Maschinen setzen Gedankenprozesse in Gang

Von Gemeindereporter Edith Rhomberg
Die Bildhauerin Asta Gröting im Kunstraum Dornbirn.
Die Bildhauerin Asta Gröting im Kunstraum Dornbirn. - © Edith Rhomberg
Die Installation im Kunstraum Dornbirn wurde realisiert von der Bildhauerin Asta Gröting.

 

 

Dornbirn. Die Versammlung alter Maschinen und Gerätschaften in der früheren Montagehalle der Rüsch Werke, dem Ausstellungshaus des Kunstraum Dornbirn, könnte vieles bedeuten. Die Erhebung von jeweils einzelnen Objekten zum Kunstwerk ist es nicht. Es ist auch nicht ein romantischer Blick zurück, wonach früher vieles besser gewesen sei. Mit den aufgestellten Werkbänken, Geräten und Maschinen erzählt die Künstlerin Asta Gröting eine Geschichte über Vorarlberg. Sie gibt einiges preis von der damaligen Berufswelt der Menschen, über ihre Arbeitsweise oder die früheren Herstellungsmethoden im gesellschaftlichen Kontext.

Mit der raumfüllenden Installation lädt die in Berlin lebende Künstlerin die Besucher ein, sich auf eine Zeitreise zu begeben. Das älteste Gerät ist der Schindelbock, der aus dem Jahr 1800 stammt. Er diente zur Herstellung von Holzschindeln und zur Fertigung von Heinzen für die Trocknung von Heu.

Nähmaschinen, Stickmaschinen, Geräte für die Schusterei oder eine Drucksetzmaschine von 1911 lassen den Betrachter erahnen, wie damals gearbeitet wurde. Über die Visualisierung führt die Bildhauerin auf die emotionale Ebene, die beim Betrachter kritische Gedanken anzuregen vermag. Inwieweit wird unser Denken und Konsumverhalten verändert durch den zunehmenden Verlust zum Herstellungsprozess einer Ware? Wie lässt sich die Wertigkeit von Artikeln aus einer weitgehend anonymisierten Industrieproduktion überhaupt noch bemessen? Diesen Fragen kann und wird sich jeder Besucher auf individuelle Weise nähern. Und das ist durchaus erwünscht, denn die Künstlerin sagt: „Am meisten interessiert mich, welche Gedankenprozesse in Gang kommen“. Das Handwerk und der Bezug des Menschen zu dem Werk seiner Hände ist ein wiederkehrendes Thema in den Arbeiten von Asta Gröting.

Die Ausstellung ist eröffnet

Diese erste von den vier diesjährigen Ausstellungen trägt den Titel „Die Geschichte der Werkzeuge ist das aufgeschlagene Buch der menschlichen Psychologie“. Ekkehard Bechtold, Präsident des Kunstraum Dornbirn, eröffnete nicht nur die Ausstellung, sondern auch den Dornbirner Frühling. Das hat ebenso Tradition wie die große Zahl an Gästen, die sich die Ausstellungseröffnung nicht entgehen lassen wollten. Thomas Häusle, Kurator und Leiter des Kunstraum Dornbirn, sprach über die Künstlerin und ihre Arbeit, den modernen Kunstbegriff und über die Verbindung zwischen Hand und Kopf. Damit verwies er neben den Exponaten auch auf die Videos im Raum, in denen die Bildhauerin einen Kopf modelliert.

Die Ausstellungseröffnung besuchten unter vielen anderen Gästen Dornbirns Bürgermeisterin Andrea Kaufmann, Vizebürgermeister Martin Ruepp, Stadträtin Juliane Alton, Altbürgermeister Wolfgang Rümmele oder Werner Matt, Stadtarchivar. Gottfried Bechtold, Kurt Dornig, Ingrid Adamer, Margot Prax, Roland Adlassnig, Erhard Witzel und Uta Belina Waeger, sowie Maria Jansa begaben sich ebenso auf die Zeitreise wie Klaus Lingg, Judith Fink und Marco Spitzar, Verena Konrad, Konrad Amber oder Silvio Raos.

Ausstellung Asta Gröting

Die Geschichte der Werkzeuge ist das aufgeschlagene Buch der menschlichen Psychologie

Bis 14. Mai täglich von 10 bis 18 Uhr

Kunstraum Dornbirn, Jahngasse 9

www.kunstraumdornbirn.at

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