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Nach Explosion bei BASF: Offenbar dritte Leiche gefunden

Nach einer Explosion brennt es am 17.10.2016 auf dem Gelände des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen.
Nach einer Explosion brennt es am 17.10.2016 auf dem Gelände des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen. ©dpa
Zwei Tage nach dem schweren Explosionsunglück bei BASF in Ludwigshafen haben Taucher in einem Hafenbecken offenbar das vermisste dritte Todesopfer gefunden.
Explosion auf Werksgelände der BASF
Explosion bei Ludwigshafen

Die männliche Leiche sei am Mittwoch geborgen worden, teilte die Polizei mit. Die Identifizierung stehe allerdings noch aus, die zuständige Staatsanwaltschaft Frankenthal habe die Obduktion des Leichnams angeordnet.

Tote und mehrere Verletzte

Aus noch ungeklärter Ursache war es am Montag auf dem Gelände eines BASF-Werkshafens bei Reparaturarbeiten an einer Rohrleitungstrasse für verflüssigte leicht brennbare Gase wie Propylen und Ethylen zu einer verheerenden Explosion gekommen, die Brände und weitere Detonationen auslöste. Zwei BASF-Werksfeuerwehrleute starben dabei. Acht Menschen wurden nach Angaben des Chemieunternehmens teilweise schwerst verletzt, 17 weitere leicht.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Die Einsatzkräfte hatten das vermisste mutmaßliche dritte Todesopfer von vornherein in dem Hafenbecken unweit des Unglückszentrums vermutet. Ein Tauchereinsatz sollte nach deren Angaben vom Dienstag aber erst beginnen, nachdem das Areal rund um die explodierten Pipelines vollständig gesichert war. Dafür mussten sie unter anderem zunächst abwarten, bis alle Chemikalienreste aus den geborstenen Rohren abgeflossen waren.

Die Staatsanwaltschaft in Frankenthal leitete wegen des Unglücks Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ein. Die Mitarbeiter haben am Mittwoch der Opfern in einer Schweigeminute gedacht.

Produktionsausfall

Der Chemieriese muss jetzt wohl mit wochenlangem Produktionsausfall rechnen. Nach der Explosion vom Montag sind große Teile des größten Chemiestandorts der Welt lahmgelegt. Die Unglücksstelle am Ludwigshafener Landeshafen war auch zwei Tage später noch nicht zugänglich. Personalchefin Margret Suckale hatte bereits erklärt, dass die Einschnitte in die Produktion substanziell seien.

BASF fertigt in Ludwigshafen aus Rohstoffen wie Ethylen und Propylen Ausgangsstoffe für zahlreiche andere Materialien wie Kunststoffe, Lacke oder Kleber. Wie lange die Anlagen, darunter die zwei zentralen Steamcracker, stillstehen, sei momentan nicht abzuschätzen, sagte eine Firmensprecherin am Mittwoch.

(APA/AFP)

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