Medienhäuser: Aktion Scharf gegen "Kampfposter"

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Internet: Bis zu 20 Prozent aller Kommentare sind feindselig - rechtliche Folgen für feindliche Postings. Internet: Bis zu 20 Prozent aller Kommentare sind feindselig - rechtliche Folgen für feindliche Postings. - © Bilderbox/Symbolbild
Webseitenbetreiber kämpfen täglich mit unerwünschten Kommentaren, die eine intelligente Konversation unmöglich machen.

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Kate Kinski von der University of Arizona hat herausgefunden, dass 15 bis 20 Prozent aller Kommentare unangebracht sind. Sie untersuchte das Verhalten von Nutzern auf Online-Portalen. "Jeder fünfte Kommentar beinhaltet gehässige Aussagen oder persönliche Beschimpfungen. Anonyme Kommentatoren übernehmen keine Verantwortung für ihr Handeln", so die Forscherin.

Medien brauchen Schutz

Deutlich wird die Feindseligkeit auch an der Reaktion der Nachrichtenportale. Die österreichische Tageszeitung "Kleine Zeitung" hat beispielsweise im Frühjahr die Kommentarfunktion ihres Online-Auftritts überarbeitet. Die Redaktion teilte mit: "Wir fordern ab sofort alle User zur Registrierung per Handy auf, um dem Problem strafrechtlich relevanter Kommentare mancher 'Kampfposter' Herr zu werden." Dieser Schritt führte in der Medienszene zu einer Diskussion über die Möglichkeiten von Medien, unangebrachte Meinungen zu vermeiden.

"Bevor das neue System eingeführt wurde, gab es vor allem bei politischen Inhalten keine Hemmschwelle. Bei einigen Themen kam es sogar zu Klagen. Die Nutzer trauten sich in der Anonymität einfach mehr. Seit dem Umstieg stelle ich fest, dass die Gesprächskultur besser geworden ist. Gleichzeitig wird aber deutlich weniger gepostet", sagt Journalist und Blogger Thomas Fian im Gespräch mit pressetext. Weltweit sieht der Experte bei Online-Medien Handlungsbedarf und erwartet sich, dass in Zukunft alle großen Medien einen Schutzmechanismus einführen werden.

Anonymität unerwünscht

Nutzungsbedingungen von Online-Foren spielen dabei eine wichtige Rolle. Immer mehr Medienhäuser entschließen sich dazu, persönliche Daten des Nutzers einzufordern. Eine weitere Möglichkeit, die immer mehr Fürsprecher findet, ist die Integration von Facebook. Damit werden gewisse Kommunikations-Standards eingehalten.

Ein prominentes Beispiel für den Umgang mit Kommentatoren ist die New York Times. 13 Mitarbeiter sind ständig damit beschäftigt, Kommentare durchzulesen und gegebenenfalls zu löschen. Erin Wright, eine der Moderatoren, sagt in einem Interview mit der Huffington Post: "Ich bin wie ein Schiedsrichter inmitten eines Spiels." Wright bearbeitet an einem Tag zwischen 500 und 600 Kommentare, an manchen Tagen kann es auch mehr sein. Zu ihrer Hauptaufgabe gehört es, beleidigende und aggressive Äußerungen zu unterbinden.

(pte)

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