewy bezeichnet das Hohenemser Wahlergebnis „als den traurigsten Sieg, den es in Österreic seit 1945 gegeben hat” Natürlich kann jeder eine persönliche Meinung zu Wahlergebnissen haben und diese auch äußern. Doch der zeitgeschichtliche Bezug, den Hr. Loewy herstellt, ist eindeutig und inakzeptabel. Vor allem ein Direktor eines Jüdischen Museums sollte ein demokratisches Wahlergebnis und ein klares Wählervotum in einer funktionierenden und lebendigen Demokratie nicht mit der Zeit vor 1945 vergleichen. 5. ORF Interview vom 14.01.2010, Loewy redet von „Hohenems judenfrei machen” Ausgangspunkt war die Frage eines Journalisten (VN, Hr. Florian Dünser) bei der Pressekonferenz der FPÖ Hohenems an Str. Horst Obwegeser, ob er das Jüdische Museum als Bürgermeister schließen würde? StR. Obwegeser hat dies verneint und angemerkt, dass in den nächsten Jahren ein rigoroser Sparkurs in Hohenems notwendig ist und man Prioritäten für die Stadtentwicklung setzen muss. Vom Sparen wird auch das Jüdische Museum nicht ausgenommen sein und man muss schon kritisch hinterfragen, ob die öffentliche Hand Veranstaltung wie „Wie baut man ein ortsübliches Minarett” subventionieren muss. Dass Hr. Loewy diese sachliche Stellungnahme als „Judenreinmachung von Hohenems” interpretiert und sofort wieder den Vorwurf des Antisemitismus an die Wand malt, disqualifiziert Hr. Loewy einmal mehr und eindeutig von der Leitung eines Jüdischen Museums. Sehr geehrter Herr Landeshauptmann, sehr geehrter Herr Bürgermeister, das Fass ist voll und es ist Zeit, endlich zu handeln. Immerhin subventionieren Land und Stadt Hohenems das Jüdische Museum in Hohenems mit jährlich rund 500.000,– und das bei knappen finanziellen Ressourcen. Es ist wohl nicht Aufgabe eines jüdischen Museums, Personen des öffentlichen Lebens und ganze Bevölkerungsgruppen permanent und auf inakzeptable Art und Weise zu beschimpfen und zu verunglimpfen. Das entspricht auch keineswegs dem Auftrag an das Museum, das als „Heimatmuseum” ins Leben gerufen und gegründet wurde. Wir fordern sie deshalb nochmals auf, Hr. Hanno Loewy als Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems abzuberufen. Gerne erwarten wir Ihre Rückäußerung, vor allem aber Ihr längst überfälliges Handeln in den nächsten Tagen Hochachtungsvoll StR. Horst Obwegeser