Nackte Tatsachen und heiße Ohren

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Nackte Tatsachen die jeglichen Naturgesetzen trotzen: Soulcalibur IV. Nackte Tatsachen die jeglichen Naturgesetzen trotzen: Soulcalibur IV. - © Waibel
Zehn Sommer zogen ins Land seit dem ersten Soul Calibur Titel, anno dazumal noch auf der seligen Dreamcast. Nun kommt mit Teil 4 der erste für die Next Gen Konsolen.  

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Es war für viele ein guter Grund, eine Dreamcast zu besitzen: Soul Calibur hat damals schon in Sachen Optik und Gameplay alles in den Schatten gestellt. Nun hat sich die Welt vier Jahre weitergedreht, Teil 4 wirkt auf den ersten Blick wie ein aufgehübschtes Exemplar der Vorgänger, die Finessen stecken aber im Detail. Die größte Neuerung dabei ist die lang erwartete Möglichkeit, sich auch über das Internet mit Freunden zu messen. Soul Calibur gehört zur Kategorie Games, die sich nicht damit zufrieden geben, auf festgelegten und ausgetretenen Pfaden zu wandeln sondern bieten den Spielern etwas neues und einzigartiges, wie in diesem Fall einen funktionierenden Einzelspieler-Modus.

Zwei Abschnitte faszinieren den Spieler im vierten Teil der Serie mit motivierenden Solomodi. Daneben sind Splitscreen-Multiplayer, über Xbox Live auch Matches gegen unzählige Spieler aus der ganzen Welt möglich. Für letzteren Punkt können auch eigene Kämpfer designed werden, für den Wiedererkennungsfaktor in den endlosen Weiten des Internets. Dafür wurden von den Machern des Games zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung gestellt. Hier kann man sich kreativ austoben. Eine gelungene und willkommene Abwechslung gegenüber dem ansonsten sehr destruktiven Gameplay. Man kann aber nicht nur neue Kämpfer erschaffen, sondern auch vorhandene anpassen. Im Multi über Xbox Live sind reine One on One Duelle möglich. Leider verfügt das Game über keine Lobby, somit ist die gezielte Organisation von Kämpfen leider kaum möglich.

Der Singleplayer gliedert sich in vier verschiedene Spiel-Variationen. Angefangen beim obligatorischen Training-Bereich über den Geschichtsmodus, der als einziger eine Story und damit verbunden, Zwischen- und Endsequenzen bietet bis hin zum Schicksalsturm und einem reinen Arcademodus, der natürlich nicht fehlen darf. Der Schicksalsturm erstreckt sich über insgesamt 60 Etagen.

Hier kämpft man nicht nur mit einem Gegner, sondern gleich gegen mehrere. Was Raum für taktische Finessen lässt, da man dadurch die Möglichkeit erhält, während eines laufenden Matches den Kämpfer zu wechseln. So können sich die Unbeteiligten, in der Zwischenzeit eine kurze Pause gönnen, in der erfreulicherweise auch ihre Energie langsam regeneriert wird. In jeder der 60 Etagen gibt es eine Herausforderung, die es zu bewältigen gilt. Für die investierte Mühe gibt es  Belohnungen in Form weiterer Ausrüstungsgegenstände.

Im Arcade-Modus, schließlich geht es darum, sich durch jeweils acht Stages zu kämpfen und genauso viele Gegner zu besiegen. Dabei kommt das bekannte zwei-Siege-System zum Einsatz. In allen Solomodi lassen sich Ausrüstungen, Charaktere, Waffen und Kampfarenen freischalten und zudem Geld verdienen. Mit letzterem können weitere Recken und Ausrüstungsgegenstände gekauft werden.

Von der reinen Kampftechnik hinter all den hübschen Bildern gibt es nicht allzu viel Neues zu berichten. Soulcalibur, wie die neue Schreibweise der Serie nun lautet, ist im Gegensatz zu Genrekollegen kein „Prügelspiel“, vielmehr dreschen die Protagonisten mit zum Teil ungewöhnlichen Waffen aufeinander ein. Da im Gegensatz zu früher die Arenen auch wieder dreidimensional sind, können Gegner auch umrundet oder übersprungen und anschließend in den ungedeckten Rücken attackiert werden. Dabei finden sich sowohl Buttonsmasher als auch Taktikfreaks zurecht, die sich stundenlang in die Perfektionierung spezieller Tastenkombinationen, die irrwitzige Moves auslösen, hineinknien können, zurecht. Besonders für den Onlinemodus sind letztere wichtig, denn Online wird man selten Buttonsmasher-Spieler antreffen. Eine neue taktische Komponente kommt durch die Seelenleiste hinzu, die sich durch das erfolgreiche Angreifen des Gegners auflädt und durch Blocken wieder entlädt. Sinkt diese auf Null, entfällt die Möglichkeit des Blockens und damit verbunden ist die Gefahr eines Seelenausfalls. In diesem Zustand kann der jeweilige Gegner mit einem einzigen kraftvollen Angriff, einem so genannten kritischen KO, das direkte Ende des Kampfes effektvoll einleiten.

Von der technischen Seite her ist Soulcalibur IV sehr gelungen. Detailreiche Charaktere, fließende elegante Animationen, coole Waffeneffekte mit einer Vielzahl von Leuchteffekten erschlagen den Gamer förmlich in den ersten Minuten. Besonders der Ausgestaltung der optisch sehr ansprechenden weiblichen Charaktere wurde offensichtlich viel Liebe gewidmet. Anders gesagt: Soulcalibur neu ist wieder einmal ein Game von Männern für Männer, wobei manches Detail schon fast unheimlich jeglicher Schwerkraft trotzt, - von wogenden Bewegungen mal abgesehen. Dagegen sind die Arenen bestenfalls zweckmäßig eingerichtet und bieten gewohnte Kost fürs Auge. Auch der Sound rockt, Die Backgroundmusik bleibt unaufdringlich, die Kampfgeräusche krachen so richtig aus den Boxen.

 

Fazit:

Soulcalibur IV ist das Beat `em Up für die Next Generation, nicht nur in Bezug auf die Abspielgeräte. Zwar erfindet Teil vier der Serie das Rad nicht neu, sondern betreibt konsequente Modellpflege mit spannenden neuen Modi und einem lange heiß herbeigesehnten Onlinemodus für PVP-Freaks. Dennoch: Die zeitgemäße Optik, die tollen Singleplayermodi und eine Vielzahl erlernbarer Kombos lassen sowohl Zwischendurch-Buttonsmasher als auch Techniker voll auf ihre Kosten kommen. Soulcalibur IV ist ab sofort meine erste Wahl in Sachen Beat ´em Up und überflügelt das gute alte Dead or Alive 4 in jeder Hinsicht. Zudem wartet das Game der Serie getreu mit einem hohen Boob- and Babefaktor auf und lässt Männerherzen höher schlagen. Witziges Detail am Rande: Während man sich auf der 360 in Gestalt von Yoda durch die Gegner schnetzeln darf, wütet man auf der PS3 in Gestalt des dunklen Lord Vader mit Lichtsäbel und dunkler Macht durch die Opponenten.

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