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Die Frage bleibt: Wann jubeln Pierre Boya (l.) und Sascha Boller wieder gemeinsam? Die Frage bleibt: Wann jubeln Pierre Boya (l.) und Sascha Boller wieder gemeinsam? - © VOL.AT/Philipp Steurer
Aber Vorsicht: Austria-Lustenau-Trainer Kolvidsson warnt vor dem Spiel in Horn vor Überheblichkeit.

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Während die Austria – zumindest nach außen – mit der Affäre „Boya“ recht locker umgeht, bleibt Sascha Boller weiter ein Sorgenkind. Kaum hat sich der 28-jährige Offensivspieler wieder in den Kader gespielt, wird der Deutsche abermals von einer Verkühlung heimgesucht. Beim gestrigen Abendtraining nach der langen Anfahrt ins Waldviertel war der Vorlagenkönig der Vorsaison zwar mit von der Partie, doch nach der Einheit war Boller doch etwas angeschlagen. „Ich mache mir jetzt keinen Kopf“, wollte er sich gar nicht mit einem weiteren Ausfall auseinandersetzen. „Ich habe mich zwar nicht wohlgefühlt, aber ich habe kein Fieber.“ Klar ist, dass Boller darauf brennt, wieder von Beginn an zu spielen. Eine diesbezügliche Entscheidung wird es aber erst heute nach dem Vormittags-training fallen. „Der Trainer entscheidet“, gibt sich Boller kryptisch. Auf einen Einsatz der im Frühling so genial aufspielenden „Bo-Bo“-Boys aber müssen die Austria-Fans noch warten. Weil nämlich alle vier Legionäre die Fahrt nach Horn mitgemacht haben, bleibt einem aus dem Quartett nur der Tribünenplatz.

Ein Gespräch in Ruhe

Erst nach dem Abendessen wollte sich Trainer Helgi Kolvidsson mit seinem Stürmer Pierre Boya aussprechen. Der Isländer bleibt dabei, dass er erst nach dem Gespräch mit Boya über weitere Schritte sprechen werde. „Ich möchte seine Denkweise verstehen. Er soll mir sagen, warum er mit seiner Kritik in die Öffentlichkeit gegangen ist.“ Der 40-Jährige hat jedenfalls angedeutet, dass er sich Zeit nehmen möchte für die Aussprache. „Höchstens es wird nur ein Monolog meinerseits, dann ist das Gespräch gleich beendet.“ Was die Zukunft von Boya betrifft, so soll aber noch diese Woche eine Entscheidung im Klub fallen. Kolvidsson geht davon aus, dass dies bis Donnerstag der Fall sein wird.

Mit seinen elf Treffern und sechs Torvorlagen war der 28-jährige Boya im Frühling maßgeblich am Höhenflug der Austria beteiligt und in Boller – drei Tore und 19 Vorlagen – hatte er einen kongenialen Partner. Das aber zählt heute nichts, denn in Horn sind auch andere Werte gefragt, um das Waldviertel als Tabellenführer wieder zu verlassen.

Leidenschaft ist gefragt

Coach Kolvidsson warnt nämlich davor, die Partie auf die leichte Schulter zu nehmen. Auch wenn Horn mit Michael Wojtanowicz (Rotsperre) sowie den gelb-rot-gesperrten Marco Salvatore (26) und Sasa Pantic (20) gleich drei Spieler vorgeben muss. „Das ist eine ganz unangenehme Mannschaft“, lautet die Analyse des Austria-Trainers. „Vorne stark und eine tolle Moral. Die Mannschaft gibt sich nie auf. Das haben die Spiele in Kapfenberg und gegen Altach gezeigt.“ Für Kolvidsson aber lebt das Spiel des Liga-Neulings auch von der Stimmung und der Moral.

Umso wichtiger sei es, sich in der Defensive keine Blöße zu geben. „Mir müssen einfach auf alles gefasst sein, müssen Leidenschaft zeigen.“ Laut Kolvidsson reicht es nicht, nur spielerisch aufzuzeigen. Vielmehr gelte es, in den Zweikämpfen dagegen zu halten.

Weiter in Verhandlungen

Ein Ex-Lustenauer und Leistungsträger aus der Vorsaison, Benedikt Zech, ist weiter auf Vereinssuche. Die Muskelverletzung, erlitten beim Probetraining in Rostock, ist inzwischen abgeklungen. Bis zum 31. August hat der 21-jährige Außenbahnspieler noch Zeit, einen Verein zu finden. Immer wieder tauchen dabei im Zusammenhang mit Zech Klubnamen aus Deutschland auf. Zuletzt wurde sogar der FC Augsburg genannt. Angeblich soll es Verhandlungen mit dem deutschen Bundesligaklub aus Bayern geben.

Ein "Löwe" soll Altach helfen

Mit Stürmer Louis Clement Ngwat-Mahop will der Klub wieder neu durchstarten. Er kommt aus dem Land eines Roger Milla, Samuel Eto’o oder Pierre Boya. Für den Kameruner Louis Clement Ngwat-Mahop aber ist Österreich keine Unbekannte. Selbst Altach ist dem 24-jährigen Stürmer keine Unbekannte. Spielte er doch schon im Dress von Österreichs Fußballmeister RB Salzburg in der Cashpoint-Arena. Nun ist der Angreifer aus dem Land der „unbezwingbaren Löwen“ (Spitzname der Nationalelf) selbst ein Teil des Klubs aus dem Rheindorf. „Mein Eindruck von der Mannschaft ist gut. Ich will jetzt so schnell wie möglich Spielpraxis sammeln.“ Noch sind die Ziele des einst so Hochgelobten – Bayerns Hermann Gerland sagte einst über Ngwat-Mahop: „Louis ist ein Rohdiamant eine absolute Granate“ – nicht allzu hoch gesteckt, der Spieler hat seine Lektion gelernt.

Eine schwere Sprunggelenksverletzung hat ihn bei seinem zweiten Versuch, in Deutschland Fuß zu fassen, zurückgeworfen. „Es war eine richtig schwere Verletzung und bitter für ihn“, erinnert sich SCRA-Coach Rainer Scharinger, war er damals doch sein Schützling bei Karlsruhe. Nun arbeiten beide wieder zusammen, im Dienste von Altach. Und Ngwat-Mahops Augen glänzen, wenn er von Scharinger als „guten Menschen“ spricht. „Er hat mir schon viel geholfen.“ Der Trainer bewundert an seinem neuen Spieler vor allem dessen Optimismus. „Wie er Dinge wegzustecken vermag, ist imponierend.“ Diese Eigenschaft wird der Angreifer in Altach nicht zuletzt aufgrund der brutalen Verletzungsmisere dringend benötigen.

Ex-Präsident als Unterstützer

Ermöglicht wurde das Engagement des Afrikaners durch Ex-Präsident Johannes Engl, der mit seiner Firma ENJO schon seit vielen Jahren zu den Premium-Partnern des Klubs zählt. „Wir wollten gerade zum jetzigen Zeitpunkt zum Verein stehen und ein Zeichen setzen“, sagte ENJO-Vertreter Rudi Gussnig, der selbst über Jahre hinweg für den Klub gespielt hat. Ein weiteres Bekenntnis der Firma ist das Bekenntnis zum Standort Altach, wo die Firmenzentrale ausgebaut wird.

Verpasst hat Ngwat-Mahop in der Vorwoche ein erstes Zusammentreffen mit Landsmann Pierre Boya. „Ich kenne ihn aus Kamerun“, erzählt der Spieler, der mit 19 Jahren den Sprung nach Europa gewagt hat. Dass er nun bei Cashpoint SCR Altach einen Einjahresvertrag mit Option unterschrieben hat, zeigt, dass er gewillt ist, kleinere Brötchen zu backen. Doch Ngwat-Mahop will den Erfolg und weiß, dass von ihm Tore erwartet werden. Druck verspürt er deswegen aber keinen. „Ich will vor allem Spaß haben, das andere kommt dann eh von alleine.“

Canadi warnt vor Hartberg

FC Lustenau trifft auf den Tabellennachbarn Hartberg – Der Trainer hat Respekt vor den Steirern. Drei Spiele, vier Punkte. Positive Bilanz des FC Lustenau bis dato. Und heute trifft man im Reichshofstadion auf den TSV Hartberg, der die gleiche Bilanz vorzuweisen hat. Nicht nur deshalb warnt FCL-Coach Damir Canadi seine Truppe. Denn die Steirer treten in der bisherigen Saison ganz stark auf. „Laut meinen Informationen spielen die Hartberger bis jetzt einen grundsoliden Fußball. Anscheinend scheint die Arbeit ihres neuen Trainers Früchte zu tragen. Sie agieren stark über die Flügel und haben mit Edmir Adilovic einen Mann, der die Standards perfekt beherrscht. Da heißt es aufpassen“, so Canadi.

Nächste gute Partie abliefern

Trotzdem braucht sich der FC nicht zu verstecken. Die letzten Auftritte waren von Erfolg gekrönt. Demnach lautet die Devise: Anschließen an die zuletzt gezeigte Leistung beim 1:0-Sieg in Linz. Zwar muss man im Lager der Blau-Weißen noch um die Einsätze von Cem Tosun (Knöchelprobleme) und Christian Haselberger (Muskelprobleme) bangen, dennoch können Mario Bolter und Co. mit Selbstvertrauen in die Partie gehen. Erst zwei Gegentore kassierte Goalie Andreas Lukse. „Weiter konzentriert agieren und die Aufgaben erledigen, dann ist auch ein Sieg möglich“, so der Trainer Canadi.

 

(VN/Chrstian Adam/Markus Krautberger)

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