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Metaller-Protest in Vorarlberg beginnt: Streiks nicht ausgeschlossen

Auch Streiks werden seitens Norbert Loacker nicht ausgeschlossen.
Auch Streiks werden seitens Norbert Loacker nicht ausgeschlossen. ©PRO-GE
Nach der mittlerweile vierten gescheiterten Metaller-Lohnverhandlungsrunde finden ab Donnerstag in zahlreichen Vorarlberger Unternehmen Betriebsversammlungen statt.

Die Arbeitgebervertreter haben bei der letzten Lohnverhandlungsrunde weder ein konkretes Lohnangebot gemacht, noch wurde auf einen anderen Vorschlag der Arbeitnehmervertreter eingegangen, wie etwa Verbesserungen bei der Vergütung von Dienstreisen, Schichtzulagen oder Erhöhung der Lehrlingsentschädigung. „Dass sie dann sogar noch über die Inflationsrate diskutieren wollten, hat für uns Arbeitnehmervertreter das Fass zum Überlaufen gebracht“, resümiert Loacker nach der vierten Verhandlungsrunde. „Wir lassen uns nicht mehr auf der Nase herumtanzen.”

Streiks nicht ausgeschlossen

Die Arbeitgebervertreter wollen sich nicht an der österreichischen, sondern – angeblich aus Wettbewerbsgründen – an der europäischen Inflationsrate orientieren, die deutlich niedriger ist. Das würde laut ÖGB für die Arbeitnehmer eine geringere Abgeltung bedeuten. „Jetzt ist es an der Zeit, unsere Kollegen bei Betriebsversammlungen umfassend zu informieren und damit eine erste Protestmaßnahme zu setzen“, erklärt Loacker. Sollte es bei der fünften Verhandlungsrunde am kommenden Montag wieder keine Einigung geben, schließt Loacker auch Streiks als letztes Mittel nicht aus.

“Sauerei”

Großer Ärger herrscht auch bei anderen Betriebsräten in Vorarlberg. Klaus Willi, Betriebsratsvorsitzender bei Sapa Group in Nenzing, spricht von einer „Sauerei“, dass von Arbeitgeberseite rein gar kein Entgegenkommen zu spüren ist. Er hat für den kommenden Montag eine Betriebsversammlung für die rund 380 Beschäftigten organisiert. „Angesichts der hohen Inflationsrate und den besten Wirtschaftszahlen seit Jahren ist es für mich überhaupt nicht nachvollziehbar, dass sich die Arbeitgebervertreter so verhalten.“

Auch im gesamten Betrieb ist der Unmut zu spüren. „Meine Kollegen und sogar die Geschäftsleitung können ebenfalls nicht verstehen, warum die Arbeitgebervertreter eine Einigung hinauszögern und die Beschäftigten derart über den Tisch ziehen wollen. Wir als Arbeitnehmervertreter haben ihre volle Unterstützung für sämtliche Maßnahmen. Unsere MitarbeiterInnen wären sogar zum Streik bereit. Die Arbeitgebervertreter müssen sich also warm anziehen“, macht Willi Druck.

“Wurden mit Trinkgeld abgespeist”

„Eine ordentliche Lohnerhöhung steht uns heuer einfach zu“, sagt Thomas Tscherntschitz, Betriebsratsvorsitzender bei Armstrong-Metalldecken in Rankweil. Dort findet am Donnerstag ebenfalls eine Betriebsversammlung statt. „In den letzten Jahren wurden wir mit Trinkgeld abgespeist, und jetzt, wenn es den Unternehmen so gut geht wie schon lange nicht mehr, haben wir auch einen Anteil am Erfolg verdient“, ist der Betriebsrat von rund 120 Beschäftigten überzeugt. „Wir sind mitverantwortlich dafür, dass es der Wirtschaft gut geht und dass sich die österreichischen Unternehmen weltweit mit qualitativ hochwertigen Produkten rühmen können.“

Blockade auch bei Lehrlingsentschädigung

Besonders betroffen macht Tscherntschitz, dass die Arbeitgebervertreter auch bei der Lehrlingsentschädigung blockieren. „Das tut mir am meisten weh. Jeder beschwert sich über den Fachkräftemangel – es sollte deshalb auch vor allem im Interesse der Unternehmen sein, die Lehrausbildung attraktiver zu machen.“

(Red.)

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