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Les Plages d’Agnes – Kritik zum Film

Les Plages d’Agnes – Kritik zum Film
“Könnte man in die Menschen hineinblicken, fände man Landschaften. Würde man in mich hineinsehen, wären es Strände”, sagt Agnes Varda und nimmt den Zuschauer mit auf eine hinreißende Reise zurück in ihr Leben, für die sie im letzten Jahr bereits mit einem Cesar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde.

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Sie hat sich ihre Neugier und Lebenslust erhalten, und so ist diese in ihrem Detailreichtum fast überbordende biografische Collage völlig frei von Wehmut oder Nostalgie. Ab Freitag ist er im Kino zu sehen.

Agnes Varda reist zurück nach Brüssel, um noch einmal ihr Elternhaus zu besuchen, den Garten, wo sie als Kind spielte. Später flieht die Familie ins südfranzösische Sete, ein quirliger Fischerort am Meer, wo die junge Frau nach dem Krieg anfängt, sich für Fotografie zu interessieren. Hier dreht Agnes Vardas 1954 ihren Debütfilm “La Pointe courte” mit dem ganz jungen Philippe Noiret in der Hauptrolle.

“Les plages d’Agnes”: Vargas biografische Collage

Es geht weiter nach Paris, die Protagonistin schaukelt in einem Segelboot über die Seine und denkt mit Tränen in den Augen an ihren toten Ehemann, den Regisseur Jacques Demy zurück, mit dem sie von 1962 bis 1990 verheiratet war. Dem Verstorbenen widmete sie bereits ein Jahr später den wunderschönen filmischen Nachruf “Jacquot de Nantes”.

Ein wunderbar verspielter und gleichzeitig ernster Film, den so nur die große französische Dokumentarfilmerin und Regisseurin Varda (“Vogelfrei”) drehen konnte. Da steht die mittlerweile über 80-jährige, immer noch höchst vitale Frau am Strand, baut Spiegel und Rahmen auf, steckt alte Familienfotos in den Dünensand, beobachtet Surfer und spielende Kinder und beginnt sich zu erinnern. So als würden Wellen und Wind sie dazu anstiften, in die Vergangenheit abzutauchen.

Und so wirft die weitgereiste Sammlerin und Entdeckerin ihre Netze aus und zieht Episoden und Geschichten an Land, die sie meisterhaft zu einem biografischen Puzzle montiert. In den letzten Jahren arbeitete Agnes Varda verstärkt als bildende Künstlerin, am Ende ihrer Reise sitzt sie in einer Installation, die Wände bestehen aus unzähligen Zelluloidstreifen – Filme als Haus, in dem ein ganzes Leben Platz findet.

(APA)

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