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Streit um Abschneiden der Österreicher bei Olympia

Das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) hat sich am Freitag nach 6 von 16 Bewerbstagen der Sommerspiele in London schützend vor seine Sportler gestellt, die bisher medaillenlos geblieben sind.

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"Auch die Spitze des ÖOC hätte sich gewünscht, dass wir schon zählbare Ergebnisse haben. Aber abgerechnet wird bei Schlusspfiff. Es hat keinen Sinn, jetzt Unruhe zu stiften. Es geht nicht an, dass in Interviews Sportler pauschal verurteilt werden" sagte ÖOC-Präsident Karl Stoss auf einer Pressekonferenz.Sportminister Norbert Darabos hatte in den vergangenen Tagen via Medien heftige Kritik am Abschneiden der rot-weiß-roten Sportler und vor allem auch am Förderungssystem in Österreich geübt und eine Zusammenlegung der großen Organisationen angeregt. "Jetzt Diskussionen über Strukturänderungen zu führen, ist sehr kontraproduktiv. Das können wir in Ruhe tun, wenn die Analysen abgeschlossen sind. Dann ist Zeit, das in den Gremien zu diskutieren, Pro und Kontra und Lösungen aufzuzeigen", sagte dazu Stoss.

Er habe auch bereits mit Minister Darabos telefoniert, dieser hätte auch gesagt, dass das ÖOC einen "sehr, sehr guten Job" mache. Glücklich darüber, dass der Sportminister Athleten als Olympiatouristen bezeichnete, ist Stoss natürlich nicht. "Olympia-Touristen lasse ich nicht gelten." Zu gefallenen anderen Aussagen meinte er: "Ich finde das alles sehr kontraproduktiv. Wir haben Sportler, die Wettbewerbe vor sich haben. Die sollen sich konzentrieren und nicht verunsichern lassen."

Fakt ist, dass Österreich noch ohne Edelmetall in London dasteht und es durchaus möglich ist, dass es zum zweiten Mal in der Geschichte von Sommerspielen nach Tokio 1964 zu einer Nullnummer kommt. "Es gibt noch einige Bewerbe, wo das (Medaillen/Anm.) möglich ist. Vonseiten des ÖOC haben wir unsere Hausaufgaben gemacht. Wir haben alles unternommen, damit sich die Athleten auf den Sport konzentrieren können. Wir müssen uns, was die Vorbereitung betrifft, international nicht verstecken." Das Feedback der Athleten sei jedenfalls "ausgezeichnet."

Sportlich positiv überrascht habe Stoss Schwimmer Dinko Jukic als Vierter über 200 m Delfin. "Mit 'Blech' knapp vorbei, aber ist auch vorbei. Das tut sehr weh. Ob Medaille oder eine persönliche Niederlage, darüber entscheiden oft Hundertstel", meinte er. Bei einigen war es knapp, andere waren aber zum Teil weit weg von der Weltspitze. "Es war uns klar, dass nicht jeder eine Gold-, Silber- oder Bronzemedaille gewinnen kann. Aber man soll den jungen Talenten die Möglichkeit geben, Erfahrung zu sammeln", meinte der ÖOC-Präsident.

Insgesamt zeigte er sich von den Sommerspielen begeistert. "Es sind großartige Spiele, es sind großartige Wettkampfstätten. Das einzige, woran es hapert, sind Transportsysteme. Man latscht auch zum Teil sehr weit. Wir sind auch unglaublich zufrieden, mit dem Austria House Tirol, es übertrifft die kühnsten Erwartungen."

Das ÖOC steht einer tiefgreifenden Reformdiskussion im österreichischen Sport nach den London-Spielen offen gegenüber. "Ob ein Ansuchen auf Änderung des Bundessportförderungsgesetzes der Schlüssel zur Veränderung ist, da setze ich eine Fragezeichen dahinter", meinte Stoss. Das Problem muss an der Wurzel gepackt werden, im Schulsport, in der Trainerausbildung, in den Olympischen Zentren.

"Wir haben in gewissen Sportarten auch keine gute Trainingsmöglichkeiten. Wenn man Spitzensport will, muss man die Grundvoraussetzungen schaffen", meinte Stoss. "Man kann nicht nur die Spitze fördern. In erster Linie wird der Breitensport gefördert. Daraus entwickeln sich Talente, die man weiterfördert. Es braucht aber Organisationen, die sich um Spitzensport kümmern. Dazu zähle ich das Team Rot-Weiß-Rot, die Sporthilfe, das ÖOC. Das zusammenzufassen, ist möglich."

Großen Bedarf sieht das ÖOC laut Generalsekretär Peter Mennel auch an der Weiterentwicklung der Olympiazentren, die nur ein Gütesiegel erhalten, wenn sie sechs Kriterien erfüllen. Auch auf dem Trainersektor wird es Änderungen geben. "Aber während der Spiele werden wir keine Trainerdiskussion lostreten", meinte Mennel. "Wir sind zwei Jahre im Amt. Wir haben schon wesentlich mehr in Bewegung gesetzt, als vorher passiert ist. Wir werden dieses Rad auch weiterdrehen", versprach er.

Zur Notwendigkeit von drei Dachverbänden in Österreich (ASKÖ, ASVÖ und der Sportunion) meinte Mennel. "Man darf die Dachverbände nicht pauschal verurteilen. Die Frage ist nur, wer kümmert sich um was?" Und Stoss sagte: "Drei Dachverbände hat Historie. Das cuttet man nicht einfach mit einem Schlag. Man darf nicht alles verteufeln."

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