„Im Waul“ geht neue Wege

„Im Waul“ geht neue Wege
Städtische Ideen prägen die Ideen für das neue Quartier „Im Waul“.

Mäder. (VN-doh) Innovativ und zukunftsfähig soll sich das neue Wohngebiet im Ortsteil Waul in den bestehenden Siedlungsraum von Mäder eingliedern. Das betonten die Verantwortlichen der Kummenberggemeinde und die Planer beim zweiten Infoabend zur Gebietsentwicklung im Waul. „Kompakt, durchgrünt, autofrei und vielfältig“ sind die Schlagworte für das Wohnquartier mit 70 Einheiten. Der Boden soll effektiv genutzt werden, denn kompaktes Bauen ermögliche auch mehr nutzbare Freiflächen und könne das Verkehrsaufkommen reduzieren. Gemeinschaftsflächen und -räume sollen einen Mehrwert für das Quartier bringen. Auch innovative Wohnformen, wenn etwa mehrere Generationen gemeinsam bauen, wolle man fördern. „Wenn wir den maximalen Gewinn für die Gemeinde anstreben würden, könnten wir die Grundstücke auch verschiedenen Bauträgern anbieten“, so Bürgermeister Rainer Siegele. Ein Weg, den die Gemeinde Mäder nicht gehen will. Drei Tage lang haben sich Architekten und Planer in Workshops getroffen, ein Projekt ausgearbeitet und dabei jeden Abend Feedback von Gemeinde und Anrainern bekommen.

Der Masterplan sieht vor, das Gebiet in drei Baufelder aufzuteilen. Es sind gesamt 70 Wohneinheiten vorgesehen. Die Baukörper sollen sich in die Nachbarschaft eingliedern und werden maximal viergeschoßig gebaut. Den Mittelpunkt des Quartiers soll eine dreieckige verkehrsfreie Fläche darstellen, die in der öffentlichen Hand bleibt, um für alle Mäderer zugänglich zu sein. Zudem unterstützt Siegele die Idee, die Grundstücke der Gemeinde nicht zu verkaufen, sondern ein langfristiges Baurecht einzuräumen.

Maximal ein Auto

Unter dem Baufeld 1, auf dem etwa 40 gemeinnützige Wohnungen geplant sind, ist eine Sammelgarage für das gesamte Quartier vorgesehen. Rund 70 Stellplätze soll diese haben: pro Wohneinheit maximal ein Parkplatz. Hinzu kommen Plätze für Carsharing-Autos. Die Intention von Gemeinde und Planern ist, dass die Bewohner animiert werden, auf ein Zweitauto zu verzichten. Die Plätze in der Tiefgarage sollen auch nicht verkauft, sondern vermietet werden, und zwar von der Gemeinde selbst, denn Mäder könnte, wenn die Gremien zustimmen, als Bauträger der Tiefgarage fungieren. Im Baufeld 2 sollen Kleinwohnanlagen entstehen. Für Siegele ist vorstellbar, dass hier sowohl Bauträger als auch Privatpersonen, die sich zusammenschließen, tätig werden. Im Baufeld 3 sind verdichtete Flachbauten, wie Reihenhäuser, angedacht.

Gemeinsame Gartenflächen

Neben der autofreien Fläche in der Mitte des Quartiers sollen viele Grünflächen entstehen. Zudem gibt es Ideen für einen Gemeinschaftsgarten und Urban Gardening. „Wir wollen eine spezielle Gruppe von Menschen ansprechen, die hier wohnen möchten. Personen, die sich bewusst für ein autofreies und vielfältiges Quartier entscheiden“, entgegnete Herbert Bork vom Planungsbüro Stadt Land auf die Bedenken der Nachbarn in Sachen Verkehr. Nun sind die Gremien der Gemeinde am Zug. Bis Jahresende soll diskutiert und dann in der Gemeindevertretung entschieden werden, welche Ideen finanzier- und umsetzbar sind. Vor 2019 werde aber sicher nicht gebaut, erklärte Siegele. Mäder sei durch die aktive Bodenpolitik in der glücklichen Situation, auf 11.000 Quadratmetern Gemeindegrund ein innovatives Quartier aktiv gestalten zu können.

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