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Obstbauern: Ernte zufriedenstellend, aber nicht berauschend

Apfelernte: Heuer bescheidene Erträge Apfelernte: Heuer bescheidene Erträge - © DAPD/Eckehard Schulz
von Markus Sturn (VOL.AT) - Bregenz, Schwarzach – Die Obsternte fällt heuer eher bescheiden aus. Experten und Vorarlberger Obstbauern erklären die Gründe und erläutern, was sie von den Bio-Plänen der Landesregierung halten.

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Ulrich Höfert von der Landwirtschaftskammer Vorarlberg spricht von einem durchschnittlichen Jahr für den Vorarlberger Obstbau. Zwar sind wir von den großen Wetterkapriolen verschont geblieben, die den Osten Österreichs heimgesucht haben. Dennoch sei der Ernteerfolg von Obstsorte zu Obstsorte verschieden. Das liegt daran, dass die verschiedenen Sorten unterschiedliche Blütezeit haben. Bei manchen davon, etwa bei der Williams-Birne, war die Blütezeit von kaltem, nassem Wetter geprägt, was die Bestäubung erschwert und die Ernte vermindert. Die berühmte Vorarlberger „Subira“ sei im Unterschied dazu recht ertragreich gewesen, erläutert Höfert.

Apfelernte „unterdurchschnittlich“

Als „unterdurchschnittlich“ beschreibt Jens Blum die heurige Apfelernte. Das liege einerseits am Feuerbrand, der heuer schlimmer wütete als in den Jahren zuvor. Andererseits gäbe es bei den verschiedenen Apfelsorten eine natürliche Alternanz: Beim Elstar etwa folge auf ein ertragreiches immer ein eher bescheidenes Jahr. Positiv überrascht zeigt er sich vom Wetter: Von den großen Frostperioden und vernichtendem Hagel sei man dieses Jahr verschont geblieben. Das bestätigt auch Harald Schobel. Im Gegensatz zu Blum hat ihn die kurze Frostperiode im Frühjahr allerdings einige Bäume gekostet. Neben der natürlichen Alternanz führt er das starke Vorjahr als Hauptgrund für den relativen Rückgang dieses Jahr ins Treffen. Sowohl Schobel als auch Blum sind insgesamt zufrieden mit der heurigen Ernte.  

Bio-Anbau umstritten

Geteilt fällt die Meinung zu Plänen der Landesregierung aus, den Anteil der Biobauernhöfe bis 2020 zu verdoppeln. Höfert hält dies nur für manchen Sorten für zweckdienlich, etwa beim Apfel. Bei Kirschen sehe die Sache aber anders aus: Gegen die Kirschfruchtfliege schütze kein Biomittel, und Beerenobst laufe ohne Schutz Gefahr, in regenreichen Perioden zu verfaulen. Blum hält hingegen auch den reinen Bio-Apfel für unmöglich, schließlich müsse der Apfel im Geschäft auch eine entsprechende Optik aufweisen, um gekauft zu werden. In seinem Anbau werden die zulässigen Höchstwerte für Pflanzenschutzmittel aber ohnehin bei weitem unterschritten – schließlich wird das Obst nur kurz gelagert und findet dann sofort den Weg in den nächsten Laden.

Kein Thema ist der Bio-Anbau für Harald Schobel. Seine Äpfel sind zur weiteren Verarbeitung bestimmt, etwa zum Brennen von Schnapps. Optik ist für ihn deswegen nicht so wichtig, und der Spritzmitteleinsatz hält sich damit ohnehin in Grenzen.

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