“Kino am Bahnhof Bregenz ist wirtschaftlicher Kannibalismus”

Von Simon Vonbank
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Bald soll es in Bregenz ein neues Kino mit bis zu sieben Sälen geben.
Bald soll es in Bregenz ein neues Kino mit bis zu sieben Sälen geben. - © Shutterstock
Bregenz – In wenigen Jahren soll der neue Bahnhof stehen und mit ihm ein Kino mit bis zu sieben Sälen. Die kleineren Kinobetriebe in Vorarlberg fürchten um ihre Existenz – sofern die derzeitigen Pläne realisiert werden.

Thomas Schöpf ist der Projektleiter bei Rhomberg Bau, die für die Bebauung des Bahnhofareals verantwortlich sind. „Wir sind in Gesprächen mit einer international anerkannten Kinokette“, so Schöpf. Ob es sich dabei um die Cineplexx Kinobetriebs Ges.m.b.H. handelt, wollte er hingegen nicht verraten. Simone Altenburger von der Cinepromotion und Filmmarketing Ges.m.b.H., die für das Kinomarketing der Cineplexx-Kinos verantwortlich sind, erklärte gegenüber VOL.AT, dass sie kein Interesse an einem Kino am Bahnhof in Bregenz haben. Es habe nie Pläne in diese Richtung gegeben. Auch sei eine Verlegung des Cineplexx Lauterach nach Bregenz nicht vorgesehen.

K.O.-Schlag für Kleinkinos

Peter Pienz, Vorsteher der Vorarlberger Lichtspieltheater, erklärt, dass vergangenes Jahr rund 83 Prozent aller Kinobesucher auf die beiden Großkinos im Land und damit auf das Cineplexx gefallen sind. Somit beträgt der Anteil der Kleinkinos gerade mal 17 Prozent, verteilt auf alle fünf Kinos im Land in Bregenz, Lustenau, Dornbirn, Feldkirch und Bludenz. In Zahlen sind das etwa 750.000 Kinobesucher in den Großkinos und 153.000 Kinobesucher in den Kleinkinos. „Wenn noch ein Großkino eröffnet, ist das der sichere Untergang für das ein oder andere Kleinkino“, so Pienz. Dieser Plan eines Kinos am Bahnhof sei ein Widerspruch, da auf der einen Seite das Land die Kleinkinos finanziell unterstütze und auf der anderen Seite durch ein Überangebot an Kinos im Land vernichte. „Das wäre eine unverantwortliche Handlungsweise gegenüber den Kleinkinos und ein wirtschaftlicher Kannibalismus“, so Pienz. Derzeit seien schon mehr Kinobetriebe im Land, als damals zur Hochzeit der Kinos in den 50er Jahren. Aus diesem Grund glaubt Pienz sowieso nicht an die Umsetzung dieser Idee.

Anpassungen am Bauplan notwendig

Derzeit prüfe man die technische und wirtschaftliche Rentabilität, so Schöpf. Sofern das Ergebnis der Untersuchungen positiv sei, müsse man entsprechende Anpassungen am bestehenden Bauplan vornehmen. Dass ein weiteres Kino große Auswirkungen auf die Kleinkinos hat, kann er sich hingegen nicht vorstellen: „Die Kleinkinos haben sich als Nischenkinos sehr gut positioniert und haben eine ganz andere Zielgruppe.“ Das Ergebnis der Untersuchungen soll im Herbst vorliegen.

(SVO)

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