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Lehrlinge: Auch Vorarlberger Industrie beklagt Qualitätsmangel

Lehrling bei der Firma Grass
Lehrling bei der Firma Grass ©VN/ Roland Paulitsch
Schwarzach - In Vorarlberg sind mehr Lehrstellen offen, als es Jobsuchende gibt. VOL.AT sprach mit vier großen Unternehmen über ihre Probleme, die richtigen Jugendlichen für ihre Ausbildungsplätze zu finden.
Was stimmt mit unseren Lehrlingen nicht?
Lehrlingsspecial auf VOL.AT
Offene Lehrstellen in Vorarlberg

Vor allem bei den Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen stellen viele Firmen derzeit Defizite fest. Den Jugendlichen fehlt es aber oft auch am notwendigen „Hausverstand“, wie etwa Lars Heine zu berichten weiß. Heine ist Leiter der Personalentwicklung der Firma Grass. Einen wesentlichen Grund für die bestehenden Schwächen sieht er im schlechten Ruf der Lehre. Den Kindern werde bereits früh eingetrichtert, dass nur ein AHS-Abschluss auf eine erfolgreiche berufliche Laufbahn vorbereiten kann. Während die allgemeinbildenden Schulen gefördert werden, kommen Hauptschulen und polytechnische Lehrgänge zu kurz. Ein Fehler, wie Heine meint. Denn die zunehmende Spezialisierung der Lehre wird den Bedarf an engagierten jungen Menschen in Zukunft noch steigern.

Großes „G‘riss“ um die klügsten Köpfe   

Uwe Breuder, Personalchef der Firma Alpla am Standort Hard, sieht das ähnlich. Ein besonderes Problem besteht für ihn im „G‘riss“ um die besten Lehrlinge im Land. Die Klügsten und Talentiertesten unter den Jugendlichen können sich ihre Stelle quasi aussuchen. Um diese relativ kleine Personengruppe kämpfen derzeit gleich mehrere Großunternehmen im Land. Hinter dieser Spitzengruppe lässt die Qualität aber leider zu wünschen übrig. Tatsächlich würden die Ergebnisse bei den jährlich stattfindenden Eignungstests immer schlechter, so Breuder.

Zu den ganz Großen im Land zählt zweifellos die Firma Doppelmayr. Zwar habe man heuer alle Wunschkandidaten erhalten, wie Ausbildungsleiter Georg Dür berichtet. Jedoch stellt auch er einen schleichenden Qualitätsverlust bei den Bewerbern fest. Verantwortlich dafür macht er unter anderem die demographische Entwicklung. Zukünftig wird es noch weniger 15-Jährige im Land geben. Und deren Leistungskurve zeige eindeutig nach unten.

Alles nur eine selbsterfüllende Prophezeiung?

Otto Bechter ist Ausbildungsleiter bei der Firma Zumtobel am Standort Dornbirn. Die Argumente der Kollegen kann er nicht ganz nachvollziehen. Das Gerede von den „schlechten“ Lehrlingen ist für ihn nichts weiter als selbsterfüllende Prophezeiung. Die jungen Leute würden so lange schlecht gemacht, bis man überall nur mehr faule und dumme Jugendliche sehe. In Wirklichkeit weise die Jugend heutzutage bemerkenswerte Fähigkeiten – etwa im Bereich der Elektronik – auf. Was die Auswahl der Lehrlinge angeht, bestreitet man bei Zumtobel ohnehin einen Sonderweg. Anstatt der branchenüblichen Eignungstests setzt man auf Gespräche mit den Kandidaten und ihren Eltern. Entscheidend seien zwei Fragen: „Was kannst du gut? Was tust du gern?“ Dann versucht man, die Stärken der Jugendlichen zu fördern, statt ständig nur auf die Schwächen zu schielen.

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