Page 1Page 1 CopyGroupGroupCombined ShapePage 1Page 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Manufaktur voller Innovationsgeist

Zirbenmanufaktur Die Koje lebt in der historischen Spinnerei Klarenbrunn Nachhaltigkeit.

Christian Leidinger übernahm mit 25 Jahren und nach dem plötzlichen Tod des Vaters zusammen mit seinem Bruder die familieneigene Tischlerei in Bludenz. Bis die Wirtschaftskrise 2009 einschlug und große Aufträge ausblieben. Der Stress, den diese Situation mit sich brachte, bekam Leidinger am eigenen Leib zu spüren. Ein Bandscheibenvorfall fesselte ihn wochenlang ans Bett. In der Zeit kam ihm allerdings jene Idee, die heute der Grundpfeiler seines unternehmerischen Erfolgs ist. Ein Bett aus Zirbe, das astfrei ist, ohne Metallteile auskommt und bei der Produktion kein Gramm Abfall erzeugt, weil alles wiederverwertet wird. „Die Koje“ war geboren. Heute produziert der Tischlermeister Hunderte Betten im Jahr und arbeitet nach dem „Cradle to Cradle“- Prinzip. Das heißt, eine möglichst abfallfreie Produktion. Astreiche Bretter kommen unsichtbar als Schubladenkorpus, Regalböden oder im nicht sichtbaren Bettgestell zum Einsatz. Die Zirbenspäne, die beim Hobeln anfallen, wandern in Kissen. Unverwertbare Holzreste nutzen sie zum Beheizen der Tischlerei. Zudem wird auf Metallteile, Kunststoffe und jegliche andere Arten von Chemie verzichtet.

Die Tischlerei selber sieht der Unternehmer als Manufaktur, in der Nachhaltigkeit und Innovationsgeist gelebt werden. Da verwundert es nicht, dass Stillstand ein Fremdwort ist. Weil sich 2016 der Umsatz bereits verdreifacht hat und die Produktion aus allen Nähten platzt, wurde eine Betriebserweiterung notwendig. Gefunden wird der neue Standort nur einige Hundert Meter vom alten Betriebsstandort entfernt – die Spinnerei Klarenbrunn in der Bludenzer Klarenbrunnstraße. Das alte Fabrikareal wird gerade revitalisiert. Die ehemalige Spinnerei wurde 1886 im englischen Stil errichtet und wurde bis 2015 auch als solche genutzt. „Mit der Gelegenheit, dieses Gebäude zu kaufen, konnte ich somit den Platzbedarf des eigenen Unternehmens abdecken und gleichzeitig ein völlig neues, spannendes Themenfeld kennenlernen. Das Gebäude fasziniert mich schon sehr lange, und es erlaubt mir, meinen Traum eines kreativen und nachhaltigen Handwerkszentrums umzusetzen“, so der Bludenzer Unternehmer. Sechs Millionen Euro investiert Leidinger in das Vorhaben. Dadurch wird die Produktionsfläche auf rund 2500 Quadratmeter verdreifacht. Der vollständige Umzug der eigenen Manufaktur soll im Frühjahr 2018 abgeschlossen sein. Zentrum für Nachhaltigkeit Neben der Koje werden aber auch andere Betriebe in der ehemaligen Spinnerei Einzug halten. Denn nach der Revitalisierung soll die alte Fabrik die neue Heimat von umweltbewussten Unternehmen und Start-ups werden. Leidingers Vision: ein Zentrum für Nachhaltigkeit und kreatives Handwerk. Um beide Projekte parallel umsetzen zu können, ist ein starkes Team notwendig, welches die ambitionierten Ideen mitträgt. „Teamgeist ist enorm wichtig, ohne den Einsatz aller Mitarbeiter wäre die Fabrik nicht zeitgleich mit der Koje realisierbar. Zusätzlich können unsere Mitarbeiter aktiv die Gestaltung ihres zukünftigen Arbeitsplatzes beeinflussen“, erklärt Leidinger. Bekanntheit erreichte Christian Leidinger übrigens auch durch seinen Auftritt in der TVStartup- Show „2 Minuten 2 Millionen“. Dort ging er Anfang 2017 auf Investorensuche. Mit Erfolg, denn er konnte STRABAG- Chef Hans Peter Haselsteiner und Unternehmer Leo Hillinger überzeugen. 700.000 Euro investieren die beiden in die Expansion der Zirbenmanufaktur.

Fill 1Created with Sketch. zurück zur Startseite
  1. VOL.AT
  2. Jetzt im Fokus auf VOL.AT
  3. Manufaktur voller Innovationsgeist
Kommentare
Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.