GroupGroupCombined ShapePage 1Page 1Combined ShapePage 1Triangle Fill 1BitmapFill 1Fill 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAA Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Österreich hat weiterhin gute Wachstumsaussichten

Der Aufschwung bleibt stabil
Der Aufschwung bleibt stabil ©APA
Österreich stehen aus Sicht des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) weitere gute Wachstumsjahre bevor. Bis 2022 soll das heimische BIP im Schnitt jährlich real um zwei Prozent zulegen, deutlich stärker als die letzten fünf Jahre. Allerdings wird das Wachstum ab 2019 nicht mehr so kräftig ausfallen wie die für heuer und 2018 erwarteten jeweils 2,8 Prozent Plus.

Der seit dem zweiten Halbjahr 2016 herrschende Konjunkturaufschwung dürfte über 2018 hinaus anhalten, aber zunehmend an Dynamik verlieren, nimmt das Wifo in seiner neuen 5-jährigen Mittelfristprognose von Dienstag an. Getragen werden dürfte das Wachstum durch die Weltwirtschaft, etwa die USA und den Euroraum, wobei gerade diese beiden Regionen mit 1 3/4 Prozent jährlich etwas schwächer als Österreich expandieren dürften.

Die gute internationale Konjunktur wird zu stärkeren Exporten führen. Und höhere Einkommen werden den Konsum stützen. Der Konjunkturaufschwung wird den Arbeitsmarkt günstig beeinflussen: Die Arbeitslosenquote soll bis 2019 auf 8 Prozent zurückgehen, danach aber bis zum Ende der Prognoseperiode wieder ansteigen.

In Sachen Budgetdisziplin stehe die Regierung auf dem Prüfstand: Aufgrund der konjunkturbedingt günstigen Einnahmenentwicklung könnte bei einer – unterstellten – zurückhaltenden Ausgabendynamik im Jahr 2019 der Staatshaushalt ausgeglichen bilanzieren und in den Folgejahren sogar leichte Überschüsse erzielen. Desgleichen könnte die Staatsschuld von 83,6 Prozent des BIP 2016 auf knapp 64 Prozent im Jahr 2022 sinken. Freilich sind die im Wahlkampf geäußerten Vorhaben und Pläne der Parteien, zu neuen Einnahmen oder geringeren Ausgaben, in der Prognose “nicht berücksichtigt und würden zu deutlich veränderten Ergebnissen führen”, so das Wifo.

Wifo-Chef Christoph Badelt ruft indes die neue Bundesregierung zu Reformen auf, aber nur mit budgetärer Gegenfinanzierung. Reformdruck bestehe etwa beim Steuersystem, Föderalismus und Pensionssystem. Einen Investitionsbedarf gebe es bei Bildung, Pflege und aktiver Arbeitsmarktpolitik, sagte Badelt am Dienstag.

Es sollte die Phase der jetzigen Hochkonjunktur zum Umsetzen fälliger Strukturreformen genutzt werden. Das betreffe etwa eine “gesamthafte nachhaltige Steuerreform” oder auch eine “langfristige Umorientierung des Pensionssystems”, so der Wifo-Chef. Geschehe beim staatlichen Pensionssystem nichts, wären in einigen Jahrzehnten durch die demografische Veränderung die Staatszuschüsse unfinanzierbar. Zudem gebe es nach wie vor das Problem der Arbeitslosigkeit, vor allem der Langzeitarbeitslosigkeit. Deshalb sollten aktive Arbeitsmarktpolitik und Bildungsinvestitionen ineinander übergehen.

Der “Versuchung, weiterhin expansiv Konjunkturpolitik zu betreiben”, sollte die Politik nicht nachgeben, denn das sei “das Gegenteil dessen, was wir brauchen”, betonte Badelt. Budgetkonsolidierung sei ein wirtschaftspolitisches Ziel, dem sich jede Regierung verschreiben sollte. Deshalb sollte der aktuelle Konjunkturaufschwung dazu genutzt werden, um die Staatsschuld zu senken.

Laut Konjunkturbarometer der Industriellenvereinigung läuft unterdessen die Wirtschaft auch im Herbst noch rund. Österreich verdanke den Aufschwung vor allem der Dynamik der europäischen Wirtschaft, sagten IV-Generalsekretär Christoph Neumayer und IV-Chefökonom Christian Helmenstein am Dienstag.

Allerdings gehe die Schere zwischen der Einschätzung der aktuellen Lage – die unverändert gut ist – und den Erwartungen für die nächsten Monate – die sich eintrüben – zunehmend auf. “Dieser Befund birgt bereits den Keim einer Abschwächung in sich, es sei denn, externe Impulse würden der Konjunktur neue Schubkraft verleihen”, so Helmenstein.

Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage hat sich im Vergleich zum zweiten Quartal von 60 auf 64 Punkte verbessert, die Geschäftserwartungen sind allerdings von 17 auf 10 Punkte gefallen. In Summe hat sich damit der Konjunkturindikator von (gerundet) 39 auf 37 Punkte leicht abgeschwächt. Auch wenn das im Vergleich der jüngeren Vergangenheit gute Werte sind, “bleibt der beträchtliche Abstand zu den historischen Höchstständen des IV-Konjunkturbarometers aus früheren Jahrzehnten erhalten”, so die IV.

Auf Basis der Detailergebnisse erwartet die IV “trotz der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten eine fortgesetzte konjunkturelle Expansion in Österreich auch über den Jahreswechsel hinaus”. Allerdings brauche die Wirtschaft dafür “flankierende wirtschaftspolitische Reformmaßnahmen”. Die Auftragslage sei auf einem “auskömmlichen Niveau”, die Auslandsaufträge “stabil”. Die Firmen planen in Summe eine weitere Ausweitung ihrer Produktion. Auch dürften die Verkaufspreise der Industrie wieder steigen – was gut für die produzierenden Betriebe ist, der dämpfende Effekt für die Inflation dürfte aber künftig ausbleiben.

Die Beschäftigung in der Industrie legt zwar weiter zu, aber der Fachkräftemangel bremst trotz einer prinzipiell hohen Einstellungsneigung den Beschäftigungsaufbau. Die IV geht dennoch davon aus, dass die Beschäftigung zu- und die Arbeitslosigkeit abnehmen werden.

(APA)

Fill 1Created with Sketch. zurück zur Startseite
  1. VOL.AT
  2. Wirtschaft
  3. Österreich hat weiterhin gute Wachstumsaussichten
Kommentare
Noch 1000 Zeichen