Monatliche Haushaltsausgaben im Durchschnitt bei 2.990 Euro

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Die Haushaltsausgaben unterscheiden sich je nach Einkommen stark.
Die Haushaltsausgaben unterscheiden sich je nach Einkommen stark. - © AP
Vom lebenden Ferkel über Munition oder DVDs mit nicht jugendfreiem Inhalt: So unterschiedlich die Ausgaben, die mehr als 7.000 heimische Haushalte bei der Konsumerhebung 2014/15 angegeben haben, so unterschiedlich sind auch die Anteile an den Verbrauchsausgaben je nach dem verfügbaren Haushaltseinkommen. Die Haushaltsausgaben liegen laut Statistik Austria im Gesamtschnitt bei 2.990 Euro im Monat.

“In der wichtigsten Kategorie – Ausgaben für Wohnen und Nahrung – geben Haushalte mit einem geringeren Einkommen 45 Prozent ihrer Konsumausgaben aus, während es bei Haushalten mit höheren Einkommen nur ein Drittel der Ausgaben sind”, erklärte der Generaldirektor der Statistik Austria, Konrad Pesendorfer am Dienstag bei einer Pressekonferenz, in der er die Hauptergebnisse zur Großuntersuchung zu Ausgaben der privaten Haushalte in Österreich präsentierte.

Anteil der Ausgaben der Haushalte am Einkommen in Prozent nach Einkommensgruppen - Einkommensteuer, Sozialversicherung, Kapitalertragsteuer und Konsumabgaben, jeweils einzeln und kumuliert. Anteil der Ausgaben der Haushalte am Einkommen in Prozent nach Einkommensgruppen – Einkommensteuer, Sozialversicherung, Kapitalertragsteuer und Konsumabgaben, jeweils einzeln und kumuliert. ©

1.970 Euro Ausgaben pro Kopf

Je größer die Haushalte, desto geringer die monatlichen Pro-Kopf-Ausgaben. Pro Kopf werden bedarfsgewichtet im Gesamtdurchschnitt 1.970 Euro ausgegeben. Die Bedarfsgewichtung ist wichtig, damit Haushalte verschiedener Größen miteinander vergleichbar sind, erläuterte Pesendorfer. Dabei zählt das erste Haushaltsmitglied 100 Prozent und jedes weitere wenn über 14 Jahre alt 50 Prozent bzw. wenn unter 14 Jahre alt 30 Prozent.

Ausgaben für Gastronomie und Gesundheit seit 2009/10 gestiegen

Die Erhebung findet nur alle fünf Jahre statt, weil sie einen immensen Aufwand bedeutet. Die Veränderungen gegenüber der letzten Konsumerhebung 2009/10 fallen je nach Ausgabekategorien äußerst unterschiedlich aus. Nominell stiegen die Ausgaben um 4,7 Prozent, inflationsbereinigt sanken die bedarfsgewichteten Ausgaben um 7,2 Prozent. Die Inflation seit der letzten Erhebung 2009/10 bis zur aktuellen Untersuchung beläuft sich laut Pesendorfer auf 11,4 Prozent. Inflationsbereinigt stiegen nur die Ausgaben für Gastronomie (1,9 Prozent) und für Gesundheit (1,5 Prozent). “Weniger ausgegeben wurde für Kommunikation, Verkehr, alkoholische Getränke und Tabak, Freizeit, Sport Hobby sowie Bekleidung und Schuhe”, so Pesendorfer.

Monatliche Ausgaben privater Haushalte im Durchschnitt nach Ausgabengruppen. Monatliche Ausgaben privater Haushalte im Durchschnitt nach Ausgabengruppen. ©

Pro-Kopf-Ausgaben am Land und in der Stadt ähnlich hoch

Große Unterschiede gibt es bei Haushalten am Land und in der Stadt, wenn auch die Pro-Kopf-Ausgaben annähernd gleich sind. Die Unterschiede beginnen aber schon bei der Haushaltsgröße selbst. In Gemeinden mit weniger als 10.001 Einwohnern hat ein Haushalt im Durchschnitt 2,41 Mitglieder. Dieser Wert sinkt weiter bis zur größten Stadt Wien, wo ein Haushalt nur 1,95 Mitglieder zählt. In den kleinen Gemeinden liegen die bedarfsgewichteten Pro-Kopf-Ausgaben bei 1.990 Euro. In Klein- und Mittelstädten mit bis zu 100.000 Einwohnern wie etwa Klagenfurt sind es 1.970 Euro, in den heimischen Großstädten Innsbruck, Salzburg, Linz, Graz und Wien 1.920 Euro.

Verkehrs-Ausgaben am Land höher

“Die Ausgaben für Verkehr sind am Land deutlich höher als in der Stadt”, sagte der Chef-Statistiker. In den Landgemeinden mit weniger als 10.001 Einwohnern gehen summa summarum 560 Euro in den Verkehr und davon nur 15 Euro in den öffentlichen Verkehr. In den mittelgroßen Orten sind es 443 Euro, davon 20 Euro für Öffis. In den Großstädten außer Wien verbrauchen die Haushalte im Schnitt für Verkehr 368 Euro und davon 28 Euro für Öffentliche Verkehrsmittel. In Wien sind es insgesamt nur 311 Euro und davon immerhin 41 Euro für Öffis.

In den kleinen Orten haben nur 11 von 100 Haushalten keinen Pkw, aber gleich 38 mehrere Autos. In Wien haben 58 Prozent ein Auto und nur 9 Prozent mehr als einen Wagen.

“Klischeehafte Unterschiede” der Geschlechter

“Sehr klischeehafte Unterschiede” hat die Statistik Austria laut ihrer Expertin Christa Kronsteiner-Mann in Einpersonenhaushalten je nach Geschlecht erhoben – “mit einer Verringerung bei jüngeren Haushalten”. Im Durchschnitt geben alleinlebende Männer jedenfalls um fast 230 Prozent mehr Geld für Werkzeug aus als Frauen. Jeweils um knapp 124 Prozent mehr geben die Männer für Elektronik und Tabakwaren aus. Rund 77 Prozent mehr Geld verbrauchen Männer für Alkohol. Frauen hingegen geben um rund 182 Prozent mehr für Körper- und Schönheitspflege aus als Männer und um knapp 139 Prozent mehr für Haustiere. Bei Gesundheit sind es 54 Prozent bzw. Bekleidung auch noch knapp 43 Prozent. “Bei Schuhen hat sich der Wert übrigens angenähert”, so Kronsteiner-Mann.

Knapp 78 Euro Monatsausgaben für einen Hund

Rund ums Haustier hat die Erhebung ergeben, dass 637.000 Haushalte zumindest eine Katze haben und 253.000 zumindest einen Hund. Für die Katz’ sind knapp 41 Euro im Monat, für das Hundchen knapp 78 Euro. Immerhin rund 60.000 Haushalte haben zumindest eine Katze, einen Hund und dazu noch andere Kleintiere.

Bei der Erhebung nicht enthalten sind etwa Verbrauchsausgaben fürs Sparen, Kredite oder Immobilienkäufe. Wichtig ist auch, dass die Ausgaben nicht zwangsläufig aus dem laufenden Einkommen bestritten werden, sondern auch Sonderzahlungen wie etwa das 13. und 14. Gehalt, Erspartes oder Einmalerträge wie beispielsweise eine Abfertigung eine Rolle spielen.

(APA)

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