Positiv sei auch, dass sich drei Viertel des Volumens auf Einsparungen beziehen und nur ein Viertel auf Einnahmen. Die Konsolidierung des Staatshaushalts gehe mit dem Paket “vom Trend her in die richtige Richtung”, egal ob dann 2016 wirklich schon ein Nulldefizit des Gesamtstaats erreicht wird oder noch ein Abgang von 0,5 oder unter 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bleibt. Auch für das Maastricht-Ziel von 60 Prozent des BIP komme Österreich mit dem Sparprogramm “in eine relativ komfortable Situation”. Mit der angepeilten Absenkung auf rund 71 Prozent im Jahr 2016 werde eine Größenordnung erreicht, “die auch bei S&P wieder ein ‘AAA’ ermöglichen sollte”, so Mostböck.
Für Raiffeisen-Chefanalyst Peter Brezinschek ist das Sparpaket der Regierung dagegen ein Bündel versäumter Chancen. Er kritisiert, dass sich der Faktor Arbeit weiter verteuert und große Strukturreformen zu Pensionen, Gesundheit und Verwaltung fehlen. In vielem sei das Paket eine “Mogelpackung”, einige Punkte seien sogar in sich widersprüchlich, und etliche Maßnahmen seien wachstumshemmend, meinte Brezinschek am Sonntag im Gespräch mit der APA: “Insgesamt ist das Paket zwar ausgewogen, aber auch ausgewogen seicht, weil es nicht in die Tiefe geht.” Die Absicht, die Schuldenbremse in den Verfassungsrang zu bringen, müsse jedenfalls weiter verfolgt werden, “das ist ganz unabhängig vom Sparpaket”.