Nahversorger wandern ab

Von VN/Hanna Reiner
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Zahl der Nahversorger in Vorarlberg ist rückläufig. Zahl der Nahversorger in Vorarlberg ist rückläufig. - © BilderBox/Symbolbild
Die Anzahl der Lebensmittel-Vollsortimenter ist in den vergangenen 40 Jahren in Vorarlberg kontinuierlich gesunken. Waren es 1970 noch 578 Geschäfte, sind es aktuell nur noch 210.

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Genau entgegengesetzt hat sich während dieses Zeitraums die Verkaufsfläche entwickelt. Diese ist von 43.000 Quadratmeter auf knapp 108.000 Quadratmeter gestiegen. Das geht aus der aktuellen Strukturerhebung des Vorarlberger Lebensmittelhandels hervor.

Bei der Anzahl der Lebensmittelgeschäfte ist und bleibt SPAR mit 37 eigenen Filialen, fünf INTERSPAR-Märkten und 47 Kaufleuten an erster Stelle. ADEG hat 54 Geschäfte, Sutterlüty 22. Vor BILLA (13) finden sich die 14 „Nah & Frisch“-Märkte. Mit den Veränderungen in Anzahl und Fläche zeigt sich auch ein Wandel im Versorgungsgrad der Regionen. Hier ist eine Verlagerung der Verkaufsflächen weg aus kleinen Orten und Innenstadt-Lagen hin zu Ballungszentren und der Peripherie zu beobachten. Aktuell sind neun Vorarlberger Gemeinden (Eichenberg, Möggers, Reuthe, Dünserberg, Fraxern, Röns, Lorüns, Stallehr und St. Anton/Montafon) ohne eigenes Lebensmittelgeschäft. Zusätzlich gibt es im Land 46 Gemeinden mit nur einem Geschäft. „Dies sind vielfach moderne und leistungsfähige Märkte, allerdings gibt es auch zahlreiche Betriebe am unteren Rand der Rentabilität, die in ihrem Fortbestand akut gefährdet sind“, erklärt Franz-Josef Gächter, Obmann des Vorarlberger Lebensmittelhandels. Hier wäre es zu begrüßen, wenn die Gemeinden mehr Verantwortung übernehmen würden, sagt er. Bei den Discountern ist die Expansion in den letzten drei Jahren zum Stillstand gekommen. Aktuell gibt es 30 Standorte mit einer Gesamtfläche von 17.600 Quadratmetern. Hofer hat 17 Filialen, Lidl 12 und „Schnapp zu“ eine.

Trend zu Tankstellen-Shops

Aktuell zu beobachten ist eine Änderung bei den Konsumgewohnheiten der Bevölkerung. Der Anspruch, Lebensmittel jederzeit verfügbar zu haben, steigt. „Der Trend wird sich fortsetzen und weitere Dynamik in die Strukturentwicklung bringen“, so Gächter. „Besonders die Tankstellen tendieren zum Vollsortiment und zeigen sich expansiv. Mit ihren Shops stellen sie einen zunehmenden Wettbewerbsfaktor in der Lebensmittel-Nahversorgung dar.“

Vorarlberger Lebensmittelhandel

  • 210 Lebensmittel-Vollsortimenter mit 107.775 Quadratmetern 
  • 9 Gemeinden (Eichenberg, Möggers, Reuthe, Dünserberg, Fraxern, Röns, Lorüns, Stallehr und St. Anton/Montafon) ohne Lebensmittelgeschäft.
  • 46 Gemeinden haben je ein Lebensmittelgeschäft
  • 30 Discounter mit 17.600 Quadratmetern
  • 50 Spezialitätengeschäfte, 65 Bäckereibetriebe und Brotverkaufsstellen, 22 Metzgereien und Fleischfachgeschäfte, 21 Lebensmittelgeschäfte mit ethnischem Sortiment, 59 Tankstellen-Shops

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