30. Juli 2012 07:26; Akt.: 30.07.2012 11:55

Madonna in Wien: Mehr Heavy Metal- als Pop-Konzert

Madonna konnte ihre Fans beim Konzert in Wien nicht richtig begeistern. Madonna konnte ihre Fans beim Konzert in Wien nicht richtig begeistern. - © APA
Madonnas Konzert im Ernst-Happel-Stadion am 29. Juli 2012 sorgte bei so manchem Fan für Enttäuschung. Die “Queen of Pop” zeigte sich über weite Strecken von einer ganz anderen Seite und widmete sich dem Heavy Metal: Aggressiv, düster und verstörend. Das Konzert war bei weitem nicht ausverkauft und der Star ließ seine Fans lange warten.

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Madonna und Wien, das ist so eine Geschichte. Der erste Besuch der Diva vor fast genau vier Jahren fand an einem unwirtlichen Ort auf der Donauinsel statt und hinterließ nicht nur deshalb einen schalen Nachgeschmack. Der Gesang der mittlerweile 53-Jährigen hatte am Sonntagabend mehrmals Schieflage, die Show wirkte in Abschnitten unstimmig. Was angesichts der recht üppigen Kartenpreise nicht verziehen wurde.

Madonnas Tour ist nicht ausverkauft

Die aktuelle Tour steht generell unter keinem guten Stern: Das Album “MDNA” stürzte ab, der Kartenabsatz lief teils zäh. Madonna scheint das zu beflügeln: Das Spektakel im Prateroval war eine faszinierende Reizüberflutung zu wabernden Bässen, bei dem die Inszenierung mehr Bedeutung hatte als die Live-Musik. Religiöse Motive verschmolzen mit Splatter-Effekten (großartig wie brutal: “Gang Bang”), Kampfansagen (“I Don’t Give A*”) mit sexuellen Fantasien (“The Erotic Candy Shop”) und mit baskischer Folklore (“Open Your Heart”).

Madonna zeigte sich in Unterwäsche (und hauchte dazu “Like A Virgin” mit Klavierbegleitung im Walzertakt), im Catsuit, mit Swarovski-Glitter und wütend: Die Leute, die sie vor drei Tagen in Paris ausgebuht hatten, seien “keine Fans” gewesen, verkündete sie aufgeregt.

Fans von Konzert in Wien enttäuscht

Wer eine heile Popwelt erwartet hat, konnte nach dem Opener “Girl Gone Wild” enttäuscht rausgehen und nur bei der (blassen) Ballade “Masterpiece” und “Like A Prayer” (nur hier gab es – nach fast zwei Stunden – so etwas wie Stadion-Stimmung) wieder reinschauen. Die Sängerin, die manchmal so tat, als würde sie Gitarre spielen, verzichtete auf eine Nostalgierevue mit ihren größten Hits und tischte stattdessen ein zeitgerechtes, wüstes Drama mit Bumm-Bumm-Adrenalinstößen auf. Um Madonna zu zitieren: “I’m gonna be ok, I don’t care what the people say.” (APA)



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