Energieeinsparen ist kinderleicht

Bei einer gemeinsamen Exkursion in das NaturGut Ophoven und die „essbare Stadt“ Andernach mit Mitarbeitern des Bauhofs holten sich die Kindergartenpädagoginnen Ideen.
Bei einer gemeinsamen Exkursion in das NaturGut Ophoven und die „essbare Stadt“ Andernach mit Mitarbeitern des Bauhofs holten sich die Kindergartenpädagoginnen Ideen. - © Marktgemeinde Lustenau
Alle elf Lustenauer Kindergärten mit ihren Pädagoginnen und Kindern widmeten sich ein Jahr lang der Themenwelt Energie.

Lustenau. Gemeinsam ist es gelungen, den nicht nur für Kinder abstrakten Begriff im Alltag erlebbar zu machen und durch einen bewussteren Umgang überraschend viel Energie einzusparen. Die Energiemeisterschaft entwickelten die Kindergärten gemeinsam mit dem Energieinstitut und der Fachabteilung im Rathaus. Mit einem technischen Berater spürten die Pädagoginnen in ihren Kindergärten „versteckte Energieverbraucher“ auf, diskutierten sie, sammelten Ideen, trafen Energiesparmaßnahmen, tauschten sich untereinander aus. “Ein Austausch, der sich im wahrsten Sinn des Wortes bezahlt machte”, freuen sich die Beteiligten, denn die Energieautonomiegemeinde Lustenau rechnet das Engagement an und zahlt 50 % der realisierten Kosteneinsparungen an die Kindergärten aus.

Erfreuliche Energiebilanz

Insgesamt konnten die Pädagoginnen sage und schreibe 97.142 kWh einsparen, umgerechnet sind das rund 6.000 Euro. Michael Schulz, Energiekoordinator im Rathaus unterstützte die Aktivitäten in den Kindergärten: “Die Energieeinsparungen von 16 % bei der Raumwärme und 13 % beim Strom zeigen sehr deutlich, dass sich das Engagement der Pädagoginnen lohnt.” Auch im Wasserverbrauch konnten Einsparungen um 6 % festgestellt werden. “Eine wertvolle Initiative für eine enkeltaugliche Lebensweise, der sich Lustenau als Energieautonomiegemeinde 2017 verpflichtet hat. Und ein Beitrag, der sich nicht nur positiv auf das Klima, sondern auch auf die finanziellen Ausgaben der Marktgemeinde auswirkt”, freut sich Christine Bösch-Vetter, Umweltgemeinderätin und e5-Teamleiterin über die positive Bilanz.

Pädagogisches Begleitprogramm

Wie erklärt man Kindern etwas, das man weder direkt angreifen, hören, sehen oder schmecken kann? “Indem man sie die Auswirkungen sinnlich erfahren lässt”, ist die prompte Antwort der Kindergartenpädagoginnen. In gleich sieben Kindergärten machten die Pädagoginnen Energie auch für die Kinder erlebbar. Das pädagogische Angebot des Energieinstitut Vorarlberg, “Ein Königreich für die Zukunft”, unterstützte sie bei der Umsetzung. Inspirationen konnten sich die Beteiligten auch auf einer zweitägigen Exkursion in das NaturGut Ophoven und die „essbare Stadt“ Andernach sammeln. Ein Ausflug, der sie überdies dazu bewegte, mehr Natur in die Kindergärten zu bringen.

Energieerlebnisse im Jahreskreis

Im Königreich der Zukunft verwandelten sich die Kinder zu Königskindern und erlebten zahlreiche Energieabenteuer zu jeder Jahreszeit. Am StromFREItag erfuhren sie beispielsweise, wie es sich anfühlt, wenn die Heizung einmal aus bleibt, wenn kein Licht brennt und draußen über dem Feuer gekocht werden muss. An fast schon in Vergessenheit geratenen Alltagsgegenständen wurde klar, dass früher oftmals Muskelkraft statt Stromeinsatz an der Tagesordnung stand. Vom Kaffeemahlen über das Tippen auf der Schreibmaschine bis hin zum händischen Waschen mit dem Waschbrett. In den Kindergartengruppen wurden Experimentier-Ecken eingerichtet, passende Kostüme für den Fasching gebastelt, Tänze einstudiert, gesungen, geforscht und gemeinsam auf Spurensuche gegangen.

Begeisterung wirkt ansteckend

“Kinder lernen auf diese Weise Energie intuitiv verstehen, auch wenn sie Zusammenhänge nicht sofort formulieren können, bekommen sie ein Gefühl und Verständnis dafür. Und es gelingt, im Alltag verantwortungsvoll und kreativ mit Energie umzugehen. Die Begeisterung der Kinder ist ansteckend”, sehen die Pädagoginnen einen Gewinn für alle. Den besten Beweis dafür lieferten die Kinder, als in Teamwork Sahne zu Butter geschüttelt und den Eltern als feines Butterbrot offeriert wurde. “Wir hoffen, dass die Botschaft aus dem Kindergarten positiv auf das Energiebewusstsein der Eltern einwirkt. Wir wollen gemeinsam mit unseren Kindern ihre Zukunft gestalten, ohne schlechtes Gewissen aber mit der Gewissheit, dass viele kleine Beiträge Großes bewirken”, sind die Kindergartenpädagoginnen und das interdisziplinäre e5-Team überzeugt.

Ausstellung “Ein Königreich für die Zukunft”

Für ihr Engagement wurden die Energiesparmeister mit einem Zertifikat ausgezeichnet und durften als Königskinder in die Ferien gehen. Die Pädagoginnen haben ihre Aktivitäten mit den Kindern in aufwändigen Fotobüchern dokumentiert. Diese werden in einer Ausstellung gezeigt, die über den Sommer im Energieinstitut Vorarlberg in Dornbirn zu sehen ist.

 

 

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