13. September 2012 07:34; Akt.: 13.09.2012 07:41

Mobbing an Schulen bleibt präsent

Die Übergriffe können verheerende Folgen für die Opfer haben. Die Übergriffe können verheerende Folgen für die Opfer haben. - © APA
von Sabrina Malojer - Schwarzach – Jeder 7. Schüler ist im Laufe seiner Schulzeit mit Mobbing-Situationen konfrontiert – als Opfer oder auch als Täter. In Vorarlberg gibt es mittlerweile mehrere Projekte, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen.

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Die youngCaritas beweist dabei besonders großes Engagement und versucht auf unterschiedliche Weise dem Problem entgegenzuwirken. Die größte Schwierigkeit ist dabei immer noch die fehlende Bereitschaft der Opfer oder auch deren Umfeld über die Vorfälle zu sprechen.

Mobbingfälle in jeder Schulstufe präsent

Für Margaritha Matt von der youngCaritas hat das gleich mehrere Gründe. „Angst, Scham oder auch Überforderung“, sind dabei die vorrangigsten Punkte, warum das Thema oft nicht aufgegriffen wird. Die größte Befürchtung ist dabei meist, dass sich die Situation dadurch noch verschlimmern könnte. Dabei ist Mobbing ein Problem, das laut Matt in jeder Schulstufe präsent sein kann und sowohl Kinder als auch Jugendliche betrifft.

Jugendlichen fehlt Empathie-Fähigkeit

Margaritha Matt, die auch persönliche Erfahrungen mit Mobbing gemacht hat, kennt den Grund, warum viele Jugendliche zu Mobbing-Tätern werden. Meist würden sie damit ihre Interessen umsetzen wollen. Dabei verfügen sie häufig nur über geringe Empathie-Fähigkeiten, haben also nicht gelernt, sich in die Lebenssituationen anderer Menschen einzufühlen und grenzen diese aus.

Körperliche und psychische Gewalt wird ausgeübt

Die Übergriffe können dabei verheerende Folgen für die Opfer haben. „Sie sind körperlicher und psychischer Gewalt ausgesetzt. Sie werden in Klassen verbannt, isoliert.“ Dies führe häufig zu psychosomatischen Reaktionen, wie Kopf- oder Bauchschmerzen. Viele weigern sich, die Schule zu besuchen. Im schlimmsten Fall können die Betroffenen Essstörungen entwickeln oder es kommt gar zu Suizidversuchen.

Ängste und Nöte artikulieren

Das Team von youngCaritas versucht schon länger Aufklärung zum Thema Mobbing an Schulen zu betreiben und bietet Workshops und Projekte an, in denen sich die Schüler einbringen können. Ihr Hauptanliegen ist es, den Schülern eine Möglichkeit zu geben, ihre Stimme zu erheben und ihre Ängste und Nöte zu artikulieren. Dafür wurde unter anderem ein Folder zusammengestellt, der auch die unterschiedlichen Organisationen vorstellt, an die sich betroffene Kinder und Jugendliche wenden können. Zudem startet in den nächsten Tagen das englische Musical „No Exit?“ von der Musical Company „fluh grovaloos!“, das sich intensiv mit dem Thema Mobbing auseinandersetzt. Für Matt steht fest: „Ganz wichtig ist, dass überhaupt darüber gesprochen wird, dass es Thema ist.“

Factbox
Schulaufführungen (€ 5.-/Schüler, Reservierung T 0699-6081967)
Cubus Wolfurt, Mo, 17. Sept. 2012, 9:30 und 14:30 Uhr
Hofsteigsaal Lauterach, Di, 18. Sept. 2012, 9:30 und 14:30 Uhr und Mi, 19. Sept. 2012 9:30 und 14:30 Uhr
Vinomnasaal Rankweil, Di, 25. Sept. 2012, 9:30 Uhr und Mi, 26. Sept. 2012 9:30 und 14:30 Uhr
Sondervorstellung am Samstag, 22. September 2012, 15 Uhr im Kornmarkttheater in Bregenz

Video: Margaritha Matt im Interview



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