Mutter erzwingt Kreuzverbot in Schule: “Das ist religiöse Bevormundung”

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An einer Wiener Volksschule müssen nach dem Protest einer Mutter alle Kreuze entfernt werden.
An einer Wiener Volksschule müssen nach dem Protest einer Mutter alle Kreuze entfernt werden. - © APA (Themenbild)
Eine Mutter hat durchgesetzt, dass die Kreuze in allen Klassenzimmern einer Wiener Volksschule entfernt werden müssen. Sie hatte das Kreuz als religiöse Bevormundung empfunden.

Das gab die “Initiative Religion ist Privatsache” am Dienstag bekannt. Im Gespräch mit derStandard.at erläuterte die Mutter nun ihre Beweggründe.

Seit gut einem Monat gibt es an einer Wiener Volksschule die Anordnung, alle Kruzifixe aus den Klassenzimmern zu entfernen. Der Direktive ging der Protest einer Mutter voraus, die am ersten Schultag ihrer Tochter überrascht festgestellt hatte, dass Kreuze in den Klassen angebracht waren.

Das Kreuz mit dem Kreuz

Zunächst hätten ihr weder die Schuldirektion, noch der zuständige Schulinspektor mitteilen wollen, wie viele Schüler “als ‘Christen’ gemeldet” sind. Schlussendlich stellte sich jedoch heraus, dass das auf weniger als 50 Prozent der Kinder zutraf, wodurch laut der laizistischen Initiative “für das Anbringen von Kreuzen jegliche Grundlage fehlte” – und die Kreuze schließlich abgehängt werden müssen. Eine Grundlage für das Anbringen von Kreuzen gibt es nach dem Wiener Schulgesetz nämlich nur dann, wenn die Mehrheit der Kinder einer Schule der christlichen Glaubensrichtung zuzuordnen sind.

“Staat und Kirche müssen getrennt sein”

Es gehe ihr nicht darum, “einen Skandal zu machen oder jemanden zu beleidigen”, so die Mutter gegenüber derStandard.at. “Ich wollte keine Revolution starten, sondern Information erhalten. Ich gebe mein Kind dort in die Schule, ich habe ein Recht zu erfahren, warum dort Kreuze hängen.” Und meint weiter: “Die Kinder kommen zum Lernen in die Schule, nicht um den Glauben zu praktizieren.” Religion sei weit weg von einer offenen Weltanschauung. “Wir sind ein modernes Land, nicht im Vatikan. Der Staat und die Kirche müssen getrennt sein.” Sie verstehe, dass der Glaube für viele Menschen eine gute Sache sein könne, “aber Religion ist privat.”

“Ein Kreuz hat nichts in der Schule verloren”

Eben weil Religion Privatsache ist, spricht sich die Mutter, die anonym bleiben möchte, auch nicht dagegen aus, dass Mädchen Kopftücher in der Schule tragen. “Ein Kopftuch oder auch ein Kreuz, das man sich um den Hals hängt, ist eine persönliche Entscheidung. Ich bin ja nicht gegen das Kreuz selber, es stört mich nur in der Schule. Es hat nichts in der Schule verloren”, so die Frau. (Red.)

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