Funkenhexe wollte nicht brennen, Beerdigung steht an

Von Gemeindereporter Marianna Moosbrugger
Akt.:
Die Funkenbauer mit der verunglückten Funkenhexe
Die Funkenbauer mit der verunglückten Funkenhexe - © Marianna
Nach 27 Jahren kam die Feuerwehr Mellau erstmals in kuriose Situation.

Mellau. Das Brauchtum des Funkensonntags wird in Mellau noch hochgehalten und gilt in der Gemeinde zwischenzeitlich als traditioneller, gesellschaftlicher Treffpunk. Deshalb war es für die 15 Funkenbauer der Feuerwehr Mellau ganz selbstverständlich, dass ihr Funken erst am Sonntagabend entzündet wurde.

Geschätzte 400 m³ Holz, hauptsächlich Abbruchholz, das die Funkenbauer das ganze Jahr über zusammensammelten, wurde vom Lagerplatz zum Funkenplatz transportiert um dort bei stürmischen Wetterverhältnissen den ca. zehn Meter hohen Funken aufzubauen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag musste eine Funkenwache eingerichtet werden um sicher zu gehen, dass keine „Zünsler“ kommen um den Funken verfrüht in Brand zu setzen.

Trotz Regen waren viele Einheimische und Gäste gekommen um beim Abbrennen des Funkens dabei zu sein. Die Bürgermusik Mellau spielte ein paar flotte Märsche bevor das Feuerwerk gestartet und der Funken vom Funkenmeister Lukas Bischof angezündet wurde.

Funkenhexe muss beerdigt werden

Das Feuer loderte, knisterte und die Flammen züngelten der von der Jugendfeuerwehr gebauten Funkenhexe entgegen. Schon recht bald nach dem Entzünden bekam der Funken Seitenlage. Noch bevor das Feuer die Funkenhexe erreichen konnte kam der Funken zu Sturz. Seit 27 Jahren baut die Feuerwehr Mellau inzwischen den Funken, aber in diese Situation waren sie bis Dato noch nie gekommen. Spontan wurde die Funkenhexe aus der misslichen Lage befreit und durch die Bevölkerung getragen, sogleich verkündeten die Kameraden der Feuerwehr, dass es wohl in der nächsten Woche eine Beerdigung geben wird. Wie die Hexe zu Grabe getragen werde, dazu müsse zuerst noch eine Sitzung einberufen werden, erklärten die Feuerwehrmänner.

Belustigt über die außergewöhnliche Situation kosteten zahlreiche Funkenbesucher die leckeren von den Feuerwehrfrauen gebackenen „Funkoküochle“ und genossen die gute Berwirtung durch die Feuerwehr Mellau.

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