Norbert Hofer tritt für FPÖ bei Bundespräsidentenwahl an

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Norbert Hofer tritt für FPÖ bei Bundespräsidentenwahl an
Es war also doch der Hofer: Die FPÖ hat am Donnerstag ihren Dritten Nationalratspräsidenten Norbert Hofer als Kandidat für den Bundespräsidenten präsentiert. Dieser hatte zwar schon vor Wochen abgesagt, Parteichef Heinz-Christian Strache überredete ihn aber letztendlich.

Die Reihen der Bewerber um das Amt schließen sich, und vier von sechs Nationalratsparteien nehmen am Wahlkampf teil. Hofer hatten noch am Mittwoch zu Mittag wenige Beobachter – auch innerhalb der Partei – auf der Rechnung, Ursula Stenzel galt als fix. Dass er die Öffentlichkeit überraschen konnte, genoss Strache dann am Donnerstag sichtlich, die Pressekonferenz nutzte er für einen Rundumschlag auf die Medien. Dass Hofer der blaue Kandidat ist, wurde mit der Enthüllung eines Plakats zelebriert – durchgeführt ausgerechnet von Stenzel.

Strache sprach von einer “eindeutigen und einstimmigen Entscheidung”, die in der Partei “offen und breit diskutiert” worden und “nach langer reiflicher Überlegung” gefallen sei – “und zwar gestern zu Mittag” und im Umlauf. Aber eigentlich sei es schon lange festgestanden: Es habe einstimmige Beschlüsse der Parteigremien gegeben – “nämlich auf Norbert Hofer, wenn er bereit ist, es zu machen; und einen einstimmigen Beschluss für Ursula Stenzel, wenn sie bereit ist, es zu machen, mit einer klaren Reihung, zuerst Hofer zu fragen und dann Stenzel”, sagte Strache. “Norbert Hofer war unser Wunschkandidat als Präsident.” Es sei klar gewesen, “wenn er ja sagt, dann wird es er”.

Hofer glaubt an Stichwahl

Hofer betonte, seine Aussagen in den vergangenen Wochen, wonach er das Amt nicht anstrebe, würden mit seinem jetzigen Antreten nicht konterkariert: “Ich habe das nicht angestrebt”, sagte er. So habe er etwa auf die Frage, ob er nicht doch noch zu überzeugen sei, gesagt, dass das “ganz, ganz schwierig ist”. Die Partei habe es schließlich aber doch geschafft: “Wenn Stenzel, Strache und Kickl versuchen, Sie von etwas zu überzeugen, dann werden sie Erfolg haben.”

Er gehe mit dem Willen zum Sieg in die Wahlkampfauseinandersetzung. “Ich glaube, dass wir die Stichwahl erreichen werden. Von dort aus ist alles möglich”, sagte er. Zugleich räumte er ein, dass es “knapp” werde. Sein derzeitiges Amt als Dritter Nationalratspräsident wird er behalten, dafür werde seine Arbeit für die Partei als stellvertretender Bundesobmann “leiden”, meinte er.

Kein Interesse an Fairnessabkommen

An einem Fairnessabkommen mit den anderen Präsidenten ist der FPÖ-Kandidat nicht interessiert. Und auch vom Vorschlag von Andreas Khol (ÖVP) für einen plakatfreien Wahlkampf halten die Blauen wohl nicht viel, wo sie doch Hofer schon mittels Plakat präsentierten (Slogan: “Flagge zeigen”). Bei Khols übrigen Mitbewerbern – außer Irmgard Griss – stieß dieser Vorstoß auch nicht gerade auf begeistertes Echo.

Die Nationalratsparteien sind heuer bei der Bundespräsidentenwahl engagiert wie selten zuvor. Erst bei zwei der bisher zwölf Wahlen haben vier Parteien Kandidaten nominiert. Nachdem die NEOS sich gegen eine Nominierung entschieden haben, könnte allenfalls das Team Stronach noch für einen Rekord sorgen.

Und nicht nur von der Zahl der Bewerber, auch vom Alter her haben die Österreicher bei der Bundespräsidentenwahl heuer ein breit gefächertes Angebot: FPÖ-Kandidat Norbert Hofer ist um fast 30 Jahre jünger als ÖVP-Kandidat Andreas Khol – und mit jetzt 44 und bei der Wahl 45 Jahren der dritt-jüngste der nun insgesamt 43 Hofburg-Bewerber.

Kandidaten fŸr die BundesprŠsidentenwahl - Foto, KurzportrŠt GRAFIK 0026-16, 88 x 140 mm
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