Mahnmal für Vorarlberger Widerstandskämpfer wird in Bregenz enthüllt

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Das Mahnmal in Bregenz wird mit großem Rahmenprogramm enthüllt.
Das Mahnmal in Bregenz wird mit großem Rahmenprogramm enthüllt. - © VOBS
Bregenz. Das Vorarlberger Widerstandsmahnmal wird am 14. November am Sparkassenplatz in Bregenz offiziell enthüllt. Beim Festakt, der um 10.30 Uhr beginnt, wird die ungarische Holocaust-Überlebende und Nachfolgerin Hannah Arendts an der New School for Social Research in New York, Agnes Heller, eine Rede halten. Rund um die Eröffnung gibt es in ganz Vorarlberg ein umfangreiches Rahmenprogramm.

Das Denkmal für Vorarlberger Deserteure und Wehrdienstverweigerer, das von der Klagenfurter Künstlerin Natasa Siencnik realisiert wird, sieht eine Glasvitrine mit einer Faltblattanzeige vor – ähnlich den früheren Anzeigetafeln auf Bahnhöfen.

Namen und Geschichten von Vorarlberger Widerstandskämpfern

Gezeigt werden darauf die Namen und Geschichten von Vorarlberger Widerstandskämpfern, Wehrmachtsdeserteuren und -verweigerern sowie von Einheimischen, die “gegenüber Verfolgten und Misshandelten trotz Verbots Menschlichkeit geübt haben”, heißt es im Text der Eröffnungseinladung. Enthüllt wird das Denkmal vom Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP), für das Land Vorarlberg wird Landtagspräsident Harald Sonderegger (ÖVP) dem Festakt beiwohnen.

Die Medienkünstlerin, Filmemacherin und Designerin Siencnik, die an der Akademie der bildenden Kunst in Wien und an der Kunstuniversität Linz lehrt, setzte sich mit ihrem Widerstandsmahnmal in einem von der Stadt Bregenz ausgerufenen Wettbewerb Ende April 2015 gegenüber vier weiteren Einreichungen durch. Für das Projekt standen den Angaben zufolge insgesamt 90.000 Euro von Land, Stadt Bregenz und Gemeindeverband zur Verfügung, 60.000 davon fließen in die Realisierung.

Pläne für das Denkmal gibt es bereits seit 2011. Lanciert hatten die Idee die Vorarlberger Grünen und der Geschichtsverein “Johann-August-Malin-Gesellschaft”.

Großes Rahmenprogramm in ganz Vorarlberg

Anders als bei der Enthüllung des Wiener Deserteursdenkmals im Oktober 2014 begleitet den Festakt bis zum 21. Dezember ein umfangreiches Rahmenprogramm in ganz Vorarlberg. Als Veranstaltungsorte mit von der Partie sind das vorarlberg museum, das Jüdische Museum Hohenems, das Frauenmuseum Hittisau, das Landesgericht Feldkirch sowie das Feldkircher Theater am Saumarkt, der Spielboden in Dornbirn und in Bregenz das Theater Kosmos und das Metro-Kino. An 13 Abenden wird es dort Vorträge, Lesungen, Filmvorführungen, Diskussionen und ein Konzert rund um das Thema geben.

Auftakt des Programms bildete bereits am 27. Oktober eine Podiumsdiskussion im vorarlberg museum, die sich mit der Last des Erinnerns an den Nationalsozialismus, dem Kampf um die Deutungshoheit aber auch den auftretenden emotionalen Wogen in Zusammenhang mit einem Denkmal für Wehrmachtsdeserteure auseinandersetzte. Höhepunkte sind u.a. der Vortrag des Historikers Magnus Koch am 10. November im Jüdischen Museum oder die Lesung des Autors von “Mein Vater, der Deserteur”, René Freund, am 11. Dezember am Theater am Saumarkt.

Koch, der rund um das Deserteursdenkmal am Wiener Ballhausplatz für die Stadt Wien als wissenschaftlicher Berater fungierte, wird in seinem Referat den Versuch unternehmen, eine grobe Skizze einer Deserteurs-Kollektivbiografie zu zeichnen. Einen Einblick in zeitgeschichtliche Geschehnisse gibt am 23. November der deutsche Journalist Tom Sundermann. Sundermann, der für “Die Zeit online” von den NSU-Prozessen am Oberlandesgericht München berichtet, widmet sich in seinem Vortrag am Landesgericht Feldkirch dem Thema “Wie erforscht man Gesinnung?”. (red/APA)

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