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Mikro-Finanzierer Oikocredit Austria wächst um ein Fünftel

Symbolbild. Symbolbild. - © bilderbox.at
Die auf die Vergabe von Mikrokrediten spezialisierte Genossenschaft Oikocredit hat in Österreich ihr Anlagenvolumen in den ersten drei Quartalen 2012 um 21,5 Prozent auf 38,1 Mio. Euro gesteigert.

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“Traditionell sind die letzten Monate immer die stärksten und wir hoffen, dass wir im Gesamtjahr vielleicht sogar eine 30-Prozent-Steigerung erreichen können”, sagte der Österreich-Chef von Oikocredit, Peter Püspök, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Anzahl der Anleger in Österreich stieg um 19,2 Prozent auf 3.227.

Positive Wahrnehmung in Bevölkerung

“Man könnte den Weltspartag, der jetzt in zwei Wochen kommt, auch einmal als Besinnungstag für das Veranlagen gestalten”, sagte Püspök. Nicht wenige Banken seien im Zuge der Finanzkrise nämlich als “Spekulationsmaschinerien” enttarnt worden, was zu einem massiven Vertrauensverlust bei den Anlegern geführt habe. Vor diesem Hintergrund würden Mikrokredite immer mehr an Boden gewinnen. Laut einer Umfrage der Karmasin Motivforschung ist das Konzept 42 Prozent der Österreicher (ab 14 Jahren) bekannt – bei der letzten Umfrage im Jahr 2009 waren es nur 32 Prozent gewesen. 82 Prozent der Befragten halten Mikrokredite zur Armutsbekämpfung für eine gute Idee (2009: 87 Prozent). Von denen, die das Konzept schon kannten, bewerten es 97 Prozent als positiv.

Ethische Veranlagung

Die Ethik-Fonds der Banken sind laut Püspök Randprodukte, und es gebe nicht viele Leute, die sich damit gut auskennen. Diese Fonds seien zudem von ihrer Natur her eher Defensivprodukte, weil bestimmte Veranlagungen (z.B. in Waffen oder Glücksspiel) ausgeschlossen würden. “Das ist so, wie wenn man sich einen Keuschheitsgürtel anlegt.”
Bei Oikocredit kann man Beträge ab 200 Euro anlegen und bekommt dafür eine Dividende von 2 Prozent, und das schon seit 13 oder 14 Jahren, erklärte Püspök. “Wir haben keine Fixierung auf eine Dividende, weil wir keine Dividendenmaximierung betreiben.” Die Dividende sei ein Zeichen des kommerziellen Hintergrundes, aber die Motivation sei keine kommerzielle, sondern eine soziale. Bindungsfristen für das veranlagte Geld gibt es laut Püspök nicht, “aber wir sind kein Instrument für kurzfristige Veranlagungen, also man soll nicht bei uns zwei, drei Monate anlegen, sondern es sollte schon ein Veranlagungshorizont da sein von ein bis zwei Jahren”. Wenn das Geld dann doch früher gebraucht werde, sei das auch kein Problem und man könne es jederzeit binnen drei, vier Tagen abheben.

Mitarbeiter in Vergabe-Ländern

Zur Sicherheit der Veranlagungen trage bei, dass die holländische Oikocredit-Genossenschaft schon seit 37 Jahren in diesem Bereich tätig sei und die meisten Mitarbeiter in den Ländern habe, in denen die Mikrokredite vergeben werden. “Wir haben ca. 10 Prozent Kreditreserven, aber nur einen durchschnittlichen Kreditausfall von einem Prozent pro Jahr.” Da die Einlagen als Genossenschaftsanteile entgegengenommen würden, habe man einen Eigenkapital-Anteil von 86 Prozent. Gebühren verlange man von den Genossenschaftern nicht, nur einen Mitgliedsbeitrag von 20 Euro im Jahr. Weltweit hat Oikokredit etwa 520 Mio. Euro an Krediten vergeben, damit würden etwa 20 Millionen Menschen erreicht, das seien neben den eigentlichen Kreditnehmern auch deren Familien.

(APA)

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