Akt.:

Masernimpfstoff als Ladenhüter

Masernimpfstoff als Ladenhüter
von Marlies Mohr - Bregenz (VN) - Die Gratis-Impfaktion gegen Masern gerät offenbar zum Flop. Gut sieben Wochen nach einem offiziellen Aufruf wurden von Impfärzten gerade einmal 15 Dosen des Impfstoffes bei den Bezirkshauptmannschaften angefordert.

 (1 Kommentar)

Korrektur melden

Landessanitätsdirektor Dr. Christian Bernhard schüttelt ob dieser bislang äußerst dürftigen Bilanz nur verständnislos den Kopf. „Da wäre eine Impfung auch für Erwachsene einmal kostenlos und trotzdem wird sie nicht angenommen“, wundert er sich. Dabei hat der Appell, sich impfen zu lassen, einen durchaus realen Hintergrund. Denn die Masern, eine hochinfektiöse Viruserkrankung, sind noch längst nicht ausgerottet. Erst im heurigen Frühjahr kam es in der Schweiz und Deutschland immer wieder gehäuft zu Erkrankungen. Um eine Renaissance der Masern zu verhindern, initiierte das Gesundheitsministerium eine Impfaktion mit Gratis-Impfstoff für Kinder und Personen bis 45 Jahre. Doch der Sache ist vorderhand kein Erfolg beschieden.

„Möglicherweise war der Sommer ein ungünstiger Zeitpunkt“, mutmaßt Christian Bernhard. Und: „Vielleicht läuft es mit Schulbeginn ja besser.“ Denn der Appell zur Impfung bleibt aufrecht. Mit gutem Grund. „Je älter jemand bei Ausbruch der Erkrankung ist, umso gefährlicher können die Komplikationen sein“, warnt der Landessanitätsdirektor. Immun gegen Masernviren sind hingegen Leute, die bereits eine Masernerkrankung durchgestanden haben. Bei den meisten über 45-Jährigen sei dies der Fall, begründet Bernhard die Altersgrenze. In Vorarlberg gab es heuer einen Masernfall.

Vergessene Impfung

Masern zählen zu den typischen Kinderkrankheiten. Die erste Impfung erfolgt im Säuglingsalter. Danach wäre mit zwei Jahren oder spätestens bei Schuleintritt eine zweite Impfung erforderlich. Doch speziell auf diese zweite Impfung werde oft vergessen, weshalb die Krankheit immer wieder aufflackere. Christian Bernhard verweist darauf, dass eine Masernimpfung immer auch eine soziale Komponente hat, weil jeder Geimpfte praktisch der ganzen Gesellschaft nütze.

Etwa 90 Prozent der jeweiligen Geburtsjahrgänge sind gegen Masern geimpft. Um sie in Europa auf Dauer eliminieren zu können wäre laut Experten eine Durchimpfungsrate von mindestens 99 Prozent nötig. Die kostenlose Impfaktion soll ein Schritt in diese Richtung sein. Der Impfstoff kann bei allen Bezirkshauptmannschaften bezogen werden. Für Erwachsene fällt als Selbstbehalt eine Impfgebühr von etwa 10 Euro an.

Stichwort: Masern

Es handelt sich um eine durch Masernviren hervorgerufene, hoch ansteckende Infektionskrankheit, die vor allem Kinder betrifft. Neben den typischen roten Hautflecken haben Betroffene Fieber und einen erheblich geschwächten Allgemeinzustand. Es können außerdem lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen auftreten. Die Diagnose erfolgt durch einen Antikörpernachweis im Blut. Eine spezifische Therapie existiert nicht, der Erkrankung und somit auch den Komplikationen kann durch Impfung ab dem zwölften Lebensmonat vorgebeugt werden.

Werbung


Kommentare 1

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

 
noch 1000 Zeichen
 

HTML-Version von diesem Artikel
Verkehr in Vorarlberg

Mehr auf vol.at
Raub in Lustenau nur vorgetäuscht
Lustenau - Am Mittwoch erstattete ein 18-jähriger Mann aus Wien Anzeige, dass er gegen 06.50 Uhr in Lustenau auf einem [...] mehr »
Ludescher Weihnachtsbaum erleuchtet das Landhaus
Bregenz - Der Weihnachtsbaum vor dem Landhaus kommt heuer aus der Blumenegg-Region. Landeshauptmann Markus Wallner [...] mehr »
Omicron ordnet Eigentumsverhältnisse neu
Klaus - Die Omicron Privatstiftung hält zukünftig alle Unternehmensanteile - Hansjörg Stadelmann ist Stiftungsvorsitzender. mehr »
Rüttelstampfer von Harder Baustelle gestohlen
Hard - Von einer Harder Baustelle wurde ein Arbeitsgerät, ein sogenannter Rüttelstampfer, entwendet. Die Polizei [...] mehr »
Vorarlberger Landes- und Gemeindebedienstete: 1,6 Prozent mehr Lohn
Bregenz - Die Monatsbezüge der Vorarlberger Landes- und Gemeindebediensteten (einschließlich der Bediensteten in den [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Werbung
Jetzt meistgelesen auf VOL.AT
Werbung

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Anmelden - oder ohne Registrierung diskutieren

Als VOL.AT User anmelden:




Passwort vergessen?

Unregistrierter User:

Bei unregistrierten Benutzern wird der Kommentar erst nach einer Prüfung freigeschaltet. Beleidigende, rassistische, ausfällige oder nicht themenbezogene Kommentare werden nicht veröffentlicht. Kommentare von eingeloggten Usern werden sofort veröffentlicht.

Neu registrieren



Bitte Javascript aktivieren!