16. Oktober 2011 20:03; Akt.: 16.10.2011 20:03

„Silberfäden“ mit Gold-Produktion

„A Viertele“ vom 93-jährigen Dorfwirt Josef Morik. „A Viertele“ vom 93-jährigen Dorfwirt Josef Morik. - © Elke Kager Meyer
Elke Kager- MeyerGemeindereporter

Wenn im Theater das Thema „Tod“ aufgegriffen wird, dann meist nur am Rande. Das Publikum will unterhalten werden, am besten mit viel Humor. Wenn im Seniorentheater der Tod thematisiert wird, erfordert es noch mehr Sensibilität von Regisseur und Darstellern – vor allem, wenn auch unter den Zuschauern großteils ältere Menschen zu finden sind. Der Seniorentheatergruppe „Silberfäden“ ist dies unter der Regie von Wolfgang Purtscher in ihrem neuen Stück „Was am Ende übrig bleibt“ absolut gelungen. Das Geheimnis des Erfolgs liegt dabei darin, dass die Geschichten, die erzählt werden authentisch sind. „Wir haben das Stück in der Gruppe erarbeitet, ich habe es nur als Theaterstück zusammengefasst“, zeigt sich der Regisseur „fasziniert, wie offen die Menschen mit dem letzten Lebensabschnitt umgehen“.
Dass die Seniorentheatergruppe „Silberfäden“ auch heuer wieder zwei Mal vor ausverkauftem Ramschwagsaal spielte, liegt auch darin, dass die Laien-Darsteller im Ort bekannt sind. So erzählt etwa Josef Morik die Anfänge seines Campingplatzes. „Damals wurde ich als Spinner eingestuft, weil ich einen Campingplatz abseits der Haupt-Durchzugsstraßen errichtet habe. Heute ist dieser vielfach prämiert als einer der schönsten europaweit.“ Seit Temperament zeigt der betagte Herr bei einem Twist – und das im stolzen Alter von 93 Jahren. Vielfaches Nicken im Publikum war auch zu beobachten, als etwa Gerhard Marte erzählt, wie seine Generation „niemals einen Kinderwagen durchs Dorf geschoben hätte“. Heute, mit seinem Enkel, zeige er sich gerne als der stolze Großvater. „Was am Ende übrig bleibt …“ ist ein durch und durch gelungenes Stück. Die Begeisterung am Theater schwappte binnen weniger Minuten nach Beginn der Aufführung auf das Publikum über und endete in tosendem Applaus und Standing Ovations zum Schluss. Ein besonderes Lob gilt den Darstellern – obwohl, oder vielleicht gerade weil viele von ihnen kaum oder gar keine Bühnenerfahrung haben, wirkte die Produktion natürlich, humorvoll und absolut unterhaltsam. Lob aber auch für Regisseur Wolfgang Purtscher, der sich immer wieder den ganz speziellen Herausforderungen des Seniorentheaters stellt. Vom Publikum mehrfach gewünscht wurde eine weitere Vorstellung, um noch mehr Theaterbesuchern diesen Genuss zu ermöglichen.


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