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Neues Bremssystem soll Bahnlärm eindämmen

Nachrüstung des bestehenden Fuhrparks erwies sich bisher aus Kostengründen als nicht durchführbar. Nachrüstung des bestehenden Fuhrparks erwies sich bisher aus Kostengründen als nicht durchführbar. - © dapd (Archiv)
von Simon Vonbank (VOL.AT) - Schwarzach – Eine neue Studie soll klären, wie viel Güterverkehr in Zukunft durch Vorarlberg rollt und wie sich die Elektrifizierung auf deutscher Seite auswirkt. Gleichzeitig hat die Schweiz angeordnet, dass ab 2020 sämtliche Güterwaggons, die in die Schweiz wollen, mit einem neuen und leiseren Bremssystem ausgerüstet werden müssen. Eine Lösung in Sachen Lärmbelastung?

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Die Schweiz hat vor Kurzem beschlossen, dass ab dem Jahr 2020 jeder Güterzug, der in die Schweiz fahren möchte, auf ein modernes und leiseres Bremssystem umstellen muss. Rund zwei Drittel aller Güterzüge in der Schweiz sind ausländische Züge und davon – so Schätzungen – haben 95 Prozent noch das alte Bremssystem mit den Graugussbremssohlen. Von den insgesamt rund 19.500 Güterwagen der RCA (Rail Cargo Austria, ein Gütertransportunternehmen im Schienenverkehr der ÖBB) haben etwa 4.000 das neue Bremssystem. „Einen detaillierten Plan zur Umstellung der restlichen 15.500 Güterwagen bis 2020 gibt es derzeit noch nicht“, erklärt Sonja Horner, Pressesprecherin der ÖBB-Holding AG.

Die Nachrüstung des bestehenden Fuhrparks erwies sich bisher aus Kostengründen als nicht durchführbar. „Es handelt sich nicht um ein nationales, sondern um ein europäisches Thema. Güterzüge machen nicht an den Staatsgrenzen Halt, sondern rollen quer durch Europa. Eine sinnvolle Lärmreduktion kann nur dann erfolgen, wenn alle Bahnen und privaten Waggoneigentümer kooperieren und es europaweit einheitliche Regeln gibt“, so Horner gegenüber VOL.AT.

Beinahe die Hälfte aller in Europa verkehrenden Güterwaggons (insgesamt 180.000 Güterwagen in Europa; Anm. d. Red.) befinden sich jedoch im Eigentum von privaten Unternehmen. Der Anteil der RCA-Wagen am österreichischen Netz beträgt sogar nur ein Drittel. In der Schweiz und in Deutschland wird die Umrüstung mit öffentlichen Mitteln unterstützt. Ziel des Beschlusses der Schweiz ist, den Grenzwert für Lärm zu senken und die alten Waggons, die teilweise bis zu 40 Jahre alt sind, mit modernen Kunststoffbremsen – den sogenannten K-Sohlen („K“ = Komposit) – zu erneuern.

Neue Studie soll Klarheit bringen

„Grunsätzlich ist jeder Schienenverkehr positiv, weil weniger Autos und Lkws auf unseren Straßen fahren“, sagt Gernot Kiermayer von der Stadt Bregenz. Durch die Elektrifizierung der Strecke Lindau bis München soll auch mehr Güterverkehr durch Vorarlberg fahren. Eine rund zehn Jahre alte Studie der ÖBB, die zum damaligen Zeitpunkt im Zuge der Diskussion über den Pfändereisenbahntunnel initiiert wurde, prognostiziert bis 2020 bis zu 25 Güterzüge pro Tag auf der Strecke von Lindau über Lochau, Bregenz, Lauterach nach Wolfurt bzw. weiter in die Schweiz über Lustenau nach St. Margrethen. Die Elektrifizierung der Bahnstrecke wurde damals schon berücksichtigt. „Die Rahmenbedingungen haben sich mittlerweile geändert, weshalb wir eine neue Studie in Auftrag gegeben haben“, so Christian Rankl von der Verkehrspolitik im Land Vorarlberg. Das Ergebnis soll in der zweiten Jahreshälfte vorliegen.

„Strecke bei weitem nicht ausgelastet“

Wie Christian Rankl erklärt, ist die Strecke zwischen Lindau und Bregenz „bei weitem noch nicht ausgeschöpft“. Damit widerspricht er der Aussage des Bregenzer Bürgermeisters Markus Linhart, der von einigen Tagen gegenüber VOL.AT erklärte, dass die Kapazitäten in Bregenz schon beinahe am Limit seien.

(SVO)

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