ÖFB-Teamspieler bereiteten Koller erstes Abschiedsgeschenk

Die Spieler lieben Koller
Die Spieler lieben Koller - © APA
Österreichs Fußball-Teamspieler hatten am Freitag doppelten Grund zur Freude. Zum einen stellten sie beim 3:2 in der WM-Qualifikation im Wiener Happel-Stadion über Gruppe-D-Spitzenreiter Serbien ihre Qualität unter Beweis, zum anderen bereiteten sie dem scheidenden Nationaltrainer Marcel Koller ein erstes Abschiedsgeschenk.

So meinte etwa Kapitän Julian Baumgartlinger: “Es war für uns schon wichtig, auch dem Teamchef nach sechs Jahren zum Abschluss hier im Happel-Stadion noch einmal ein schönes Erlebnis zu schenken.” Das zweite Präsent soll am Montag in Chisinau folgen. “Wenn wir in Moldau noch einmal nachlegen können, dann haben wir gezeigt, dass wir noch da sind.”

In Anbetracht der Leistung gegen Serbien stehen die Chancen auf einen Auswärtssieg gegen den Tabellenletzten nicht schlecht. “Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, wie sie reagiert hat und zweimal zurückgekommen ist. Das war schon bemerkenswert”, sagte Baumgartlinger.

Nun gelte es, Auftritte wie gegen Serbien regelmäßig abzuliefern. “Es ist dieser nächste Schritt, der kommen muss. Dass man nach einer erfolgreichen EM-Qualifikation wieder nachlegt und die Sinuskurve, die Marc Janko angesprochen hat, immer flacher werden lässt. Diese Herausforderung steht für uns im nächsten Herbst erneut an”, erklärte der Leverkusen-Profi.

Mit Blick auf nachrückende junge Spieler ist es Baumgartlinger um die Zukunft der ÖFB-Auswahl nicht bange. “Das zeigt die Tiefe in der Mannschaft. Und ist auch für mich persönlich schön, um nicht immer mit leeren Worthülsen hier zu stehen und zu sagen: ‘Ja, wir waren eh gut, waren eh dominant, haben eh ein Chancenplus gehabt, aber eben wieder null Punkte.'”

Das Duell mit den Serben, die voraussichtlich am Montag das WM-Ticket lösen werden, zeigte wieder einmal, was für Österreich in dieser Gruppe möglich gewesen wäre. “In den Konjunktiv zu verfallen, bringt aber nichts – es ist schon vorbei. Sich jetzt so mit Anstand von den Fans zu verabschieden und so gute Voraussetzungen für den neuen Teamchef zu sorgen, ist auch etwas Positives”, betonte Baumgartlinger.

Aufgrund der Ereignisse in den vergangenen Tagen ist der Erfolg über Nemanja Matic und Co. für den Mittelfeldspieler noch höher zu bewerten. “Es war keine einfache Situation, aber es hat gezeigt, wie viel Moral und Charakter in der Mannschaft steckt.”

Auch Siegestorschütze Louis Schaub war über die jüngsten Vorgänge innerhalb des ÖFB alles andere als erfreut. “In der Woche ist eigentlich weniger übers Sportliche geredet worden. Ich glaube, das haben wir uns auch nicht verdient.”

Der Rapidler zählte zu jenen Kickern, die von den zahlreichen Absagen profitierten. “Wir sogenannten Kaderspieler wollten alle dem Trainer unbedingt zeigen, dass wir spielen wollen.”

Zu den Gewinnern des Abends gehörte auch Guido Burgstaller, dem im zwölften Länderspiel sein erstes Tor gelang. “Ich habe darauf gewartet, es hat gedauert. Jetzt hab’ ich es endlich hinter mir. Den musste ich einfach reinschießen”, erklärte der Schalke-Profi.

Schon davor hätte man das eine oder andere Tor machen können, was laut Aleksandar Dragovic ein Beweis für die Überlegenheit der Österreicher war. “Wir waren die bessere Mannschaft und hätten auch höher gewinnen können.”

Der Matchplan sei voll aufgegangen. “Wir sind teilweise tiefer gestanden, haben nicht mehr so oft Pressing gemacht. So wie eigentlich die Serben die ganze Quali über, die haben auch nichts Außergewöhnliches gemacht, nur eben zur richtigen Zeit die nötigen Tore. Wir wollten über eine kompakte Defensive die Tore machen, und das ist gelungen”, erzählte der in Moldau wegen einer Gelbsperre fehlende Dragovic.

Koller habe zu dem Erfolg einen maßgeblichen Beitrag geleistet. “Wir haben wieder gesehen, dass er ein super Trainer ist. Er hat uns top eingestellt und arbeitet bis zur letzten Sekunde mit 100 Prozent. Er ist nicht schuld, sondern wir Spieler sind schuld. Wir haben die Ergebnisse nicht gebracht”, beteuerte der Innenverteidiger.

Für Dragovic war es das dritte Duell mit der Auswahl jenes Landes, in dem seine Wurzeln liegen. “Zweimal habe ich verloren. Ich wollte auch mal gegen die gewinnen. Aber natürlich hoffe ich jetzt, dass Serbien zur WM fährt.”

Ein weiterer ÖFB-Teamspieler mit Vorfahren aus dem Ausland, der gebürtige Schweizer Moritz Bauer, sprach von einem “sehr, sehr schönen Abend. Wir haben auch in den Spielen davor nicht allzu viel falsch gemacht, die Ergebnisse haben einfach nicht gestimmt. Wenn wir jedes Mal so effizient gewesen wären, würden wir jetzt auf einer anderen Tabellenposition liegen.”

(APA)

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