14. Januar 2010 13:21; Akt.: 14.01.2010 13:21

Loewy betroffen über fortwährende FPÖ-Kritik

Dir. Hanno Loewy (l.) und Bgm. Richard Amann (r.) mit Botschafter Aviv Shir-On im Jüdischen Museum. Dir. Hanno Loewy (l.) und Bgm. Richard Amann (r.) mit Botschafter Aviv Shir-On im Jüdischen Museum. - © VN/TF
Hohenems - Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, zeigte sich am Donnerstag getroffen über die fortgesetzte Kritik der FPÖ an seiner Person und dem Museum.

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Ich hatte nach dem Herbst die Hoffnung, dass die Herren zur Besinnung kommen und sich zum Beispiel entschuldigen würden, das Gegenteil ist passiert”, so Loewy bei einer Pressekonferenz anlässlich der Präsentation der ab März geplanten Mikwen-Sonderausstellung. Er habe auf eine Versachlichung der Debatte gehofft.

Stattdessen setzten die FPÖ und ihre Vertreter “immer noch einen drauf”. Begonnen hatte die Auseinandersetzung zwischen der FPÖ und Loewy mit dem “Exil-Judensager” von Vorarlbergs FPÖ-Chef Dieter Egger im Landtagswahlkampf 2009. Erst am vergangenen Wochenende erklärte der Lustenauer FPÖ-Bürgermeister Hans-Dieter Grabher in einem Zeitungsinterview, Loewy habe doch selbst einmal gesagt, dass seine Eltern Exil-Juden aus Amerika seien.

Am Mittwoch kritisierte schließlich der Hohenemser Bürgermeister-Kandidat der FPÖ, Horst Obwegeser, im Vorfeld des Gemeindewahlkampfs die Kosten für das Museum, das eigentlich als Heimatmuseum gedacht gewesen sei. Es sei nicht in seinem Sinn, mit Steuergeld Vorträge wie “Wie baue ich ein ortsübliches Minarett?” zu finanzieren. Zudem kämen die Besucherzahlen auch durch “zwangsbeglückte” Schulklassen zustande.

Jeder denkende Mensch müsse selber entscheiden, was davon zu halten sei, erklärte Loewy, von Journalisten auf die Kritik angesprochen. “Was soll man dazu noch sagen?”, so Loewy. Er habe sich in den vergangenen Monaten oft die Frage “Bleiben oder nicht?” gestellt, aber ihm behage die Vorstellung nicht, dass es die FPÖ schaffe, “den Ort judenrein” zu machen. Die Entscheidung sei nicht leicht gewesen, zumal man ihn etwa zu einer Bewerbung als Direktor für das Jüdische Museum Wien eingeladen habe, was er abgelehnt habe.

Die Arbeit in Hohenems mache dennoch “viel Spaß”. Er habe in der letzten Zeit auch viel positives Feedback erhalten. “Das war nicht weniger als ermutigend”, fand Loewy. Er wolle weiter mit seinem Team an der Erfüllung des Gründungsauftrags arbeiten, ein “kritisches Heimatmuseum” zu sein. Dazu gehöre auch, das Minarett-Thema aufzunehmen. Der erwähnte Vortrag sei übrigens wegen eines Sponsorings “billig” gewesen und zudem gut besucht, “offensichtlich interessiert das die Leute”. Wer nicht wolle, dass an die jüdische Geschichte der Stadt erinnert werde, “soll das doch bitte offen sagen”. Zur Kritik an den Kosten rechnete Loewy vor, dass das Museum mit seinem Renommee, den Besuchern und der überregionalen, medialen Berichterstattung für die Wirtschaft und hinsichtlich des Werbeeffekts insgesamt “ein gutes Geschäft” für die Stadt ist.


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