Narrenblätter in die Seiten geschaut

Von Gemeindereporter Harald Pfarrmaier
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Titelseiten der beiden Narrenblätter.
Titelseiten der beiden Narrenblätter. - © Harald Pfarrmaier
Bregenz. (hapf) Neben dem traditionsreichen Ore-Ore-Fasnachtsblatt „Schnorrapfohl“ wurde heuer erstmals mit dem „Aufzeigerle“ ein weiteres Narrenblatt aufgelegt.

 Der Mittwoch-Stammtisch im Gasthaus „Zeigerle“ nahm damit einige Vorkommnisse in der Stadt lustvoll auf die Schippe.

Es war der 60. Schnorrapfohl, der am vergangenen Gumpiga Donnerschtag an die Bregenzer Haushalte ausgeliefert wurde. Allerdings hatte er schon Vorgänger. Eine Faschingszeitung in Bregenz gab es erstmals 1870 und damit ist das Bregenzer Narrenblatt wohl eines der ältesten im Land. Hauptthema ist heuer die gescheiterte Seestadt. Der schlichte Parkplatz soll mit vielen Milchpilzen verschönert werden. Er soll Schrebergärten, Dauer-Wochenmärkte zwecks Einkaufserlebnis und einen schattigen Gastgarten bekommen. Es werden Missgeschicke von Altprinzen, Prinzessinnen und sonstigem Volk aufgezeigt und herrliche Geschichten über Passiertes preis gegeben. Mit viel Herzblut und einer Portion Unverschämtheit nahm die geheime Geheimredaktion sich wieder alles mögliche vor, stellte bloß und an den Pranger.

Geheimer als geheim

Trotz aller investigativer Finessen war es der VN-Heimat-Bregenz auch dieses Jahr nicht vergönnt, Ore-Ore-Obmann Mandy Strasser zur Herausgabe der Namen der Schnorrapfohl-Redaktöre zu bewegen. Er verstieg sich lediglich zu der Bemerkung: „Wenn du einen Kopf für d’Fasnacht hast, dann tust du dir auch mit dem Schnorrapfohl leichter.“ Der Schnorrapfohl kann unter www.oreore.at heruntergeladen werden.

„Zeigerle“ wurde Bischofsitz

Gänzlich neu im Bregenzer Blätterwald ist das „Aufzeigerle“. Das will sich aber keineswegs als Konkurrenz zum Schnorrapfohl verstanden wissen. Ist es doch nur an eine kleine Schar gerichtet, die sich „Mittwoch-Stammtisch“ nennt und ihrem Treiben im Gasthaus „Zeigerle“ nachgeht. Diese Stammtisch-Fasnachtspostille informiert über den neuen Bischofsitz, der im „Zeigerle“ eingerichtet wurde. Hintergrund ist die Ernennung von Wirt Kurt Obwegeser zum Episcopus honoris (Bischof ehrenhalber), für seine Verdienste um die Rehabilitierung von Tebartz-van Elst. Es ist zu erfahren, welche Pläne Landesrat Erich Sch. nach seiner Polit-Karriere hat und welchen Vergnügungen der Mittwoch-Stammtisch so nachgeht. Informiert wird, warum die Stadt den Kunstverein zum Kastraten machte und in einem hochintellektuellen Gastkommentar setzt sich eine renommierte Kulturkalligraphistin mit dem Umbau der Kulturlandschaft in Bregenz auseinander.

Närrisch professionell

Die Macher lieferten mit ihrem ersten „Aufzeigerle“ eine höchst professionelle närrische Arbeit ab. Der Inhalt lässt Schmunzeln, das Lachen im Hals stecken bleiben, lässt lauthals losprusten und provoziert Lachanfälle. Eine durchaus gelungene Premiere, die buchstäblich nach einer närrischen Dauereinrichtung schreit. Bemerkenswert: im „Aufzeigerle“ sind Themen enthalten sind, die sich auch im zwei Tage später erschienenen „Schnorrapfohl“ finden. Vermutungen, wie das kommt, wären reine Spekulation und werden deshalb von der VN-Heimat seriöserweise nicht angestellt. Das „Aufzeigerle“ liegt im Gasthaus „Zeigerle“ für jedermann/frau auf.

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