Österreich übernimmt 2018 Europol-Vorsitz zu Schlepperei

Tatzgern ist ein Experte auf dem Gebiet
Tatzgern ist ein Experte auf dem Gebiet - © APA (Archiv)
Österreich übernimmt den Europol-Vorsitz bei der Bekämpfung der Schlepperkriminalität und der illegalen Migration, der vom Experten für Schlepperkriminalität im Bundeskriminalamt (BK), Gerald Tatzgern, geleitet wird. Italien hatte seit einigen Jahren den Vorsitz inne. Nun hatte sich Österreich darum beworben, im Jänner 2018 geht es los, berichtete Tatzgern im APA-Gespräch.

Tatzgern wird von Christian Jechoutek, Assistent-Director bei Europol, unterstützt. Bis ins kommende Jahr sollen weitere vier Mitarbeiter hinzukommen, die als interkulturelle Mediatoren fungieren. Sie sind mit der Sprache, der Verhaltensweise und den Kulturen in den Ländern der Geschleppten und ihren Schleppern vertraut. Ziel ist es nicht nur die Schlepperrouten zu sondieren, sondern auch verstärkt die Finanzströme der kriminellen Banden zu ermitteln. “Folge dem Geld, dann wirst du die kriminellen Strukturen erkennen”, sagte Tatzgern. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Zusammenarbeit mit der Polizei in den Herkunftsländern sein, um die Schleppernetzwerke in Afghanistan, Pakistan, dem Iran und der Türkei zu identifizieren.

Österreich nehme aufgrund seiner Lage eine sehr zentrale Rolle ein. “Wir haben den Vorteil, wir sitzen an der Schaltstelle”, meinte Tatzgern. Der Plan ist derzeit, dass der Vorsitz nach zwei Jahren an Griechenland übergeben wird.

Im Mai 2016 wurde, nicht zuletzt als Reaktion auf das Flüchtlingsdrama bei Parndorf mit 71 Toten, das “Joint Operational Office against Human Smuggling Networks” (JOO) im Bundeskriminalamt (BK) gegründet. Es versteht sich als verlängerter Arm von Europol und war bereits an zahlreichen internationalen Ermittlungsverfahren beteiligt. Schon da habe Österreich eine starke Rolle bei der Bekämpfung der kriminellen Netzwerke eingenommen, so Tatzgern.

“Die Bekämpfung der illegalen Migration und der Schlepperei wird uns auch noch in den nächsten Jahren stark beschäftigen”, sagte Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP). “Hier müssen wir den kriminellen Netzwerken sowohl in Österreich als auch auf europäischer Ebene entschieden entgegentreten.”

(APA)

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