Nur jedes zweite Kind wird angeschnallt

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Verkehrssicherheit 2012: Schwerpunkt "Beförderung von Menschen und Gütern" Verkehrssicherheit 2012: Schwerpunkt "Beförderung von Menschen und Gütern" - © Kfv, VOL.AT/Sascha Schmidt
Schwarzach - Schluss mit Flugshow in Fahrgastzellen und Laderäumen: Die Vorarlberger Verkehrssicherheitswoche 2012 steht unter dem Motto "Sichere Beförderung von Menschen und Gütern". Und dass dieses Thema immer wieder diskutiert und behandelt werden muss, beweist schon die Tatsache der mangelnden Gurt-Moral in Vorarlberg.

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Zwar legen 90 Prozent der Personen im vorderen Bereich des Autos einen Sicherheitsgurt an, doch sieht es auf der Rückbank schon um einiges schlechter aus. Hier sind nur noch 65 Prozent der mitfahrenden Personen gewillt sich anzuschnallen. Wirklich tragisch wird es, wenn es um den sicheren Transport von Kindern geht.

Kinder sind nicht angeschnallt

In Vorarlberg wird nur jedes zweite Kind angeschnallt. Dabei sind Kinder die wohl wertvollste Fracht in einem Pkw. Doch der Schutz für die Kleinsten lässt stark zu wünschen übrig. Vor allem auf Kurzstrecken wird leichtsinnig auf die jungen Passagiere vergessen. Das wirkt sich auch auf die Unfallstatistik aus. So wurden in Vorarlberg im Jahr 2011 insgesamt 33 Kinder als Pkw-Passagiere verletzt, ein ungesichertes Kind wurde bei einem Unfall getötet. "Wir alle wissen: Gurt und Kindersitz sind Lebensretter. Mangelnde Anschnallmoral ist daher ein Armutszeugnis für unser Verantwortungsgefühl. Die Verkehrssicherheitswoche 2012 soll erinnern und motivieren: Auch Kurzstrecken sind Gurtstrecken", appelliert Martin Pfanner, KFV-Landesstellenleiter Vorarlberg, an die Autofahrer. 

Gegenstände werden zu tödlichen Geschossen

Im Falle eines Unfalls werden aus Mücken im wahrsten Sinne des Wortes Elefanten. Bereits bei einem Frontalaufprall mit 50 km/h entwickelt sich ein 80 Kilogramm schwerer Mensch innerhalb einer Zehntelsekunde zu einem 2,5 Tonnen schweren Geschoss. Das kann weitreichende Folgen für die Fahrzeuginsassen haben, erklärt Pfanner: "Nicht angeschnallte Personen von der Rücksitzbank prallen bei einer Kollision auf den davor sitzenden Fahrer oder Beifahrer auf und bringen diese, auch wenn sie angeschnallt sind, in Lebensgefahr."

Handy prallt mit sechs Kilo auf

Die Gesetze der Physik gelten natürlich auch für leblose Ladung. Kleinste Gegenstände können zu unkontrollierbaren Geschossen werden und Fahrzeuginsassen gefährden. So erreicht ein Handy mit etwa 200 Gramm Eigengewicht eine Aufprallwucht von sechs Kilogramm bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h. Bei der selben Geschwindigkeit kann bei einer Notbremsung eine Handtasche mit einer Wucht von 90 Kilo oder eine Getränkekiste mit 450 Kilo zu einer lebensgefährlichen Bedrohung für die Fahrzeuginsassen werden. 

Lkw-Ladegut häufiger Unfallverursacher

In einem Laster verhält es sich nicht anders. Schuld an einem Großteil aller Unfälle mit Lkw-Beteiligung ist mangelhafte Ladegutsicherung. Häufige Beladungsfehler sind Freiräume zwischen den einzelnen Ladungsstücken sowie schlechte Stapelung und Fixierung auf der Ladefläche. Genau diesen Mängeln wird am Autobahn-Kontrollplatz in Nüziders auf den Zahn gefühlt. "Wir führen dort fast täglich Kontrollen durch und müssen dabei laufend Übertretungen feststellen. Speziell im Schwerverkehrsbereich werden zahlreiche Verkehrsteilnehmer aus dem Verkehr gezogen, weil sie eben die Ladung nicht ordnungsgemäß sichern und auch Überladungen festgestellt werden müssen", bestätigt Rudolf Salzgeber, Leiter der Verkehrsabteilung der Landespolizeidirektion, das teilweise triste Bild bei der Ladegutsicherung. 

Volles Programm in Sachen Sicherheit

In der Woche vom 8. bis 12. Oktober 2012 steht das Schwerpunktthema "Sichere Beförderung von
Menschen und Gütern" im Mittelpunkt zahlreicher Aktionen in Vorarlberg. Mit Aufprallsimulator und Gurteschlitten, informativen Aktionen, Gameshows und Risiko‐Workshops wird während der ganzen Woche ein umfangreiches und informatives Programm geboten. In Vorarlberger Schulen und Kindergärten stehen über 40 Aktionen zur Verfügung, die von den Verkehrserziehungspartnern des Landes – ARBÖ, AUVA, KFV, Initiative Sichere Gemeinden, LSR, Polizei und ÖAMTC ‐ angeboten werden.

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