12. September 2011 08:03; Akt.: 12.09.2011 08:15

Masernimpfstoff als Ladenhüter

Die Masernimpfung sollte durchaus ernst genommen werden. Die Masernimpfung sollte durchaus ernst genommen werden. - © BilderBox/Symbolbild
von Marlies Mohr - Bregenz (VN) - Die Gratis-Impfaktion gegen Masern gerät offenbar zum Flop. Gut sieben Wochen nach einem offiziellen Aufruf wurden von Impfärzten gerade einmal 15 Dosen des Impfstoffes bei den Bezirkshauptmannschaften angefordert.

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Landessanitätsdirektor Dr. Christian Bernhard schüttelt ob dieser bislang äußerst dürftigen Bilanz nur verständnislos den Kopf. „Da wäre eine Impfung auch für Erwachsene einmal kostenlos und trotzdem wird sie nicht angenommen“, wundert er sich. Dabei hat der Appell, sich impfen zu lassen, einen durchaus realen Hintergrund. Denn die Masern, eine hochinfektiöse Viruserkrankung, sind noch längst nicht ausgerottet. Erst im heurigen Frühjahr kam es in der Schweiz und Deutschland immer wieder gehäuft zu Erkrankungen. Um eine Renaissance der Masern zu verhindern, initiierte das Gesundheitsministerium eine Impfaktion mit Gratis-Impfstoff für Kinder und Personen bis 45 Jahre. Doch der Sache ist vorderhand kein Erfolg beschieden.

„Möglicherweise war der Sommer ein ungünstiger Zeitpunkt“, mutmaßt Christian Bernhard. Und: „Vielleicht läuft es mit Schulbeginn ja besser.“ Denn der Appell zur Impfung bleibt aufrecht. Mit gutem Grund. „Je älter jemand bei Ausbruch der Erkrankung ist, umso gefährlicher können die Komplikationen sein“, warnt der Landessanitätsdirektor. Immun gegen Masernviren sind hingegen Leute, die bereits eine Masernerkrankung durchgestanden haben. Bei den meisten über 45-Jährigen sei dies der Fall, begründet Bernhard die Altersgrenze. In Vorarlberg gab es heuer einen Masernfall.

Vergessene Impfung

Masern zählen zu den typischen Kinderkrankheiten. Die erste Impfung erfolgt im Säuglingsalter. Danach wäre mit zwei Jahren oder spätestens bei Schuleintritt eine zweite Impfung erforderlich. Doch speziell auf diese zweite Impfung werde oft vergessen, weshalb die Krankheit immer wieder aufflackere. Christian Bernhard verweist darauf, dass eine Masernimpfung immer auch eine soziale Komponente hat, weil jeder Geimpfte praktisch der ganzen Gesellschaft nütze.

Etwa 90 Prozent der jeweiligen Geburtsjahrgänge sind gegen Masern geimpft. Um sie in Europa auf Dauer eliminieren zu können wäre laut Experten eine Durchimpfungsrate von mindestens 99 Prozent nötig. Die kostenlose Impfaktion soll ein Schritt in diese Richtung sein. Der Impfstoff kann bei allen Bezirkshauptmannschaften bezogen werden. Für Erwachsene fällt als Selbstbehalt eine Impfgebühr von etwa 10 Euro an.

Stichwort: Masern

Es handelt sich um eine durch Masernviren hervorgerufene, hoch ansteckende Infektionskrankheit, die vor allem Kinder betrifft. Neben den typischen roten Hautflecken haben Betroffene Fieber und einen erheblich geschwächten Allgemeinzustand. Es können außerdem lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen auftreten. Die Diagnose erfolgt durch einen Antikörpernachweis im Blut. Eine spezifische Therapie existiert nicht, der Erkrankung und somit auch den Komplikationen kann durch Impfung ab dem zwölften Lebensmonat vorgebeugt werden.


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