04. März 2010 16:50;  Akt: 04.03.2010 16:56

Toyota: Probleme auch noch nach Reparatur

Toyota: Probleme auch noch nach Reparatur Pannenserie bei Toyota reißt nicht ab - ©AP
Dem japanischen Autohersteller Toyota droht auch nach der Reparatur von Autos wegen plötzlicher und ungewollter Beschleunigung weiterer Ärger in den USA.  5 Kommentare
Die US- Behörde für Verkehrssicherheit (NHTSA) geht nach eigenen Angaben vom Mittwoch (Ortszeit) Hinweisen von Toyota- Fahrern nach, wonach das Problem auch nach einer Reparatur infolge eines Rückrufs auftrat. Die NHTSA habe sich bereits mit Toyota- Kunden in Verbindung gesetzt, um "dem Problem auf den Grund zu gehen und sicherzustellen, dass Toyota alles Mögliche für die Sicherheit seiner Fahrzeuge tut", erklärte Behördenchef David Strickland.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums ist das Problem der plötzlichen Beschleunigung auch nach einer Reparatur in bisher zehn Fällen festgestellt worden. Weitere Hinweise würden geprüft. Toyota beorderte in den vergangenen Monaten weltweit wegen verschiedener Probleme mehr als acht Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurück, darunter sechs Millionen in den USA.

Wie die "Detroit Free Press" zu Wochenbeginn berichtete, bringen die US- Behörden die technischen Probleme bei Toyota- Fahrzeugen inzwischen mit 58 Todesfällen in Verbindung. Demnach stieg die Zahl der eingegangenen Beschwerden über plötzliche und ungewollte Beschleunigung von Toyotas auf 3.300. Bisher war die US- Verkehrssicherheitsbehörde von knapp 40 Toten durch Unfälle ausgegangen, die durch die technischen Mängel von Toyotas verursacht sein könnten.

 
 
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Langsam kommt es mir auch so vor,
als wollten die Amis mit breit gestreuten Falschmeldungen ihrer eigenen, am Boden liegenden Autoindustrie einen Vorteil verschaffen.

Hat ja mit "Bin Laden" und 9-11 auch geklappt!
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Detroit Free Press
Detroit liegt zwischen dem Lake St. Clair und dem Eriesee und ist mit knapp 900.000 Einwohnern die elftgrößte Stadt der USA. Sie bildet als Metropolregion das Zentrum der US-amerikanischen Automobilindustrie.

Detroit ist Sitz der General Motors, die zusammen mit den anderen beiden Unternehmen der Big Three – der Ford Motor Company aus dem benachbarten Ort Dearborn und Chrysler mit Sitz im nahegelegenen Auburn Hills – die Metropolregion Detroit zu einem Symbol der amerikanischen Automobilindustrie macht. Auch der deutsche Volkswagen-Konzern ist im nördlichen Vorort Auburn Hills vertreten.

Von den drei großen in der Region ansässigen Automobilkonzerne haben General Motors und Chrysler in Anhörungen vor dem US-Kongress im November 2008 um staatliche Hilfe bei der Bewältigung der Finanz- und Absatzkrise gebeten.
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AP=vol.at und immer weiter "kopiemanie" Detroit Free Press
Warum Toyota den Rückruf dem Rufmord vorzieht

(24)
Von Björn Engel 9. Februar 2010, 15:08 Uhr

Die derzeitige Rückrufaktion bei Toyota hat zwei Gründe. Der wichtigere ist nicht technischer, sondern politischer und psychologischer Natur. Das zeigt ein 25 Jahre altes Beispiel: Damals brach der US-Absatz von Audi wegen eines vermeintlichen Mangels um 85 Prozent ein. Und die Folgen sind fatal bis heute.


Unbeabsichtigte Beschleunigung, "unintended acceleration". Zwei Worte nur, und doch haben sie in der Autobranche einen Ruf wie Donnerhall. 600 gemeldete Unfälle, sechs sollen tödlich verlaufen sein, ein Kläger aus Ohio verlangt sieben Millionen Dollar Entschädigung. Die Rede ist nicht von den aktuellen Vorgängen um Toyota, auch wenn es ganz danach klingt. Die Rede ist von Audi.

Wir schreiben das Jahr 1986. Drei Jahre zuvor hatte der US-amerikanische Ableger des deutschen Herstellers bereits 90 000 Fahrzeuge in seine Werkstätten zurückbeordert. Der Audi 5000 - mit dem Audi 100 baugleich - hatte immer wieder auf mysteriöse Art und Weise beschleunigt, angeblich ohne Zutun seiner amerikanischen Fahrer. Ein Mysterium, das die deutschen Techniker an den Rand des Wahnsinns treiben sollte.


Da eine technische Ursache nicht gefunden werden konnte, wurden zwei mögliche Gründe für die unbeabsichtigte Beschleunigung angenommen: der lose liegende Bodenteppich, der sich zwischen Gaspedal und Tunnel verklemmen konnte. Und die versehentliche gleichzeitige Berührung von Brems- und Gaspedal. Für die Amerikaner, die an üppige Straßenkreuzer gewöhnt waren, standen die Pedale möglicherweise zu eng zusammen. Also wurden 1983 die Gaspedale versetzt und die Teppiche befestigt. Dennoch wollten die seltsamen Vorfälle nicht enden. Dafür endete 1986 nach einem Fernsehbeitrag bei "60 Minutes" auf CBS fürs Erste der amerikanische Traum von Audi in einer Klagewelle.

Damals wie heute hatte es in Europa mit den entsprechenden Fahrzeugen überhaupt keine oder so gut wie keine Probleme gegeben. Aber die Konzerne haben gelernt: lieber Rückruf als Rufmord. Wenn Toyota jetzt weltweit rund acht Millionen Fahrzeuge zum Austausch oder zur Überarbeitung klemmender Gaspedale oder defekter ABS-Systeme zurückruft, so könnte damit der Imageschaden geringer gehalten werden als in langwierigen Prozessen, in denen die Produkthaftung nach amerikanischem Recht geklärt wird.

Obwohl Audi in den 80er-Jahren kein Konstruktionsfehler nachgewiesen werden konnte, wurden nach dem Beitrag auf CBS sogar Parkhäuser für das Modell 5000 geschlossen. Selbst der verzweifelte Akt, in dem die Ingolstädter 1988 ein neues Armaturenbrett und veränderte Türgriffe einbauten und dem Audi damals die europäischen Bezeichnungen "100" und "200" gaben, sollte nichts mehr helfen.


Das sorgsam aufgebaute Image, mit dessen Hilfe noch 1985 rund 74.000 Audi in den USA verkauft worden waren, brach komplett zusammen. Anfang der 90er-Jahre lag der Tiefpunkt bei 12.000 verkauften Fahrzeugen. Mittlerweile sind es wieder 90.000, aber die Konkurrenten Mercedes und BMW scheinen uneinholbar enteilt, sie verkaufen in den USA jeweils mehr als 200.000 Autos im Jahr.

Wer in den USA erst einmal in die Fänge der auf Produkthaftung spezialisierten Anwaltskanzleien gerät, der erholt sich davon auf Jahre und manchmal auch Jahrzehnte nicht. Das wissen auch die Verantwortlichen bei Toyota. Lieber einen Produktionsfehler zugeben, als auf Jahre in juristische Millionenklagen verwickelt zu sein und von der Presse ins Kreuzfeuer genommen zu werden. "In den USA geht es um völlig andere Summen als etwa bei uns", sagt Klaus Heimgärtner, Jurist des ADAC. "Während in Deutschland zwar ebenfalls ein Schmerzensgeld erklagt werden kann, liegt dieses nicht im Entferntesten auf dem Niveau, das in Fragen der Produkthaftung vor amerikanischen Gerichten festgesetzt werden kann." Dies erzeuge Begehrlichkeiten und motiviere auch Trittbrettfahrer.

Und selbst wenn alle Vorwürfe widerlegt werden sollten oder ihre Geringfügigkeit bewiesen wurde, nützt das nichts. So hatte etwa die amerikanische Verkehrsbehörde NHTSA in den 80er-Jahren bei Unfällen mit dem Audi 5000 die geringste Todesrate im Vergleich zu anderen errechnet. Doch einmal auf Talfahrt, ließ sich Audi nicht mehr stoppen.

Stattdessen wurde eine unrühmliche Tradition fortgesetzt, die zwei Jahrzehnte zuvor mit dem VW Käfer begonnen hatte. Mit so einem Auto war 1961 David Wilcox verunglückt und seither querschnittsgelähmt. 1968 verurteilte der Superior Court von Los Angeles "Volkswagen Pacific" zu umgerechnet vier Millionen Mark Schadenersatz.

Für die Unternehmungen von VW glich dies auf Jahre hinaus einem Bann vom US-amerikanischen Markt. Ein entsetzlicher Rückschlag bei den Globalisierungsbestrebungen des deutschen Unternehmens. Schließlich galt der VW Käfer als beliebtestes Importauto in den USA. Wurden 1961 in Nordamerika 203.863 Käfer zugelassen, waren es 1967 mit 449.354 schon mehr als doppelt so viele. Nach dem Urteil von L.A. ein Jahr später rutschte VW samt seinem Wirtschaftswunderauto in den USA auf lange Zeit in die Bedeutungslosigkeit.


Einen wichtigen Unterschied zum Audi-Dilemma gab es allerdings: Der Hinterachse des Käfers wurden in einem Gutachten tatsächlich Konstruktionsmängel bescheinigt, die das Auto in Kurven zeitweilig unbeherrschbar machen konnten.

Und an so etwas wollten die Amerikaner nun wahrlich nicht mehr erinnert werden. Hatte doch der Verbraucherschützer Ralph Nader erst 1965 sein provozierendes Werk "Unsafe at Any Speed" herausgebracht. Darin wurde unter anderem auf die Konstruktionsmängel der Hinterachse am Chevrolet Corvair hingewiesen. Eine Analyse, die sich die Opfer und Hinterbliebenen der 150 Corvair-Unfälle zu eigen machten und damit die Gerichte auf ihre Seite zu bringen wussten. Der Absatz der Corvair-Modelle ging daraufhin von 317.000 im Jahr 1961 auf 24.000 im Jahr 1967 zurück.

Auch Toyota könnte nun Ähnliches bevorstehen, unabhängig davon, wie gefährlich die verbauten Pedale tatsächlich sind. In Europa werden rund 1,8 Millionen Fahrzeuge - darunter Yaris, Corolla und RAV4 - zurückgerufen, obwohl der ADAC die entsprechenden Halter beruhigt: "Toyota-Fahrer müssen im Hinblick auf einen bevorstehenden Rückruf wegen eines möglicherweise klemmenden Gaspedals nicht in Panik ausbrechen", heißt es.


"Dem Automobilclub liegen bisher keine Reklamationen oder Schadenfälle von seinen Mitgliedern vor." Sollte das Gaspedal während der Fahrt stecken bleiben, rät der ADAC, das Auto beherzt bis zum Stillstand abzubremsen. Die Befürchtung, die Bremskraft des Wagens könne dafür nicht ausreichen, sei unbegründet.
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gut zusammengefaßt
Guter Bericht.
Man sollte sich, angesichts der horrenden Schadenersatzklagen, dreimal überlegen überhaupt in die USA zu liefern.
Die Gefahr ist allerdings, daß wir sowieso genauso verblöden wie die Amis.
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Pannenserie bei Toyota reißt nicht ab - ©AP
©AP Associated Press (AP) ist eine Nachrichtenagentur mit Hauptsitz in New York City,
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