Mit einem Austro Fiat ging es los

Von Gemeindereporter Edith Rhomberg
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An einer Adresse: Bösch Reisen und Rheintal Busverkehr GmbH.
An einer Adresse: Bösch Reisen und Rheintal Busverkehr GmbH. - © Edith Rhomberg
Seit der Gründung durch den Urgroßvater ist „Bösch Reisen“ stetig gewachsen.

Lustenau. Stefan, der bestens gelaunte Buschauffeur, ist bereit für die Abfahrt. Mit ihm macht sich eine Gruppe Lustenauer auf an den Arlberg, wo sie beim „Lech Classic Festival“ ein Konzert besuchen. Die Vorfreude der Fahrgäste ist groß, und sie können sich darauf verlassen, nach der hochkarätigen Musikveranstaltung wieder sicher und bequem nach Hause gebracht zu werden.

Auf dem Gelände von Bösch Reisen nimmt alles seinen gewohnten Lauf. Oder doch nicht ganz? Immerhin ist erst kürzlich eine neue Generation, die vierte, angetreten, um nun die Verantwortung für das Geschäft zu übernehmen. „Für uns ist es wichtig, dass alles ohne Unterbruch reibungslos weiter geht“, sagt Claudia Bösch, die neue Geschäftsführerin, die 1982 geboren ist. Sie folgt in dieser Funktion ihrem Vater, Günter Bösch, nach. Günter, der älteste Sohn von Fritz und Ingeborg Bösch, trat 1973 in das Unternehmen ein, das bereits 1932 vom Urgroßvater der heutigen Geschäftsführerin, gegründet worden war. Damals bestand der Fuhrpark des Gründers Johann Bösch aus einem Austro Fiat. Heute sind es 14 Busse, vom 16- bis zum 58-Plätzer und 24 Beschäftigte, die für die Kunden tagtäglich im Einsatz sind. In die Wege geleitet wurde die nunmehrige Neuausrichtung durch die Pensionierung von Günter Bösch. Er wird der künftige Alleineigentümer von Bösch Reisen sein, während sein Bruder Dietmar Bösch in Zukunft Alleineigentümer und Geschäftsführer der DGI Immobiliengesellschaft ist. Dietmar trat 1981 in die Firma ein und ist jetzt somit Eigentümer und Verwalter des Firmenareals Hagstraße 23.

„Ein eigenes Reiseprogramm machen wir nicht“, sagt Neochefin Claudia Bösch, die seit 2004 in der Firma tätig ist und das Geschäft von der Pike auf gelernt hat. „Wir organisieren Fahrten nach Maß für Vereine, Firmen, Sportler und bunt gemischte Gesellschaften“, erläutert sie das Kerngeschäft der Sparte Reisebus. Das Motto: „Sagt uns, wann ihr wohin wollt, und wir kümmern uns um den Rest“. Zur Seite stehen ihr die erfahrenen Mitarbeiter sowie Tobias Gächter als Geschäftsleiter Technik. Er war zuvor technischer Projektleiter bei der Messe Dornbirn und bringt außerdem Erfahrung im Event-Marketing bei Antenne Vorarlberg mit. Sie beide sind auch privat ein Paar. Mit ihrem vierjährigen Sohn Tim wohnen sie in Hohenems. Den Kunden erfüllen sie zuweilen auch außergewöhnliche Wünsche. Das Verrückteste, was Claudia spontan einfällt, ist eine Busfahrt mit Gästen in den Norden, als sie und Tobias in 42 Stunden die Strecke Lustenau-Oslo-Lustenau gefahren sind. Das war erforderlich wegen des eingestellten Flugverkehrs, nachdem 2010 der Vulkan Eyjafjallajökull auf Island ausgebrochen war.

Die Fahrzeugflotte von Bösch Reisen wurde den Bedürfnissen der Klientel angepasst und fortlaufend erweitert. Nicht nur zwei „Cityliner“ oder das Highlight „Mammut“ gehören dazu. Der „Mammut“ ist ein ganz besonderes Gefährt. Während unten den Fahrgästen Sitzplätze zur Verfügung stehen, gibt es in der oberen Etage 22 Liegeplätze. „Diese werden zum Schlafen genutzt, wenn ausgepowerte Sportler nach einem Auswärtsspiel nach Hause kutschiert werden“, informiert Tobias Gächter. Er macht gleich noch auf eine weitere Besonderheit aufmerksam. Es ist die firmeneigene Waschhalle für Busse. „Mit einem Recyclingsystem wird das Abwasser wieder aufbereitet und nur mit dem erforderlichen Minimum an Frischwasser ergänzt“, erklärt Gächter.

Beim Linienverkehr dabei

Von der Waschhalle profitieren auch die Linienbusse. Denn neben dem Reisebusgeschäft ist der Linienverkehr das zweite Standbein des Unternehmens. Die Rheintal Busverkehr GmbH ist seit ihrer Gründung im Jahr 1999 im Areal von Bösch Reisen eingemietet und betreibt im Auftrag von Landbus Unterland den regionalen Linienverkehr. Mit Bösch verantworten insgesamt sechs Vorarlberger Busunternehmer den Linienverkehr im unteren Rheintal.

Eine Rarität in der Buskollektion des Familienbetriebes ist der Setra S6. 1958 wurde er angeschafft und dann, als er seinen Dienst getan hatte, 1977 „ausrangiert“. Heute gilt der Oldtimer mit 23 Plätzen, der zwanzig Jahre später neu angemeldet wurde, als Star im Ländle. „Hier bist du noch echter Kraftfahrer. Beim Lenken und Bremsen brauchst du Muskelkraft“, sind sich Claudia Bösch und Tobias Gächter einig, die beide das Schmuckstück lenken können. „Damit lassen wir nicht jeden fahren“, sagen sie scherzhaft, und doch meinen sie das bestimmt ernst.

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