Das Durchführen von Rafting-
Touren auf der Bregenzerach ist in Vorarlberg lediglich drei Unternehmen per Konzession vom Land Vorarlberg erlaubt. Nämlich High5 (Lingenau), Aktivzentrum (Oberstaufen) und Canyoningteam Vorarlberg (Bregenz). Nur High5 sagte seine Tour für 38 Personen am Samstag ab, und verzichtete so nach eigenen Angaben auf einige Tausend Euro Umsatz. Die beiden anderen Unternehmer führten ihre Touren durch und wurden nach dem Unglück von High5-
Chef Chris Alge scharf kritisiert: „Unsere Guides beurteilten die hohe Fließgeschwindigkeit der Ache als kritisch. Zudem wurden treibende Baumstämme gesichtet, und wir haben deshalb die Tour abgesagt.“ Laut dem Schifffahrtsgesetz ist es verboten, bei Treibholz führender Ache Rafting durchzuführen. Von Treibholz wollen die anderen beiden Unternehmer nichts gewusst bzw. dieses nicht gesehen haben: „Zu dem Zeitpunkt, als ich auf den Bach ging, war kein Treibholz zu sehen“, erklärt Lutz Schmelzinger vom Canyoning-
Team auf VN-
Anfrage. Man habe auch mit der VKW Rücksprache gehalten, die Live-
Kameras mit Blick auf die Ache betreuen. Auch dort wurde laut Schmelzinger kein Treibholz gesehen. Eine ähnliche Meinung vertritt auch Jürgen Koch, dessen Team ebenfalls auf der Ache unterwegs war: „Nach Aussage meiner Guides gab es kein Treibholz. Und nach Absprache mit anderen Guides vor Ort auch keine Veranlassung, die Tour abzusagen.“ Die Polizei hält sich bedeckt: „Ob Treibholz in der Bregenzerache gesichtet wurde, ist derzeit Gegenstand der Erhebungen.“ Dieses Detail dürfte zu einem wichtigen Indiz bei der Verschuldensfrage werden: „Derzeit gibt es über das Treibholz unterschiedliche Wahrnehmungen“, so die Polizeibeamten. Neben der Diskussion über das Treibholz sind die beiden Rafting-
Unternehmer überzeugt, richtig gehandelt zu haben. „Wir sind das älteste Unternehmen, das die Ache befährt, und bis Samstag hatten wir noch nie einen derartigen Fall“, erklärt Koch. „Die Entscheidung, zu fahren, war in meinen Augen richtig“, so Schmelzinger.