Modellregion Gemeinsame Schule: Grünen fordern zur Offensive aus

Von Matthias Rauch (VOL.AT)
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Nationalratsabgeordneter Harald Walser von den Grünen drängt Vorarlberg in Sachen Modellregion zu Entschlossenheit – und fordert mehr Mittel, damit diese auch gelingen kann. Den Bildungsplänen von Kurz kann er wenig abgewinnen.

Der jetzigen Situation können die Grünen bekanntlich wenig abgewinnen: Eine gemeinsame Schule der 6- bis 10-Jährigen, getrennte Schulen der Unterstufe und wieder gemeinsame Schulen in der Oberstufe. Vor allem die berufsbildenden Schulen würden einen starken Anstieg der Schülerzahlen verzeichnen. Das Fazit von Grünen-Kandidatin und HTL-Lehrerin Patricia Tschallener: Gymnasiasten sind eher große Schulen gewohnt und profitieren vom Ruf ihrer Unterstufenschulen. Mittelschulabgänger  sind dafür eher praktischer Unterricht und Vielfalt, ob nun Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung oder Migrationshintergrund, gewohnt. Der Bildungsstand sei durchaus vergleichbar oder die Differenz leicht aufholbar.

Offensive für Modellregion

Dementsprechend sind die beiden Grünen-Kandidaten für den Nationalrat für die Durchsetzung der Modellregion in Vorarlberg. Im Ländle habe man die optimalen Voraussetzungen: eine wenig ideologiebehaftete Diskussion, einen gemeinsamen Landtagsbeschluss und nun auch die gesetzlichen Grundlagen. Nun hieße es in die Offensive gehen, betont Walser.

Mehr Mittel für Gemeinsame Schule

Unterm Strich bedeutet es, vor allem die AHS-Lehrer und Eltern der dortigen Schülern zu überzeugen. Schließlich fürchtet man vor allem dort Verschlechterungen und stärkere Herausforderungen. Bisher haben vor allem die Mittelschulen die Herausforderungen mit mangelnden Finanzmitteln getragen, künftig wären alle in der Verantwortung. Walser will dies durch mehr finanzielle Mittel wettmachen – aber nur für Schulen, die ihren Teil tragen. Österreichweit brauche man bis zu 350 Millionen Euro. Auch brauche es einen Chancenindex zur individuellen Förderung und einen Förderkonzept über alle Schulstufen für Kinder mit Migrationshintergrund in der Spracherlernung.

Kinder lernen Deutsch von anderen Kindern

Wenig abgewinnen können die beiden Grünen den Plänen der Liste Kurz. Den Vorschlag von eigenen Klassen für Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen hält Walser für “gemeingefährlich”. “Kinder lernen von Kinder am besten”, betont er. Wer meine, dass eine Klasse rein ohne Deutschkenntnisse nur mit einer deutschsprachigen Lehrkraft Deutsch lerne, habe noch nie mit Bildung zu tun gehabt. Dem gegenüber kenne Walser Fälle, wo Kinder ohne Deutschkenntnisse – bei entsprechender Förderungsmöglichkeiten – innerhalb von drei Monaten dem Unterricht folgen konnten.

Widerstand aus der AHS

Hier hofft er daher, dass die Volkspartei nicht “von einer Minderheit stockkonservativen AHS-Gewerkschafter in Geiselhaft genommen wird”. Derzeit laufend die pädagogischen Vorarbeiten an der PH Vorarlberg, in drei bis fünf Jahren könne ein beschlussfähiger Entwurf vorliegen, hoffen die Grünen.

 

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