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Ideenreicher Mix

Neben der laufenden Ausstellung „Walgau Sammeln“ wurde vergangene Woche in der Artenne „Typisch Walgau“ eröffnet.
Neben der laufenden Ausstellung „Walgau Sammeln“ wurde vergangene Woche in der Artenne „Typisch Walgau“ eröffnet. ©Elke Kager Meyer
Unter dem Titel „Typisch Walgau“ lädt die Nenzinger Artenne zur aktuellen Ausstellung

Was ist typisch für den Walgau? Diese Frage klärt die „Artenne“ in ihrer aktuellen Ausstellung nicht selbst – vielmehr wurden „Zugewanderte“ aus Nah und Fern eingeladen, ihre Objekte und dadurch auch ihre Geschichte beizusteuern. Entstanden ist ein ideenreicher Mix aus historischen Objekten, persönlichen Gegenständen bis hin zu kreativen und witzigen Statements zu dem, was denn typisch Walgau sei. So rechnet beispielsweise Sabine Wöllgens, Schauspielerin und Theaterregisseurin aus Deutschland, mit einem Stapel von Werbematerial vor, wie viele Laufmeter Bücher das wären, die sie nicht zu lesen braucht. Oder Ljubisa Markovic, die Eltern stammen aus Serbien, verbindet Heimat mit dem Riebel, den ihm sein Ziehvater in Nenzing jeden Morgen zubereitet hat. Eine schöne Verknüpfung von alter und neuer Heimat schafft Saskia Vallazza mit ihrer „Popa“. Sie zeigt eine kleine, feingliedrige und von Hand geschnitzte Holzpuppe aus dem Grödnertal, wo sie aufgewachsen ist. Dort wie hier wird der Begriff „Popa“ für Puppe und kleines Kind verwendet.

Industrie

Geprägt wird der Walgau aber auch durch die hier angesiedelten Industriebetriebe, wie etwa Liebherr. Ob von der Autobahn oder von Berggipfeln betrachtet, kann man weithin die riesigen Kranausleger der Schiffskräne sehen. Im historischen Rückblick sind ehemalige Textilbetriebe im Walgau von großer Bedeutung. Ein Beispiel wird in der Ausstellung mit einer kleinen Installation von Heidi Comploj aus Nüziders aufgezeigt, die von Schruns zugezogen ist. Sie erinnert mit einem Farbmusterbuch, einem originalen Wollstoff und Fotos an die 2001 stillgelegte Fabrik „Christian Lorünser´s Erben“ in Nüziders, wo sie sich 2003 ihr Atelier in einem LOFT eingerichtet hat. Weitere Themen in der Ausstellung sind: Schindeln von Franziska Stiegholzer, Künstlerin aus Wien stammend; der RFI Pass, den Kristin Markovic aus Deutschland, heute in Beschling beheimatet, vermisst; die Bergwelt vertreten mit einer Rundschau von der Schesaplana aus dem 19. Jahrhundert des Alpenvereins, beigesteuert von Josef Schmidt und von Hildegard Schlatter der Bezug zum alten Bauernhaus sowie die Landwirtschaftsgeschichte von Nenzing, geschildert im gleichnamigen Buch von Altbürgermeister Otto Marte. Den Bogen durch die Ausstellung spannte bei der Eröffnung Vernissagerednerin Birgit Werle. Bis Ende Oktober ist übrigens auch die Ausstellung „Walgau Sammeln“ jeweils donnerstags, von 17 bis 19 Uhr sowie sonntags, von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Als nächster Programmpunkt im Rahmen der Artenne steht am Donnerstag, 11. September, um 19.30 Uhr der Film „Waste Land“ auf dem Programm. Der Film von Lucy Walker portraitiert ein Kunstprojekt auf einer Müllkippe bei Rio de Janeiro in Brasilien. Eine berührende Geschichte über Armut.

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