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Mindestens 31 Tote bei Doppelanschlag in Nigeria

Nigeria kommt nicht zur Ruhe
Nigeria kommt nicht zur Ruhe
In Nigeria sind bei zwei Explosionen am Donnerstag mehr als dreißig Menschen ums Leben gekommen. Die Detonationen ereigneten sich innerhalb weniger Minuten in der Nähe einer Bushaltestelle an einem Marktplatz in Jos. Es wird vermutet, dass es sich erneut um Bombenanschläge der radikal-islamischen Boko Haram handelte.


Die nigerianischen Sicherheitsbehörden waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. “Ich habe einen Lichtblitz gesehen und einen lauten Knall gehört”, berichtete ein Augenzeuge. “Dann lagen da überall Trümmer und verstümmelte Leichen.”

Jos ist die Hauptstadt des Bundesstaates Plateau und liegt an der Schnittstelle zwischen dem christlich geprägten Süden Nigerias und dem mehrheitlich muslimischen Norden. In der Vergangenheit gab es dort immer wieder tödliche Auseinandersetzungen. Hintergrund sind oftmals religiös motivierte Konflikte. Die islamistische Rebellengruppe Boko Haram, die seit Jahren im Norden Nigerias mit Gewalt für einen islamischen Staat kämpft, beging auch dort bereits Anschläge.

Im Mai waren bei einem Bombenattentat in Jos 118 Menschen getötet worden. Der Anschlag wurde der Boko Haram angelastet. Präsident Goodluck Jonathan hatte im vergangenen Jahr in drei Bundesstaaten im Nordosten den Notstand ausgerufen. Seither ist die Zahl der Anschläge in die Höhe geschnellt.

Im nordnigerianischen Kano wurde unterdessen eine 13-Jährige mit einem Sprengstoffgürtel festgenommen. Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, hatte sich das Mädchen am Mittwoch nur wenige Stunden nach einem Doppelanschlag durch zwei Selbstmordattentäterinnen in eine Krankenstation begeben. Einer Krankenschwester zufolge kam die 13-Jährige in Begleitung eines etwa 30-jährigen Mannes und gab an, sie sei bei dem Doppelanschlag verletzt worden. Beide wurden abgeführt.

Erst am Mittwoch waren bei zwei Bombenanschlägen auf einem Marktplatz in Kano mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In der Stadt hatten Ende November vermutlich Angehörige der Boko Haram eine Moschee angegriffen, Bomben gezündet und auf Gläubige geschossen.

In Nigeria, dem größten Erdölexporteur Afrikas, steht im Februar die Präsidentenwahl an. Das Thema Sicherheit dürfte den Wahlkampf Jonathans und seines Herausforderers, des früheren Militärmachthabers Muhammadu Buhari, dominieren.

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