Der Bodensee: Auch viele Vorarlberger würden hier gerne ihre letzte Ruhe finden. - © AP
Legistik-Landesrat Siegmund Stemer kann sich eine Änderung des Landesbestattungsgesetzes derzeit nicht vorstellen. Selbiges sieht keine Beisetzung auf See vor. Zwar habe er selbst nichts gegen Seebestattungen. Die letzte Novellierung des Gesetzes im Jahr 2009 sei aber sehr lange diskutiert worden, und der erreichte Kompromiss sei von allen Parteien gutgeheißen worden. Die Notwenidigkeit einer weiteren Novellierung scheint Stemer deswegen nicht gegeben. Er werde sich aber mit seinen Sachverständigen zusammensetzen, um die Erfahrungen mit dem geltenden Gesetz aufzuarbeiten.
FPÖ-Klubobmann Dieter Egger schlägt in dieselbe Kerbe. Das Bestattungsgesetz sei “mehr als ausreichend”, um eine würdevolle Beisetzung zu gewährleisten. Eine Erweiterung des Gesetzes sieht er daher eher kritisch. Die Frage, die sich dann stelle sei: Wo zieht man die Grenze? Auch der Erhalt des Bodensees als Freizeitraum und Trinkwasserreservoir ist Egger ein Anliegen. Und schließlich sei eine Gesetzesänderung nur sinnvoll, wenn auch die anderen Bodenseeanrainerstaaten mitziehen würden.
Michael Ritsch, Klubobmann der SPÖ im Vorarlberger Landtag, sieht die Sache ein wenig anders. Seiner Meinung nach soll der Verstorbene selbst oder seine Angehörigen bestimmen dürfen, was mit den sterblichen Überresten passiere. Deswegen wünsche er sich “komplett legale Möglichkeiten” in diesem Bereich. Und da Asche ohnehin “etwas Hygienisches” sei, kann er sich gut ein Gesetz vorstellen, das den Angehörigen erlaubt, die Asche zu verstreuen, wo immer sie möchten. Denn auch das ist bisher untersagt.
Vahide Aydin von den Grünen hält eine Änderung des Bestattungsgesetzes für “denkbar”. Grundsätzlich ist sie der Meinung, dass man die Menschen ihre Bestattungsform frei wählen lassen sollte. Nur weil einige Wenige sich etwas Bestimmtes wünschen, könne man aber nicht einfach das Gesetz ändern. Deswegen müsse zuerst sehr genau geprüft werden, was der Wille der Mehrheit sei. Das sei aber ihre persönliche Meinung, nicht eine offizielle Position der Grünen.
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