Gemeinde- und grenzübergreifende Kooperation am Alten Rhein

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Der Naturpark Alter Rhein ist ein Juwel für Mensch, Fauna und Flora.
Der Naturpark Alter Rhein ist ein Juwel für Mensch, Fauna und Flora. - © Marcel Hagen
Der Naturpark Alter Rhein wurde in Lustenau im Zuge des Radwegausbaus vor zwei Jahren grundlegend neu gestaltet. Nun haben die vier Anrainergemeinden Altach, Diepoldsau, Hohenems und Lustenau gemeinsam die Regelungen auf ihrem jeweiligen Gemeindegebiet überprüft und teilweise angeglichen, um den wertvollen Lebensraum noch ökologischer und nachhaltiger öffentlich nutzbar zu machen.

Lustenau. Gemeinsam konnte nicht nur eine gemeinde-, sondern auch eine grenzüberschreitende Kooperation erzielt werden. Zahlreiche verschiedene Gesetze und Regelungen im EU-Recht, aber auch im schweizerischen Recht mussten dabei unter einen Hut gebracht werden. „Es geht hier nicht um Gemeinde- oder Staatsgrenzen, sondern es geht um unsere Natur“, sind sich alle Kooperationspartner einig. Die neuen Regelungen wurden bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, den 12. Juli der Öffentlichkeit vorgestellt.

Neue Regelungen

Lustenau hat bereits im Zuge der Radwegverlegung vor zwei Jahren seine Rad-, Reit- und Gehwege sowie einen neuen Parkplatz bei der Schmitterbrücke nach Plänen von Landschaftsarchitekt Thomas Loacker (Büro stadtland) sehr behutsam neu gestaltet. Im Zuge dessen wurde eine generelle Leinenpflicht für den Naturpark erlassen. Seit vielen Jahren gilt das Hundeverbot auf der Liegewiese während der Sommermonate. Heuer wird bis in den Herbst ein neues Infosystem an den Eingängen fertiggestellt und der 20 Jahre alte Naturlehrpfad generalsaniert. Außerdem wird in Lustenau die Reitroute im Abschnitt Heidensand neu ausgeschildert und baulich verbessert. Am schmalen Uferweg zwischen Schmitterbrücke und Gemeindegrenze Hohenems musste aus Sicherheitsgründen ein Reitverbot erlassen werden.

Regeln in den Nachbargemeinden

In Altach wurde zum Beispiel das Badeverbot aufgehoben und eine generelle Leinenpflicht für Hunde eingeführt. Die Schweizer Gemeinde Diepoldsau hat vor allem Verbesserungen im Bereich des Abfallentsorgungssystems durchgeführt: Nun gibt es drei ordentliche öffentliche Abfallsammelstellen, die sogenannten Big Bellys, solarbetriebene Abfallkübel mit integrierter Presse, mit denen man bereits sehr gute Erfahrungen gemacht hat. Drei öffentliche Grillstellen hat die Stadt Hohenems errichtet. Auch die Abfallentsorgungsmöglichkeiten wurden optimiert: An beiden Eingängen zum Hohenemser Teil des Alten Rheins wurden Holzhütten errichtet, in denen Brennholz, Hundekot-Sackspender und Abfalleimer zur Verfügung stehen. In Altach und Hohenems wurde die mit Lautsprecher verstärkte Musik untersagt, Lagerfeuermusik bleibt erlaubt.

Naturvielfalt

Gefährdete Pflanzenarten sind der gewöhnliche Froschlöffel, die Lücken- und Saumsegge, die Einspelzen-Sumpfbinse, Sanddorn, Tannenwedel, Gelbe Teichrose, Große Seerose oder die Grüne Teichbinse. Die Bachmuschel, einst die häufigste heimische Muschelart, ist heute akut vom Aussterben bedroht und zählt zu den Besonderheiten am Alten Rhein. Besonders reich und von regionaler Bedeutung ist das Vogelleben am Alten Rhein. So finden sich hier insbesondere Zwergtaucher, Blässhühner, Teichhhühner, Teich- und Drosselrohrsänger, Zwergdommeln, Rohrammern, Pirole, Gelbspötter oder die Dorngrasmücken. Die Amphibienfauna zeigt Vielfalt mit Teichmolch, Gelbbauchunke, Gras- und Grünfrosch, Laubfrosch, Erdkröte, Barren-Ringelnatter, Schlingnatter sowie Zaun- und Waldeidechse.

 

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