18. Oktober 2010 13:45; Akt.: 18.10.2010 13:45

Österreicher bevorzugen heimische Schmankerln

Österreicher essen gerne Fleisch. Österreicher essen gerne Fleisch. - © Bilderbox
Die Österreicher bevorzugen die “gute, alte” heimische Küche. Frittatensuppe, Wiener Schnitzel und Kaiserschmarren liegen in der kulinarischen Gunst ganz vorne. Einer aktuellen Internet-Erhebung zufolge, deren Ergebnisse am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien präsentiert wurden, sind hierzulande traditionelle Gerichte eindeutig am beliebtesten. (1 Kommentar)

Allen Ernährungstrends zum Trotz wählten die 26.601 Umfrage-Teilnehmer, die rund einen Monat lang online unter www.netkellner.at über ihre Präferenzen abstimmen konnten, in erster Linie “Klassiker” der österreichischen Küche auf die vorderen Plätze. Bei den Hauptspeisen zeigte sich eine eindeutiger Trend zu Paniertem: Gleich nach dem unangefochtenen Spitzenreiter, dem Wiener Schnitzel, folgen Cordon Bleu und Backhendl als Leibgerichte.

Fazit: Die Österreicher sind “Fleischtiger” und bevorzugen Deftiges und heimische, kulinarische Klassiker. “Wenig verwunderlich” nannte Helmut Österreicher, Gault Millau “Koch der Jahrzehnts”, diese Erkenntnis. Das Ergebnis decke sich mit seinen Erfahrungen. Die österreichische Küche sei grundsätzlich sehr beliebt, würde aber aber “immer öfter neu komponiert und interpretiert”. Einzig die Tatsache, dass keine Knödelgerichte auf der Top 3-Liste zu finden sind, überrasche ihn ein wenig. Er plädierte für die Wahl von frischen, regionalen und qualitativ hochwertigen Zutaten. Vom Griff zu Fertigbrösel und Fritteuse bei der Zubereitung eines Schnitzels riet er etwa ab.

In der Kategorie “Suppen” siegten durchwegs Rindsuppen mit traditionellen Einlagen: nach den Frittaten folgen Leberknödel und Grießnockerl. Und hinter dem unverwüstlichen Kaiserschmarren liegen als Lieblingsnachspeisen Apfelstrudel und Tiramisu – als einziger “kulinarischer Import” auf den Stockerlplätzen.

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sei es nicht ideal, was in der Alpenrepublik am liebsten auf den Tisch kommt, meinte Kurt Widhalm, Leiter der Abteilung für Ernährungsmedizin an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde. Mit Maß und Ziel genossen und aus qualitativ hochwertigen Zutaten hergestellt könne man aber “durchaus auch ein Schnitzel in den Speiseplan einbauen”. Die Tradition, deftige Fleischgerichte in erster Linie an Sonn- und Feiertagen zu genießen, sei sinnvoll. “Derzeit ist der heimische Fleischkonsum zu hoch”.

Der Obmann des Fachverbandes Gastronomie, Helmut Hinterleitner, bezeichnete die Schmankerln der heimischen Küche als “Botschafter Österreichs”. “Das ist eine wichtige Facette für das Urlaubsland – internationale Vergleiche müssen wir nicht scheuen”. Das kulinarische Angebot sei ein maßgeblicher Faktor bei der Wahl eines Reiseziels.



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