Der Kollektivvertrag gilt in Vorarlberg für rund 12.000 Beschäftigte. - © VOL.at/Philipp Steurer Am 22. September 2011 wird in Wien die diesjährige Metaller-Lohnrunde für die Industrie mit dem Austausch der Wirtschaftsdaten zwischen der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite eröffnet. „Die Arbeitszeit wird heuer bei den Verhandlungen kein Thema sein“, kündigt dazu der Chefverhandler auf Arbeitgeberseite, Christoph Hinteregger, gegenüber den VN an. Hinteregger ist Geschäftsführer beim weltweit tätigen Vorarlberger Seilbahnbauer Doppelmayr in Wolfurt.
Die heurigen Verhandlungen finden vor dem Hintergrund von sehr guten Wirtschaftsdaten, aber auch einer sehr hohen Inflation statt. Damit sind entsprechend hohe Forderungen der Gewerkschaft zu erwarten. Zahlen werden aber im Vorfeld der Gespräche traditionellerweise von keiner Seite genannt. Dieser Kollektivvertrag gilt österreichweit für rund 165.000 Beschäftigte, in Vorarlberg für etwa 12.000.
Verhandlungen werden am 4. Oktober, am 12. Oktober und falls erforderlich am 20. Oktober 2011 stattfinden. „Wir werden heuer die Gespräche auf die Elemente Erhöhung der Ist- und Mindestgehälter, Mindesterhöhung, Einmalzahlungen für Betriebe mit guten Ergebnissen usw. fokussieren. Dabei werden wir ein hohes Augenmaß darauf legen, dass der Abschluss auch in Zukunft finanzierbar bleibt“, sagt Hinteregger.
Und weiter: „Wir kommen von sehr starken Steigerungen, haben aber Signale, dass die Steigerungsraten auf gutem Niveau abflachen. Das gilt es genau zu berücksichtigen und verantwortungsvoll in den Abschluss einzuspeisen.“
Deshalb will die Arbeitgeberseite auch das gesamte Einkommen berücksichtigen. „Denn viele Sozialleistungen zahlt ja auch die Metallindustrie über ihre Steuern mit“, erläutert Hinteregger.
„Als kreativen Vorschlag, den wir in die Verhandlungen einbringen werden“, bezeichnet Hinteregger einen Vorstoß des Feldkircher Unternehmers Erich Lingenhöle, der die KMU des Landes Vorarlberg im Arbeitsrechtlichen Ausschuss der Wirtschaftskammer Österreich vertritt. Lingenhöle dazu gegenüber den VN: „Die Teuerungsabgeltung für die Mitarbeiter erfolgt mit einem prozentualen Zuschlag. Das ist aber ungerecht, weil diese Art der Inflationsabgeltung jene Personen benachteiligt, die niedrigere Einkommen beziehen, aber dieselben Teuerungsraten haben wie die Bezieher von höheren Einkünften. Die Inflationsabgeltung sollte daher durch einen Fixbetrag abgegolten werden, der für alle Einkommensempfänger gleich hoch sein sollte.“
Auch ÖGB-Landeschef Norbert Loacker meint zu diesem Vorschlag: „Das hat vieles für sich, ich sehe das ähnlich.“ Loacker erwartet „auf jeden Fall einen Abschluss über jenem des Vorjahres“. Das ergebe sich schon aus der hohen Inflationsrate, aber auch daraus, dass die Vorarlberger Unternehmer entsprechende Gehälter zahlen müssen, sonst würden die dringend gebrauchten Facharbeiter verstärkt in die Schweiz abwandern. Beim Lohnabschluss müssten die kleinen und mittleren Einkommen bevorzugt behandelt werden. Im vergangenen Jahr wurden die Istlöhne um 2,3 Prozent, die Mindestlöhne um 2,5 Prozent angehoben. Vereinbart wurde aber eine Mindesterhöhung um 45 Euro. Damit ist das niedrigste Gehalt in der Metallindustrie derzeit 1520 Euro.
Dazu kam noch eine Einmalzahlung (Gewinnbeteiligung), die vom Ergebnis des jeweiligen Unternehmens abhängig war.